Nacht der Museen: 40 000 Besucher werden erwartet

Frankfurt (pm). »Die Nacht der Museen ist ein fester Termin im örtlichen Kulturkalender. Museumsgänger, aber auch viele Besucher, die zum ersten Mal kommen, nutzen die Gelegenheit, die besondere kommunikative Atmosphäre und das eigens für diese Nacht zusammengestellte Kulturprogramm in den Museen zu genießen«, freut sich Kulturdezernent Professor Dr. Felix Semmelroth auf die alljährliche Auftakt-Veranstaltung zum Kulturfrühling am kommenden Samstag.

Damit es spannend bleibe, gebe es jedes Jahr Variationen, auch bei den Teilnehmern, so der Kulturdezernent. Rund 40 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zur Nacht der Museen. Semmelroth hofft auch bei dieser elften Auflage auf eine Vielzahl kultureller Nachtschwärmer.

In diesem Jahr ist erstmals das Bahnhofsviertel mit dem Atelierfrankfurt und seinen Galerien und Kultureinrichtungen dabei. In der Diakoniekirche kann man zum Poetry Slam gehen - ein Vorgeschmack auf das Festival »literaTurm«, das Ende Mai stattfinden soll. Ebenfalls zum ersten Mal dabei ist das Museum zur Geschichte der Gehörlosen und Schwerhörigen in der Rothschildallee, das einen Einblick in das Alltagsleben mit Hörbehinderung und ihren Auswirkungen bietet und über Bildungswesen und Kultur von Gehörlosen informiert. Auch das Schauspielist ist neu dabei: Hier gibt es Führungen zum Chagall-Gemälde »Commedia dell’ Arte«. Nach dreijähriger Umbaupause macht auch der Palmengarten wieder mit und spricht mit seinem Programm »Soul Kitchen« die Sinne an. Das Albert Schweitzer Zentrum zeigt nach einjähriger Pause seine neue Dauerausstellung, umrahmt von afrikanischer Musik.

Neue kulturelle Höhepunkte stehen neben Beliebtem und Bewährtem in der Nacht der Museen: So etwa der Westhafen Tower, der auch in diesem Jahr das 28. Stockwerk öffnet. Dort sind die Schlafbrillenporträts des Fotografen Freddy Langer zu sehen, und man kann Teil des Schlafbrillen-Memorys werden. Zu hören sind die Gewinner des Jazz-Stipendiums der Stadt Frankfurt 2009, die Karma Jazz Group.

Entlang des Mainufers pendelt auch in diesem Jahr der gelbe Oldtimer-Postbus des Museums für Kommunikation - so lässt sich das besondere Museumsufer-Flair in seiner ganzen Vielfalt genießen. Außerdem findet auf dem Main ein nächtliches Entenrennen statt, bei dem leuchtende Museumsufer-Badeenten um den ersten Platz schwimmen. Zu gewinnen gibt es neben einer Reise nach Zürich weitere Preise. Der Erlös aus dem Rennen kommt dem Atelier Goldstein zu Gute, in dem geistig behinderte Künstlerinnen und Künstler unter professionellen Bedingungen arbeiten können. Ebenfalls unter freiem Himmel findet das Programm des Deutschen Filmmuseums statt: ein Rundgang durch die Stadt mit der Hamburger Gruppe »A Wall Is A Screen«, bei dem auf die Wände verschiedener Museen Kurzfilme projiziert werden.

Von 19 bis 2 Uhr können die Besucher die Museen mal anders entdecken. Rund 200 Programmpunkte setzen die passenden Akzente zu den Dauer- und Wechselausstellungen: Führungen und Künstlergespräche, Performances, Lesungen und Vorträge, Film- und Videoprojektionen, Livemusik aus ganz unterschiedlichen Sparten, Open-Air-Veranstaltungen sowie internationale kulinarische Köstlichkeiten. Ausklingen lassen können Nachschwärmer ihre kulturelle Entdeckungsreise in der Soul Lounge im Palmengarten, bei Minimalmusik im Zollamt des MMK, mit dem berühmten DJ Koze im Museum für Angewandte Kunst, der Schnitzel- und Schnautzer Kultparty im Atelierfrankfurt oder bei der HR3-Party im Schauspiel.

Auch wenn viele Museen fußläufig zu erreichen sind, steht wie in jedem Jahr ein kostenloser Shuttle-Service mit Bussen zur Verfügung, der die Institute in Frankfurt, Höchst und Offenbach miteinander verbindet und dafür sorgt, dass auch weiter entfernt liegende Museen gut zu erreichen sind. Eine Tram-Bahn aus den 1950er- Jahren pendelt zwischen dem Zoo und dem Frankensteiner Platz. Zwischen Eisernem Steg und Städel lädt ein Schiff zur Überfahrt ein und entlang des Mainufers sind die Velotaxen unterwegs und bieten einen Gratisshuttleservice.

Karten und Programme für die Nacht der Museen sind in den einzelnen Häusern sowie in bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

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