Nach Rekordergebnis "verhalten optimistisch"

Frankfurt (cf). Mit einem Rekordergebnis startet die Frankfurter Volksbank in ihr Jubiläumsjahr 2012. Zugleich übergibt der scheidende Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Tonnellier, der am 25. April in den Ruhestand geht, ein gut bestelltes Haus an seine Nachfolgerin Eva Wunsch-Weber.

Der Gewinn nach Steuern stieg bei Deutschlands zweitgrößter Volksbank um elf Prozent auf 70,5 Millionen Euro. "Die Volksbank stellte sich selbst im Krisenjahr 2011 als ausgesprochen solide dar", betonte Tonnellier.

Die wichtigsten Eckdaten zu der Ertragslage bilden ein Zinsüberschuss von 186,7 Millionen Euro sowie ein Überschuss aus Provisionsgeschäften von 44,1 Millionen Euro. Das seit vielen Jahren "unverändert stringente" Kostenmanagement habe den Verwaltungsaufwand mit 133,5 Millionen Euro nur leicht über dem Vorjahresniveau ansteigen lassen. Ein deutlicher Rückgang sei bei den Aufwendungen für die Risikovorsorge von 21,2 Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro zu verzeichnen. Das Betriebsergebnis nach Bewertung lag lag somit nach Angaben der Volksbank bei 96,4 Millionen Euro.

"Auch die Bilanzsumme stieg, und zwar um 4,3 Prozent auf 7,47 Milliarden Euro", so Tonnellier. Mehr als 65 Millionen Euro flossen am Ende des Geschäftsjahres 2011 den Rücklagen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zu. "Das Eigenkapital der Frankfurter Volksbank beläuft sich somit auf 830 Millionen Euro.

" Zwar werde auch 2012 ein schwieriges Jahr mit großen Herausforderungen nicht nur für Banken. Die Voba gehe aber "verhalten optimistisch" in das 150. Jahr ihres Bestehens, sagte Tonnellier: "Wir erwarten eine zufriedenstellende Entwicklung und rechnen wieder mit einem guten Ergebnis."

Ein Höhepunkt sei die für April angestrebte Fusion mit der Vereinigten Volksbank Griesheim-Weiterstadt. Die Fusions-Strategie sei einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg gewesen. Damit sei angedeutet, "dass in dieser Bank, deren ständiger Begleiter ja Fusionen waren, nichts konstanter ist als der Wandel", sagte Tonnellier. Er blickt am 25. April in der Vertreterversammlung auf 31 Jahre als Bankvorstand, davon 15 Jahre als Vorsitzender des Vorstandes der Frankfurter Volksbank zurück. Die Bilanzsumme stieg von 1996 bis 2011 von 2,65 Milliarden Euro auf 7,47 Milliarden Euro und die Eigenkapitalquote wuchs in diesem Zeitraum von 110 Millionen Euro auf 830 Millionen Euro.

Ihr 150-jähriges Geschäftsjubiläum feiert die Frankfurter Volksbank am 11. Mai im Rahmen eines Festaktes in der Alten Oper. Zum Jubiläum erscheint das Buch "Immer anders und doch gleich". Bei dem Werk handele es sich nicht um eine Chronik, sondern um einen journalistisch aufbereiteten Rückblick auf 150 Jahre Volksbank, eingebettet in 150 Jahre deutscher und Frankfurter Geschichte. Die Bank habe in frappierender Weise seit 1862 ihr Wesen im Kern bewahrt. "Die 81 Gründer waren Handwerker, Einzelhändler und Angehörige freier Berufe, also Mittelständler. Und bis heute sind wir die Bank des Mittelstandes geblieben." Schon im allerersten Geschäftsbericht über das Gründungsjahr 1862 sei die Rede von Vorsicht, Solidität und Zuverlässigkeit. "Darin erkennen wir uns über all die Jahre wieder. Immer hat diese Bank starke Rücklagen gebildet, immer ist sie, bis heute, nur aus der gesicherten Deckung in die Offensive gegangen." Tonnellier zitierte aus dem Geschäftsbericht des Krisenjahres 1929: "Gerade in unruhigen Zeiten tritt am deutlichsten der volle Wert einer verlässlichen Zahlungsbereitschaft in Erscheinung." Dieses Zitat sage viel über die Wesensart dieser Frankfurter Volksbank aus.

So wie 1929 verhielt es sich auch im Krisenjahr 2011. "Wir sind uns da immer treu geblieben in dieser Freude an der Verlässlichkeit. Überhaupt halte ich es für die vielleicht wichtigste Eigenschaft der Frankfurter Volksbank, dass sie in 150 Jahren keine Identitätskrise durchmachte. Sie wollte nicht gestern eine Investmentbank, morgen eine Retailbank und übermorgen eine Exklusivbank für vermögende Kunden sein, sondern immer nur eine mittelständische Bank für den Mittelstand", sagte Tonnellier in seinem letzten Jahresbericht für das Institut.

Zu den wichtigen Entscheidungen in seiner Zeit zählte er den Neubau des Gebäudes an der Börsenstraße 1 und die Revitalisierung des Komplexes in der Börsenstraße 7-11. Neben den Fusionen sei auch das Festhalten an den bewährten Prinzipien von Vorsicht und solider Ehrbarkeit unverändert wichtig. Tonnellier betonte, dass die Frankfurter Volksbank mit ihren derzeit 1350 Mitarbeitern eine Regionalbank bleiben und kein bundesweites Kreditinstitut werden wolle. Zum Jahresende zählte sie 455 000 Privat- und Geschäftskunden – 2000 mehr als ein Jahr zuvor.

Ein Grundstück für eine neue, große Filiale in Karben wurde bereits erworben. Der Bauantrag befinde sich im ersten Halbjahr 2012 in Erstellung.

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