Modellprojekte zu Bildung, Erziehung, Forschung

Frankfurt (lhe). Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat ihre Ausgaben für Modellprojekte zur Bildung, Erziehung und Forschung 2009 auf die Rekordsumme von 29,4 Millionen Euro gesteigert.

Frankfurt (lhe). Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat ihre Ausgaben für Modellprojekte zur Bildung, Erziehung und Forschung 2009 auf die Rekordsumme von 29,4 Millionen Euro gesteigert. Seit der Neuordnung der Stiftung vor zehn Jahren seien insgesamt rund 230 Millionen Euro investiert und zugleich das Vermögen vermehrt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Endres am Dienstag. In den vergangenen fünf Jahren seien jeweils mehr als 25 Millionen Euro in Projekte für die Erziehung zur Demokratie, die Europäische Integration und die Neurowissenschaften geflossen.

Verluste, die die Stiftung 2008 wegen der Finanzkrise verbucht habe, seien ausgeglichen worden, sagte Endres. Mit rund 800 Millionen Euro sei die Hertie-Stiftung die größte private Stiftung Hessens und eine der größten in Deutschland. Fast 39 Millionen Euro kamen in den vergangenen zehn Jahren Projekten in Hessen zugute. Rund sieben Millionen Euro davon wurden für den Erweiterungsbau des Städel Museums zur Verfügung gestellt. Neu ist unter anderem ein Modellprojekt zur individuellen Förderung von Hauptschülern aus schwierigen Familien. Nach dem Auftakt in Berlin sollen in diesem Jahr Frankfurt und Mannheim mit je einer Schule und je zehn Kindern folgen.

Außerdem ist nach Berliner Vorbild eine Bürgerbefragung geplant, die im September erscheinen und das Verhältnis zwischen Frankfurt und seinem Umland beleuchten soll. Andere Projekte fördern seit Jahren die Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund, die Sprachförderung und befassen sich mit Erziehung in Vorschule und Schule. Jugend debattiert und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind andere Schwerpunkte.

Die Ende 1974 gegründete Stiftung baut auf dem Lebenswerk des zwei Jahre zuvor gestorbenen Stifters Georg Karg auf, dem Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH. 97,5 Prozent der Anteile des Unternehmens wurden in die Stiftung eingebracht, die seit 1998 nicht mehr an dem Unternehmen beteiligt ist.

Neben Stipendienprogrammen gründete die Stiftung das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen, das zu den führenden Institutionen seiner Art in Europa zählt. 2003 rief sie die Hertie School of Governance in Berlin ins Leben, an der über 200 Studierende in zwei Master- und einem Doktorandenstudiengang für öffentliche Aufgaben ausgebildet werden. Neuer akademischer Leiter ist der Soziologe Prof. Helmut K. Anheier, zu den Dozenten gehört unter anderem der renommierte Bildungs- und Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann.

Endres forderte mehr Transparenz und öffentliche Kontrolle für Stiftungen. Die schleichende Zweckentfremdung sei ein Thema. Er sprach sich für eine Initiative der Länder aus, sich auf Mindeststandards dazu zu einigen, denn das Stiftungsrecht sei Landesrecht.

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