Mann muss für Tötung der Ex-Freundin 13 Jahre in Haft

Frankfurt (dapd). Weil er seine Ex-Freundin in Bad Homburg mit 44 Messerstichen getötet hat, muss ein Mann 13 Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte den 34-Jährigen am Donnerstag wegen Totschlags.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert. Doch die Richterin war überzeugt, dass der Mann zunächst nicht geplant hatte, die alleinerziehende Mutter eines Kindes zu erstechen.

Der Barkeeper konnte nach Überzeugung des Gerichts nicht verkraften, dass die 33-Jährige sich von ihm getrennt hatte, und stellte ihr nach. Schon während der Beziehung sei er sehr eifersüchtig gewesen, berichtete die Richterin. Er habe versucht, die selbstbewusste Frau zu kontrollieren. Die Trennung habe der Mann nicht akzeptiert. Er habe der jungen Mutter aufgelauert und sie mit SMS bombardiert. "Er war von Verlust- ängsten geplagt", sagte sie.

Der Ex-Freund drohte mit Selbstmord, wandte sich wegen Depressionen an die psychiatrische Ambulanz. In seinen Textnachrichten habe sich in die Verzweiflung und Enttäuschung auch Wut gemischt, sagte die Richterin. Am 17. Dezember 2010 verfasste er einen Abschiedsbrief und wartete mit einem Küchenmesser in der Tasche im Hausflur auf seine Ex-Freundin. Nach Ansicht der Richterin plante er eine "Selbstmordinszenierung". Er habe mit der Frau in ihrer Wohnung reden wollen, doch dort passte der Ex-Mann auf die Tochter auf.

Als die Frau kurz vor Mitternacht von der Arbeit heimkehrte, habe sie ihn genervt mit den Worten "nicht du schon wieder" begrüßt und sei in den Fahrstuhl eingestiegen. Dort habe er sie gezwungen, mit ihr in den Keller zu fahren, angeblich, um dort "ungestört" mit ihr reden zu können. Nach Ansicht des Gerichts schleifte er sie in den Keller, wogegen sie sich heftig wehrte. Da sei der Konflikt eskaliert. Der ehemalige Freund habe so oft mit dem Messer auf sie eingestochen, bis sie sich nicht mehr bewegte. Die 33-Jährige verblutete.

"Der Angeklagte wusste, was er tat", sagte die Richterin. Nach der Bluttat besorgte sich der Mann ein Taxi, handelte einen Fahrpreis aus und ließ sich zum Polizeirevier fahren. Dort stellte er sich. Auch vor Gericht gestand der Mann die Tat. Die Urteilsverkündung verfolgte er mit hängendem Kopf, ohne dabei eine Regung zu zeigen.

Kathrin Hedtke, dapd-hes

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