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Markant und idyllisch: Das alte Forsthaus an der Mörfelder Landstraße soll zur Kita werden.

Völlig unverhofft

Kita unterm Hirschgeweih: Altes Forsthaus in Langen soll neue Heimat für kleine Kinder werden

Völlig unverhofft bietet sich der Stadt Langen die Möglichkeit, eine neue Kinderbetreuungseinrichtung zu schaffen – und das relativ schnell. 

Langen – Völlig unverhofft hat die Stadt die Möglichkeit erhalten, eine neue Kinderbetreuungseinrichtung zu schaffen – und das relativ schnell und günstig: Das Alte Forsthaus an der Mörfelder Landstraße soll zur Kita umfunktioniert werden. Ein Glücksfall angesichts langer Wartelisten, sind sich Erster Stadtrat Stefan Löbig und Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo einig.

Das etwas abseits der Straße gelegene Forsthaus gehört – was selbst im Rathaus nicht allzu bekannt war – der Stadt; und obwohl dort bis vor einiger Zeit der Revierförster wohnte, war HessenForst nur Mieter. Dieser Vertrag wurde kürzlich gekündigt. Das eröffnete die Möglichkeit, das etwa 100 Jahre alte Anwesen mit Kindern neu zu beleben. „Für uns ist das ein Geschenk“, freut sich Strelow Castillo.

Vier Gruppen geplant, davon eine Waldgruppe – Einzug schon im Frühsommer?

Entstehen sollen letztlich vier Gruppen, davon eine Waldgruppe. Diese sowie eine weitere, die in den Altbau einziehen soll, könnte schon im Frühsommer eröffnen, hofft man im Rathaus. Zudem ist ein Neubau für zwei weitere Gruppen geplant.

Das Grundstück ist insgesamt 1360 Quadratmeter groß und beinhaltet ein kleines Waldstück. Zudem sind es nur 150 Meter bis in den Stadtwald. Perfekt also für eine Waldgruppe, präzisiert der Fachbereichsleiter den Plan. 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sollen dort vormittags betreut werden. Für Schlechtwettertage und das Mittagessen soll ein „Bauwagen“ angeschafft werden; überwiegend werden die Kleinen die umliegende Natur erkunden.

Im Forsthaus selbst mit einer Nutzfläche von etwa 135 Quadratmetern kann nach Löbigs Worten eine Tageseinrichtung mit 18 Ganztagsplätzen für Drei- bis Sechsjährige an den Start gehen. Die unteren Räume sollen den Kindern zur Verfügung stehen, während im Obergeschoss das Personal sein Domizil hätte.

235.000 Euro für Ausstattung und Umbau – 60.000 Euro für Bauwagen im Wald

Für den erforderlichen Umbau der ehemaligen Diensträume einschließlich Ausstattung rechnet der Erste Stadtrat mit Kosten von 235 .000 Euro. Der Wagen für die Waldgruppe dürfte gut 60 .000 Euro kosten.

Doch damit nicht genug: Bei einer Begehung mit den Zuständigen des Kreises Offenbach und der Kommunalen Betriebe Langen wurden weitere Möglichkeiten erörtert. Gedacht ist zusätzlich zu den Angeboten im Haupthaus an einen Neubau für zwei weitere Gruppen mit je 20 Drei- bis Sechsjährigen. Eine Machbarkeitsstudie wurde bereits erarbeitet. Die Bauvoranfrage beim Kreis läuft, berichtet Strelow Castillo. Die ungefähren Kosten dafür könnten aber erst nach einem Architektenentwurf ermittelt werden. Der Fachbereichsleiter hofft auf eine Fertigstellung des Neubaus im Jahre 2021.

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Angedacht ist in der neuen Einrichtung ein Rotationsprinzip, verrät er. Soll heißen: Es gibt keine feste Waldgruppe, vielmehr wird jede Gruppe in einem bestimmten Turnus zur Waldgruppe.

Stadt langen hofft auf finanzielle Unterstützung vom Land Hessen

Gerade so etwas könne auch bei der Suche nach Personal auf dem ziemlich leer gefegten Markt helfen. „Für attraktive Einrichtungen findet man immer noch Erzieherinnen. Und da geht die Attraktivität nicht unbedingt über das Gehalt.“

Zumindest bei den Baukosten hofft die Stadt auf Unterstützung: Für den Forsthausumbau und den „Bauwagen“ rechnet Löbig mit einem Investitionszuschuss vom Land von 150. 000 Euro. Auch für den Neubau werde der Magistrat Zuschüsse beantragen.

Die Vorlage zum Forsthaus geht jetzt in die drei parlamentarischen Ausschüsse (18., 19. und 26. September). Die Beschlussfassung im Stadtparlament ist für den 17. Oktober vorgesehen.

Von Markus Schaible

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