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Je trockener der Sommer, desto höher die Waldbrandgefahr. Die aktuelle Saison hat zum Glück noch keinen nennenswerten Feuerwehreinsatz provoziert.

Feuerwehr ruft zu Achtsamkeit auf

Neue Hitzewelle erhöht Brandrisiko im Stadtwald

Diese Woche wird die Sommerhitze mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke zurückkehren. Die neue Hitzewelle erhöht Brandrisiko im Stadtwald in Langen. 

Das bringt nicht nur für Mensch und Tier Belastungen mit sich, sondern auch für den Wald, der spätestens seit dem Dürre-Sommer 2018 in den Existenzerhaltungsmodus umgeschaltet hat.

Im Langener Stadtwald galt bis vor Kurzem schon die höchste Waldbrand-Alarmstufe, aber zum Glück hat der Regen vorige Woche die Lage etwas entschärft. Grund zur Entwarnung gibt es nicht – angesichts der Wetterprognose schlägt das Pendel wieder in Richtung „hohes Risiko – allerhöchste Alarmbereitschaft“ um. Kein Wunder also, dass Forstamt, Feuerwehr und Stadtverwaltung aktuell wieder an Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein appellieren. „Rauchen, offenes Feuer und Grillen im Wald und auf öffentlichen Freiflächen sind grundsätzlich verboten“, betont Stadtbrandinspektor Frank Stöcker. „Das gilt auch für das Naherholungsgebiet Mühltal.“

Brandrisiko im Stadtwald in Langen: "Keine brennenden Kippen wegwerfen"

Abgesehen davon treten mit Ausrufen der Waldbrand-Alarmstufen A und B Regelungen in Kraft, die mit der Schließung von Grillplätzen und Feuerstellen in gefährdeten Waldbereichen beginnen und sich über das Freihalten von Zufahrten zu Waldschneisen als Rettungswege fortsetzen. Und natürlich repetieren Stöcker & Co. geradezu gebetsmühlenhaft Grundsätzliches: „Keine brennenden Kippen wegwerfen, Glasflaschen oder Scherben nicht in der Nähe trockener Grünflächen liegen lassen, weil diese sich blitzschnell entzünden können; auch das Abstellen von Autos mit heißem Motor auf leicht brennbaren Grasflächen stellt ein vermeidbares Brandrisiko dar.“

Von Panikmache und Übervorsichtigkeit könne im Übrigen keine Rede sein, stellt der Brandinspektor fest, der ebenso wie seine Kollegen Jahr für Jahr bass erstaunt ist, wie leichtfertig manche Zeitgenossen jegliche Warnung in den Wind schlagen. „Jeder kann mit seinen eigenen Händen ertasten, wovon wir sprechen“, sagt Stöcker. „Der Boden ist immer noch knochentrocken. Es müsste vorneweg mal drei bis vier Wochen kräftig regnen, dass wir mal ansatzweise in Richtung Normalzustand kämen.“

Waldbrand-Alarm am 4. Juli

Umso positiver: Der bislang einzige Waldbrand-Alarm dieser Saison datiert vom 4. Juli, der Einsatz war im Prinzip ein Klacks. An der Mitteldicker Allee brannte ein Baumstamm nebst umliegendem Boden, mehr nicht. Für Stöcker ein Paradebeispiel, wie bestmögliche Vorbereitung und frühzeitige Alarmierung ineinandergreifen. Gerade bei Letzterem könne jedem Bürger eine entscheidende Rolle zukommen. „Wenn wir die sogenannten Entstehungsbrände in den Griff kriegen, ist viel gewonnen“, erläutert Stöcker. Er ermuntert Spaziergänger wie Autofahrer, etwaige Rauchsäulen im Freien zu melden. „Wir fahren lieber einmal zu viel raus als beim entscheidenden Mal zu spät.“

Für den Fall der Fälle sieht der Stadtbrandinspektor seine Männer und Frauen gut gewappnet: „Wir arbeiten eng mit der Forstverwaltung und dem städtischen Fachdienst für Öffentliche Sicherheit und Ordnung zusammen und Spezialausrüstung erleichtert uns bei Waldbränden den Job.“ So sei es wichtig, leichtere Schläuche mit großem Durchmesser einzusetzen, damit man unwegsame und abgelegene Bereiche schnell und sicher erreiche.

Was tun wenn der Wald brennt? Genau Angaben helfen

„Außerdem tragen die Männer und Frauen leichtere Schutzkleidung und sogenannte Waldbrandhelme. Die belasten ihre Träger bei warmen Temperaturen nicht so stark und sind trotzdem sicher.“ Die Einsatztaktik – Alarm- und Ausrückordnung, Führungsorganisation und allgemeine Standards für die Einsatzszenarien – ist per Dienstanweisungen festgelegt und wird regelmäßig trainiert.

Frank Stöckers finaler Hinweis: „Steht der Wald tatsächlich mal in Flammen, gilt es beim Notruf über die Telefonnummer 112 möglichst genaue geografische Angaben zu machen. Man kann auch selbst in der Nähe bleiben, um die Einsatzkräfte einzuweisen, aber bitte immer, ohne Gefahr für sich selbst einzugehen.“

VON HOLGER BORCHARD

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