72 000 Quadratmeter Waldsee sind Kulisse für Kapitel eins des Ironman-Spektakels am 30. Juni. Die Zuschauer haben wie üblich jederzeit den perfekten Überblick.
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72.000 Quadratmeter Waldsee sind Kulisse für Kapitel eins des Ironman-Spektakels am 30. Juni. Die Zuschauer haben wie üblich jederzeit den perfekten Überblick.

Dreikampf der Weltmeister

Ironman-EM: Zum 18. Mal fällt der Startschuss am Waldsee Langen

Und wieder pilgern die Triathleten und Tausende Anhänger nach Langen. Am Sonntag, 30. Juni, ist Ironman-Europameisterschaft – zum 18. Mal fällt der Startschuss am Waldsee.

Langen – Schwimmen, Fahrrad fahren und laufen bis zum Umfallen: Der Mainova Ironman European Championship Frankfurt wird für rund 3 000 „eiserne“ Spitzenathleten und Amateursportler wieder zum Härtetest – und für das Publikum zum Spektakel. Den ersten Rekord melden die Macher mit Blick auf die Herkunftsländer der Teilnehmer: „Wir haben Starter aus 81 Nationen“, meldet Renndirektor Pascal Morillon. Auch mit der Wettervorhersage für den „längsten Tag“ kann der Franzose, der seit der Premiere vor 18 Jahren die organisatorischen Strippen zieht, dienen: „Es wird sehr heiß mit Temperaturen um die und jenseits der 35 Grad.“

Durch die deutsche Brille betrachtet rekordverdächtig ist freilich, wer da am Waldsee ins Wasser steigt: Mit den drei Weltmeistern Jan Frodeno (2015 und 2016), Patrick Lange (2017 und 2018) und Sebastian Kienle (2014) ist jenes Trio am Start, das aktuell national wie international das Maß der Dinge im Triathlonsport ist. Einen solchen Dreikampf der Superlative gibt’s nicht alle Tage hautnah zu sehen – das sollte jedem Zuschauer allemal Motivation sein, um früh aus den Federn zu steigen …

Ironman-EM in Langen: Startschuss um 6.25 Uhr

Früh aufstehen müssen die Aktiven und ihre Begleiter allemal. „Wir haben die Starts noch mal fünf Minuten vorverlegt“, erzählt Morillon. So fällt der Startschuss der Profi-Herren um 6.25 Uhr, jener der Profi-Damen um 6.30 Uhr. Leider muss die hoch eingeschätzte Lokalmatadorin Anne Haug verletzungsbedingt passen, dafür ist unter anderem die Darmstädterin Daniela Bleymehl am Start, die schon den Ironman Hamburg und die „Challenge“ im fränkischen Roth für sich entschied und derzeit Zweite der deutschen Bestenliste ist. Ab 6.40 Uhr folgen die sogenannten Altersklasse-Athleten, die zeitlich versetzt auf die mit Bojen gekennzeichnete Schwimmstrecke losgelassen werden. Nach 3,8 Kilometern im Wasser, 180 Kilometern Radfahren und dem abschließenden Marathonlauf wird die Spitze der Top-Athleten ab 14 Uhr im Ziel auf dem Frankfurter Römerberg erwartet.

Weltmeister dürfen sich Christoph Oldenburg, Rüdiger Bobsin und Stefan Schubert (von links) nicht nennen, aber Waldseehaie. Das Trio quält sich am 30. Juni im Namen der BaHaMa-GmbH.

Die Langener Bäder- und Hallenmanagement GmbH (BaHaMa) schickt mit den Waldseehaien wieder ihr eigenes Team auf die Strecke. Aus allerlei Gründen von Verletzungspech bis Jahreswettkampfplanung ist es allerdings heuer auf ein Trio geschrumpft. Angeführt wird es von den Ironman-„Veteranen“ Christoph Oldenburg und Rüdiger Bobsin, der Erstgenannte zum neunten Mal, sein Teamkollege zum achten Mal am Start. „Frodeno und Co. zu schlagen wird schwierig, aber die dürfen ja auch vor uns starten“, sind sich beide augenzwinkernd mit Hai Nummer drei, Stefan Schubert, einig. Jener startet zum fünften Mal.

Rüdiger Bobsin hat die Ironman-Leidenschaft vor einem Jahrzehnt gepackt. 2010 startete der Langener erstmals am Waldsee und war seither mit Ausnahme von 2015 (Hüft-OP) ständiges Mitglied im Hai-Team. Der Egelsbacher Christoph Oldenburg kämpft seit 2011 beim Ironman Frankfurt gegen die Zeit. Die Leidenschaft für den Dreikampf entdeckte der 54-Jährige durch ein Vater-Sohn-Duell beim Mühlchen-Triathlon in Darmstadt-Arheilgen, bei dem er seinen damals 15-jährigen Sohn hinter sich ließ. Stefan Schubert, der seit sechs Jahren als Waldseehai schwimmt, radelt und läuft, geht zwar nicht davon aus, dass er diesmal einen der 80 Qualifikationsplätze für den Wettkampf der Ironman-Wettkämpfe auf Hawaii ergattert, aber: „Mein Ziel ist ja auch, später in der Altersklasse Ü 80 richtig anzugreifen.“

Strandbad Langen ab etwa 12 Uhr wieder geöffnet

In der Wechselzone, wo die Rennräder geparkt sind, erwarten die Veranstalter die ersten Schwimmer gegen 7.15 Uhr. Für alle, die nach 9.30 Uhr noch im Wasser sind, ist das Rennen zu Ende. Für Badegäste ist das Strandbad ab etwa 12 Uhr wieder geöffnet. Vorher ist der Eintritt kostenfrei, das Baden allerdings verboten.

Erster Stadtrat Stefan Löbig, der diesmal den symbolischen Startschuss geben wird, sieht in dem wiederkehrenden Spektakel eine gewaltige Chance für Langen. „Der Ironman ist ein Weltklasse-Event mit Spitzensportlern und tausenden Zuschauern – die internationale Triathlon-Szene kennt Langen.“ Ein großes ehrenamtliches Helferteam ist am Rennsonntag rund um den See im Einsatz. Die Wasseraufsicht übernehmen DRK-Wasserwacht und DLRG; das Langener Rote Kreuz steht als Notfallhelfer parat.

VON HOLGER BORCHARD

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