Haus der Ordensschwestern feiert Jubiläum

Frankfurt (pm). Mit einer internen Festveranstaltung und einem Tag der offenen Tür von 13 bis 16 Uhr feiert das Sankt Katharinen-Krankenhaus am heutigen Dienstag sein 50-jähriges Bestehen. Feierlicher Höhepunkt um 16 Uhr ist das Hochamt mit Bischof Tebartz-van Elst in der Krankenhaus-Kapelle.

Frankfurt (pm). Mit einer internen Festveranstaltung und einem Tag der offenen Tür von 13 bis 16 Uhr feiert das Sankt Katharinen-Krankenhaus am heutigen Dienstag sein 50-jähriges Bestehen. Feierlicher Höhepunkt um 16 Uhr ist das Hochamt mit Bischof Tebartz-van Elst in der Krankenhaus-Kapelle.

Am 30. Mai 1960 wurde das Sankt Katharinen-Krankenhaus nach einer zweijährigen Bauzeit eröffnet, in einer Zeit der Bettennot schloss es damals eine Versorgungslücke. Das ist vor allem der Initiative und Schaffenskraft der Katharinenschwestern zu verdanken. Ihre Krankenpflege und soziale Begleitung - auch der Mitarbeiter - sorgte von Anbeginn für die besondere Atmosphäre des Hauses. Darüber hinaus waren es einzelne herausragende Persönlichkeiten, die das Haus wesentlich geprägt, Spezialisten ihres Fachs, die den guten Ruf und die Erfolgsgeschichte begründet haben.

356 Betten, 650 Mitarbeiter

Heute ist das Krankenhaus ein modernes leistungsfähiges Akut-Krankenhaus mit 356 Betten und rund 650 Mitarbeitern, die jährlich rund 11 800 stationäre Patienten versorgen. Das Leistungsspektrum umfasst acht Fachrichtungen.

Dank eines kontinuierlichen Erneuerungsprozesses über die Jahre ist das Krankenhaus nach eigenen Angaben räumlich, materiell und personell gut aufgestellt - den Qualitätsanspruch belege die doppelte Zertifizierung nach KTQ und »ProCumCert«. Sankt Katharinen steht auf dem Fundament einer 50-jährigen, christlich geprägten Tradition, auf dem sich heute modernste Medizin mit ihren zahlreichen Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie vielfältig und hochspezialisiert entfalten kann. Fachkompetenz, Fürsorge, Menschlichkeit und Verlässlichkeit stabilisieren das Fundament, auf dem Patienten rundum versorgt werden können: medizinisch, therapeutisch, pflegerisch, seelsorgerisch. Seit 2009 ist Sankt Katharinen Akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität. Klare Ausrichtung, weitsichtige Entscheidungen, dynamische medizinische Entwicklungen verbunden mit der Innovationskraft der Ärzte und dem Engagement der Mitarbeiter seien die Ressourcen, die das Sankt Katharinen-Krankenhaus in die Zukunft führen sollen.

Rückblick auf die Wurzeln

Die Krankenpflege der Katharinenschwestern steht in einer mehr als 400 Jahre alten Tradition. Früher im Ermland/Ostpreußen tätig, wurden sie in den Kriegsjahren aus dem Osten vertrieben. Im Oktober 1945 übernahmen die Katharinenschwestern im Barackenlazarett Bad Rothenfelde, das 1944 als Ausweichkrankenhaus gebaut worden war, die Pflege von Verletzten, Flüchtlingen, ehemaligen Zwangsarbeitern und Kranken aus den ausgebombten Städten der Region und bauten es zu einem »normalen« Waldkrankenhaus mit 450 Betten aus. Später hatte es als Akut-Krankenhaus in dieser Lage allerdings keine Zukunft. In einer Zeit der Not und Hilfsbereitschaft war hier aber eine Gemeinschaft von Ärzten, Mitarbeitern und Ordensschwestern zusammengewachsen. Die Provinzleitung der Kongregation suchte nach einem neuen Wirkungskreis, den sie - ob der akut herrschenden Bettennot - in Frankfurt fanden. Stadtpfarrer Prälat Eckert knüpfte die ersten Kontakte, im weiteren Verlauf unterstützte Stadtkämmerer Dr. Klingler das Projekt, ein Großkrankenhaus im Nordosten der Stadt zu errichten. Sein legendärer Satz »Schwestern, Sie brauchen nichts als ein bissel Mut zu diesem Schritt« bahnte den Weg: 1958 wurde der Grundstein für den Bau gelegt, die Stadt sorgte in jeder Hinsicht für »Rückenwind«.

Zügig entstand ein hochmoderner Gebäudekomplex mit Krankenhaus, Konvent, Kapelle und Wohnheim.

1960 Umzug von Bad Rothenfelde

1960 zogen 80 Ordensschwestern und 120 Mitarbeiter von Bad Rothenfelde geschlossen in die neuen Räumlichkeiten nach Frankfurt, eine bis heute ungewöhnliche Weise, ein neues Krankenhaus personell mit einem langjährig eingespielten Team zu besetzen. Innerhalb weniger Tage waren alle 470 Betten belegt. Ordensschwestern, Schwestern, Ärzte, Krankenhausseelsorger und alle Mitarbeiter bemühten sich mit großem Engagement, die Patienten ganzheitlich zu betreuen und ihnen ein Gefühl der Geborgenheit zu schenken. Die Krankenpflegeschule aus Bad Rothenfelde wurde mit 60 Plätzen in Frankfurt weiter geführt, eine Fachschule für Diätassistentinnen mit 20 Plätzen angegliedert.

Am 22. Juli 1967 wurde die erste Mitarbeiter-Vertretung gewählt, im selben Jahr die Notfallaufnahme erweitert. Die medizinische Entwicklung erforderte eine Intensivstation, 1969 die erste größere Baumaßnahme, der im Laufe der Jahre weitere folgen. »1985 feiern wir in Freude und Dankbarkeit das 25-jährige Bestehen des Hauses und spüren im Herzen, dass uns Frankfurt zur Heimat geworden ist und wir an den neuen Ufern tiefe Wurzeln geschlagen haben«, schreibt Schwester M. Leonis Sobisch, Krankenhausoberin 1966-1971.

Seit 1997 Strukturveränderungen

Im Zuge struktureller Veränderungen in der Bevölkerung und aktuellen Erfordernissen der Zeit hat sich das Sankt Katharinen-Krankenhaus im vergangenen Jahrzehnt neu ausgerichtet. 1997 wurde die Urologie von einer Beleg- zur Hauptabteilung. Aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen und einem notwendig gewordenen Bettenabbau in den meisten Kliniken musste die Gynäkologische Abteilung und Geburtshilfe geschlossen werden. Im Rahmen der konzeptionellen Erweiterung haben sich die Neurochirurgische Praxis Dr. Leheta, die radiologische Gemeinschaftspraxis MRT und das Cardiovaskuläre Centrum von Prof. Dr. Horst Sievert an Sankt Katharinen niedergelassen.

Mit dem großen Erweiterungsbau eines modernen OP- und Funktionstraktes konnten 2004 erhebliche medizinische und organisatorische Optimierungen realisiert werden. Das baufällig gewordene Infektionshaus konnte an derselben Stelle neu errichtet und ebenfalls 2004 eingeweiht werden. Auch die Gastroenterologie und interventionelle Endoskopie wurden ausgebaut, ebenso die Chirurgie. Zur besseren Versorgung einer immer älter werdenden Gesellschaft wurde 2005 die Geriatrische Reha des Hufeland-Hauses als Akut-Geriatrie ins Krankenhaus integriert, 2008 konnte die Geriatrische Tagesklinik wiedereröffnet werden. Auch die Radiologie wurde ausgebaut, 2007 konnte ein neuer hochleistungsfähiger Computertomograph installiert werden. Um die Versorgung von Schlaganfall-Patienten weiter zu verbessern wurde 2008 eine moderne Stroke Unit etabliert. 2009 ergänzte hochmoderne Medizin-Technik wie Redlight-Laser und Elastographie-Diagnostik die Voraussetzungen für das neue Prostatakompetenz-Zentrum.

Vieles davon ist am heutigen Tag der offenen Tür zu sehen. Neben der Ausstellung »Früher und Heute« im Kapellen-Vorraum und Foyer präsentieren sich auf sieben Etagen alle Abteilungen des Hauses.

Die Katharinenschwestern

Die Katharinenschwestern sind eine internationale religiöse Gemeinschaft katholischer Frauen. Den Anfang machte Regina Protmann (1552-1613) in Braunsberg/Ostpreußen. Sie wollte Gottes Liebe weitergeben. Das Neue in ihrer Zeit war, dass sie nicht in der Abgeschiedenheit des Klosters blieb, sondern zu den Menschen ging, um ihnen in ihrer Not nahe zu sein: sie kümmerte sich um Bedürftige, Kranke, verwahrloste Kinder. Protmann wählte die Heilige Katharina von Alexandrien als Patronin für ihre Gemeinschaft. 1583 schrieb sie die Lebensregeln und gab den Katharinenschwestern damit Fundament und soziale Ausrichtung. Protmann starb am 18. Januar 1613. Die Kirche ehrte sie durch ihre Seligsprechung am 13. Juni 1999. Die Schwestern wirken in Deutschland, Italien, Litauen, Polen, Russland, Weißrussland, Brasilien, auf den Philippinen und in drei Ländern Afrikas.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare