Gleiche Vorwahl, selbes Servicecenter

Frankfurt (pia). Seit diesem Frühjahr bietet die Nummer "115" in einigen deutschen Städten einen direkten telefonischen Draht in die öffentliche Verwaltung.

Frankfurt (pia). Seit diesem Frühjahr bietet die Nummer "115" in einigen deutschen Städten einen direkten telefonischen Draht in die öffentliche Verwaltung. Aus gutem Grund war zu diesem Zeitpunkt Frankfurt noch nicht mit dabei: Während alle "115-Startkommunen" bereits über eigene Servicecenter verfügten, musste dieses in Frankfurt noch aufgebaut werden. Der Startschuss in Sachen "115" fällt deshalb in der Mainmetropole wahrscheinlich im März 2010.

Ein wichtiger Umstand bei der Vorbereitung auf die "115" ist, dass die Vorwahl "069" von den Städten Frankfurt und Offenbach gleichermaßen genutzt wird. Was lag da näher, als den modernen Telefonservice auch über Stadtgrenzen hinaus anzubieten? Mit der bereits erfolgten Unterzeichnung des "letter of intent", der gemeinsamen Kooperationsvereinbarung der hessischen Nachbarstädte, setzen Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth gemeinsam mit Personaldezernent Markus Frank und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider neue Maßstäbe in Sachen regionaler Zusammenarbeit der öffentlichen Hand.

Offenbach bringt Fachinfos ein

Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider freut sich über diese Kooperation. "Der Leitgedanke zum Projekt D115 ist schließlich, dass die öffentliche Verwaltung bundesweit unter einer einzigen Telefonnummer kompetente Auskünfte über ihre Leistungen gibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich nun um Aufgaben von Stadt, Land und Kommune handelt, und die 115-Städte sind in Sachen Wissen untereinander bundesweit vernetzt. Da war es einfach naheliegend und nicht zuletzt eine wirtschaftliche Lösung für beide Städte, dass das Frankfurter Servicecenter seine modernen Dienste auch für die andere Mainseite anbietet", beschreibt Schneider die Motive für diese nur auf den ersten Blick überraschende Zusammenarbeit. Die Stadt Offenbach bringt in die Kooperation nicht nur die notwendigen Fachinfos ihrer Stadtverwaltung ein, sondern beteiligt sich anteilig an den Betriebskosten.

Nicht nur deshalb zeigt sich Frankfurts Personaldezernent Markus Frank begeistert über den gemeinsamen Telefonservice. "Die Bürgerinnen und Bürger von Frankfurt und Offenbach wollen von ihrer Verwaltung Antworten auf dieselben Fragen, die das gemeinsame 115-Wissensmanagement den Servicecenter-Mitarbeitern tagesaktuell zur Verfügung stellen wird. Deshalb waren sowohl ich als auch unsere Oberbürgermeisterin Petra Roth, die den ›letter of intent‹ ebenfalls unterzeichnet hat, von dem gemeinsamen Service sofort überzeugt. Und so freut es mich um so mehr, dass wir in der jüngst von der Fachzeitschrift ›CallCenterProfi‹ als ›Best Practice Call Center‹ bezeichneten Institution unseren Service auch für unsere Offenbacher Nachbarn anbieten können", sagt Frank nicht ohne Stolz über das Frankfurter Servicecenter. "Zudem handele es sich bei der Kooperation der beiden Nachbarstädte um ein erstes, sehr markantes Beispiel in der Region Frankfurt/Rhein-Main auf dem Sektor der verwaltungsmäßigen Kooperation von Kommunen, die richtungsweisend sei und eine gute Grundlage für weitere regionale Projekte biete, so Frank.

Telefonzentrale zu 95 Prozent erreichbar

Seit dem 5. Oktober hat die zum Bürgeramt gehörende Telefonzentrale ihr Domizil in den nach neuesten ergonomischen Aspekten ausgestatteten Räumen in der Kleyerstraße 86 im Gallus bezogen, in dem sich auch das Ordnungsamt befindet. "Uns war es sehr wichtig, mit modernen Arbeitsplätzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für eine gute Arbeitsatmosphäre zu sorgen. Dabei wurde von den Bauplanern ein optimaler Zusammenklang von hoch schallabsorbierendem Teppich, Stellwänden und Akustik-Deckensegeln mit einer effektiven Luftbefeuchtung und funktional gestalteten Arbeitsplätzen realisiert, der bei allem wirtschaftlichen Denken auch optisch nicht zu wünschen übrig lässt", meinte Stadtrat Frank bei der Besichtigung des Servicecenters. Im ersten Betriebsmonat der Telefonzentrale, die noch nicht auf die Nummer 115 hört, wurden vom Servicecenter bereits knapp 20 000 Gespräche vermittelt. Die Quote der telefonischen Erreichbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger lag stabil über 95 Prozent, trotz der ständig - parallel zum Betrieb der Telefonzentrale - stattfindenden Schulungsmaßnahmen. Dennoch gibt es sowohl in Sachen Technik als auch Schulung bis zum offiziellen Start der "115" in Frankfurt und Offenbach Anfang März 2010 noch einiges zu tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare