"Für Identität der Stadt von großer Bedeutung"

Frankfurt (lhe). Der Name von Hilmar Hoffmann ist untrennbar mit dem Frankfurter Museumsufer verbunden - einem Markenzeichen der Stadt.

Frankfurt (lhe). Der Name von Hilmar Hoffmann ist untrennbar mit dem Frankfurter Museumsufer verbunden - einem Markenzeichen der Stadt. In den 1980er-Jahren hat Hoffmann, zwei Jahrzehnte lang Kulturdezernent der Stadt, den Bau von rund zehn Museen mitangeschoben. Jetzt hat der inzwischen 84-Jährige ein Buch über die 22 alten und neuen Museen am Main vorgelegt. Kultur und Museen seien für die Identität einer Stadt von großer Bedeutung, sagte Hoffmann am Mittwoch bei der Präsentation des Bandes.

In der Tat waren es Frankfurter Bürger, die im 19. Jahrhundert bundesweit zu den ersten Gründern von Museen (Senckenberg, Städel) zählten. Dass Frankfurt in den 1980er-Jahren beim Museumsboom bundesweit zum Trendsetter wurde, ist aber Hoffmann zu verdanken. Und es war auch das Verdienst des damaligen CDU-Oberbürgermeisters Walter Wallmann, der sich über Parteigrenzen hinweg mit dem SPD-Politiker Hoffmann prächtig verstand. So wurden am südlichen Ufer des Mains alte Villen zurückgekauft oder umgebaut, um zum Beispiel das Deutsche Filmmuseum oder das Deutsche Architekturmuseum anzusiedeln.

Direktoren kommen zu Wort

Weltbekannte Architekten - wie der US-Amerikaner Richard Meier - wurden für Neubauten wie beim Museum für Angewandte Kunst gewonnen. Der Band stellt auf fast 400 Seiten die einzelnen Häuser ausführlich vor und lässt deren Direktoren auch selbst zu Wort kommen. Schon längst erstreckt sich das Museumsufer auch auf den nördlichen Main bis hin zum nahen Römerberg, wo die Kunsthalle Schirn oder das Historische Museum stehen.

Hoffmann habe ein wichtiges "Nachschlagewerk" geschaffen, lobte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth den Autor am Mittwoch. Dieser lässt es sich auch in seinem neuen Band nicht nehmen, Vorschläge für die Fortentwicklung des Museumsufers zu machen. Vordringlich hält er vor allem ein Ausstellungszentrum, das allen Frankfurter Museen für große Präsentationen zur Verfügung stehen müsste, wie er sagte. OB Roth zeigte sich nicht generell abgeneigt, hält aber Hoffmanns Idee eher etwas für "morgen".

Ansonsten wird aber rund 25 Jahre nach Gründung des "Museumsufers" dort so viel gebaut wie schon seit Jahren nicht mehr. Das Städel wird für rund 30 Millionen Euro erweitert. Das Filmmuseum ist derzeit geschlossen und soll nach einer 13 Millionen Euro teuren Sanierung im Frühjahr kommenden Jahres wieder öffnen. Für das "Museum der Weltkulturen" ist ein Neubau im Gespräch. Auf den arbeitsbesessenen Hoffmann dürfte damit bald eine Überarbeitung seines Buches zukommen. Thomas Maier, dpa

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