Frühblüher sprießen »hibb- und dribbdebach«

Frankfurt (pm). Trotz des langen und harten Winters kommen nun mit atemberaubender Geschwindigkeit Pflanzen zur Blüte: Es sind die so genannten Frühblüher, die vor allem im Unterwuchs der noch blattlosen Wälder wachsen. Sie haben sich daran angepasst, ihren Lebenszyklus früh im Jahr zu vollenden, bevor die Laubbäume ihr beschattendes Blätterdach geschlossen haben.

Frankfurt (pm). Trotz des langen und harten Winters kommen nun mit atemberaubender Geschwindigkeit Pflanzen zur Blüte: Es sind die so genannten Frühblüher, die vor allem im Unterwuchs der noch blattlosen Wälder wachsen. Sie haben sich daran angepasst, ihren Lebenszyklus früh im Jahr zu vollenden, bevor die Laubbäume ihr beschattendes Blätterdach geschlossen haben. Damit sie schon so früh im Jahr wachsen und Blüten ausbilden können, sobald es die Temperatur erlaubt, haben sie im Vorjahr Energiespeicher in unterirdischen Organen angelegt, wie etwa in Zwiebeln oder Knollen.

In Frankfurt können sich die Menschen jetzt an Buschwindröschen, Lerchensporn, Bärlauch, Scharbockskraut und vielen anderen Arten erfreuen. Doch wo sind die Arten zu finden und wie kann man sie unterscheiden? Was steckt hinter den zum Teil ungewöhnlichen Pflanzennamen?

Informationen dazu liefert seit einigen Monaten ein Internetangebot, das von der Abteilung Botanik am Forschungsinstitut Senckenberg erarbeitet und vom Umweltamt der Stadt finanziert wurde. Unter gibt es bereits Steckbriefe zu über 400 Pflanzenarten, die im Stadtgebiet wachsen, darunter auch die Frühblüher. In diesen bebilderten Steckbriefen, die man sich auch herunterladen und ausdrucken kann, werden die einzelnen Arten kurz vorgestellt. Man erfährt darin beispielsweise, dass die Schlüsselblume eine besonders geschützte Art ist und auch, dass die Attraktive Küchenschelle in den 1980er-Jahren aus der Stadt verschwunden ist. Besonders interessant sind die Angaben darüber, wo die Arten in der Stadt zu finden sind, etwa dass der Hohle Lerchensporn nur »hibbdebach« (also auf der nördlichen Mainseite) vorkommt, während der ähnliche Gefingerte Lerchensporn fast nur »dribbdebach« (also südlich des Mains) wächst.

Die Informationen werden durch Verbreitungskarten ergänzt. Die Daten dazu stammen aus den Archiven von Senckenberg. Diese reichen etwa 300 Jahre zurück und werden jetzt für dieses Internetangebot ausgewertet. Im gesamten Zeitraum wurden über 1700 Pflanzenarten wildwachsend im Stadtgebiet dokumentiert. Heute kommen davon noch etwa 1340 Arten vor. Im Laufe der nächsten Jahre sollen alle aus Frankfurt nachgewiesenen Arten auf der Webseite vorgestellt werden.

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