Fröhlich gelaunt durch die Innenstadt defiliert

Frankfurt (cf). Pünktlich zum sechs Kilometer langen Fastnachtszug durch die Innenstadt lachte Gott Jokus mit der Sonne um die Wette vom strahlend blauen Himmel.

Mit ihrem Motto "Auch dieses Jahr ist drauf Verlass, Frankfurts Fassenacht macht Spaß!" hatten die Narren den richtigen Riecher gehabt. Zum Spaß "uff de Gass" trafen sich fröhlich schunkelnd, laut singend und unermüdlich "Frankfurt helau!" rufend rund 450 000 Bürger aus der Mainmetropole und dem Umland. Zuschauer und rund 6550 aktive Narren aus 96 Vereinen und Verbänden verwandelten mit Temperament und Fantasie die Stadt in eine echte Karnevalshochburg.

Am Narrenzug durch die City nahmen 44 Garden sowie 32 Kapellen und Spielmannszüge teil. Mit Spannung wurden die 53 Motiv-, Witz- und Komiteewagen erwartet, die mit ihren Themen die Faschingsfreunde am Straßenrand zum Lachen und zum Nachdenken bringen sollten. Mit dabei waren 77 Schwellköpfe, Fahnen- und Symbolträger sowie 55 brave Rösser. Auf Ehrenwagen kutschierten sechs närrische Hoheiten, begleitet von der Prinzen- und Prinzess-Garde der "Heddemer Käwwern" durch die Straßen: das Prinzenpaar Prinz Olli I. und Prinzessin Stephie I. auf einem "Dino-Wagen", das Kinderprinzenpaar, Paulina I. und Julian I. vom "1. Frankfurter Theater- und Karnevalclub 1898", und das Offenbacher Prinzenpaar Prinzessin Tanja II. und Prinz Thomas II. von Lederanien vom OKV.

Auf das närrische Volk regneten ohne Unterlass Knolle, Bälle, Popcorn und Konfetti nieder. Viele der Zuschauer hatten sich der fünften Jahreszeit entsprechend in Schale geworfen. Da tanzten Whisky selige Schotten mit närrischen Hexen um die Wette, verspätete "Weihnachtsbäume" und Nikoläuse gaben sich am Straßenrand ebenso ein Stelldichein wie junge Knochenmänner oder bunte Clowns.

Stadtschlüssel ausgehändigt

Einen Tag vor dem großen Umzug am Sonntag hatten die Garden den Goldenen Stadtschlüssel und damit das Regiment im Römer bis Aschermittwoch übernommen. Gefeiert wurde die Regentschaft der Narren mit Beine schwingenden und Pyramide bauenden "Gardeböbbcher", fröhlich winkenden "Knuts", "Obelixen" oder "Biene Majas", Reiterstaffeln der Polizei und vom "1. Frankfurter Reitercorps der 13er-Husaren" zahlreichen Musikkorps und Spielmannszügen.

Trotz aller Feierlaune vergaßen die Narren nicht, ein kritisches Auge auf Politik und Gesellschaft zu werfen. Oberbürgermeisterin Petra Roth wurde als "Raucherin vor dem Römer" angeprangert, Gabriele Pauli als Domina und an die "Streikhansel's" Mehdorn, Schell und Konsorten wurde ein Fassenachts-Nobelpreis-Orden für Sturheit verliehen. Gebeugt über den Griff eines Kinderwagens, der als Kinderknast gestaltet war, schaute Ministerpräsident Roland Koch aufs Volk hinunter, während seine Herausforderin Andrea Ypsilanti als Trauma über ihm schwebte. Auf die närrische Schippe genommen wurden die Rentenreform und die Benzinpreise. Ein radfahrender Schornsteinfeger warb um Zustimmung für sein "Karneval-Gelöbnis" mit der Botschaft: "Glück nicht dem Zufall und Gesundheit nicht der Politik überlassen". Neuer Zugweg führt über den Römerberg Kommunalpolitiker hatten auf einer Ehrentribüne Platz genommen. Der Rundkurs des Zuges durch die Innenstadt lief vom Nizza aus, dieses Mal auch über Römerberg und den Paulsplatz. Dort wurde der närrische Lindwurm von Udo Stalp und Axel Heilmann, Sitzungspräsident der "Eulen", vom Römerbalkon aus kommentiert.

Den Abschluss des offiziellen Treibens bildete wie immer der "En-d-ten"-Motivwagen des Großen Rates mit dem Spruch: "Vorbei sind nun Gesang und Witze, zu Ende ist ‘ne tolle Schau, Frankfurts Fassenacht war Spitze, die Narren grüßen mit helau!"

Für die Sicherheit der Aktiven, ihrer Fans und des reibungslosen Ablaufs des Fastnachtszuges sorgten viele Mitarbeiter der Polizei, der Berufsfeuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes, der VGF, der FES, von Security-Firmen und des Großen Rates der Karnevalsvereine.

Die Regie des Fastnachtszuges lag in den Händen des Narrenzepter schwingenden Zugmarschalls Lothar Kilian. Wer nach über fünf Stunden noch Kondition hatte, traf sich zum Feiern in einem der Innenstadtlokale.

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