Friedberger Landstraße wieder befahrbar

Frankfurt (pm). Nach drei Wochen und Arbeiten rund um die Uhr liegen die Gleise: Seit Montag ist die Friedberger Landstraße zwischen Glauburg-/Rohrbachstraße und Nibelungenplatz wieder frei. Der Abschnitt ist seit mittags in beiden Richtungen auf jeweils einer Spur befahrbar.

Frankfurt (pm). Nach drei Wochen und Arbeiten rund um die Uhr liegen die Gleise: Seit gestrigem Montag ist die Friedberger Landstraße zwischen Glauburg-/Rohrbachstraße und Nibelungenplatz wieder frei. Der Abschnitt ist seit mittags in beiden Richtungen auf jeweils einer Spur befahrbar. Seit dem 16. Juli hatte die Verkehrsgesellschaft (VGF) in der Kreuzung Glauburg-/Rohrbach-/Friedberger Landstraße die Gleise für die neue Straßenbahn-Linie 18 verlegt, die von Ende 2011 an die Innenstadt via Friedberger Warte mit dem Neubaugebiet Frankfurter Bogen verbinden soll. Der kurze, aber wichtige Straßenabschnitt war in den vergangenen drei Wochen für Tram-, Bus- und Autoverkehr komplett gesperrt, Häuser und Geschäfte waren nur über die Fußgängerwege erreichbar.

"Natürlich war uns bewusst, welche Belastung das ist", sagte Verkehrsdezernent Lutz Sikorski. Um sie so kurz wie möglich zu halten, habe man sich auch für die ganz besonders die Anwohner belastende Nachtarbeit entschieden. "Da 24 Stunden am Tag gearbeitet wurde, konnten wir diese heiße Phase auf drei Wochen in den verkehrsärmeren Sommerferien beschränken", so Sikorski.

VGF-Geschäftsführer Michael Budig ergänzte: "Ohne Nachtarbeit hätten wir zwei- oder dreimal so lange gebraucht. Zwar wäre die Nachtruhe der Anwohner gewahrt geblieben, aber die wichtige Straße wäre bis zu zwei Monaten voll gesperrt gewesen." Bei allen bekannten und bedauerlichen Nachteilen erschien uns das als das kleinere Übel", so Budig.

Unter großem Zeitdruck

Sikorski ist mit dem Ablauf der Arbeiten zufrieden: "Die Baufirmen haben den von uns und der VGF ganz bewusst eng gesteckten Zeitrahmen eingehalten und sind pünktlich fertig geworden." Und das, obwohl das Erdreich, wie so oft bei solchen Bauarbeiten, eine unangenehme Überraschung bereithielt: "Der nachgiebige Boden hätte die Gleise nicht getragen, sodass wir mehr Erde ausheben und ersetzen mussten als geplant", so Budig. Trotzdem sei die knappe Drei-Wochen-Frist für die Vollsperrung nicht überschritten worden, lobte er die Ausführenden.

"Erdreich hielt Überraschung bereit"

Mehrere tausend Tonnen Erdreich wurden schließlich bewegt, die Kreuzung Glauburg-/Rohrbach-/Friedberger Landstraße und angrenzende Straßenteile auf eine Tiefe von zunächst 90 Zentimeter geöffnet. Der Lehmboden, der dabei freigelegt wurde, wäre mit seiner kaugummiartigen Konsistenz als Unterlage für die Straßenbahngleise nicht geeignet gewesen - ein Problem, das auch mit Probebohrungen nicht endgültig vorhersehbar war. Deshalb wurde das Baufeld weitere 20 Zentimeter ausgebaggert und so nochmals 400 Tonnen Erdreich abgetragen. Danach wurde eine nicht geplante und zusätzliche Beton-Tragschicht unter die gesamte Kreuzung gelegt. Es folgte der Einbau unter anderem der Unterschottermatten, die Lärm und Vibration verringern sollen, und der eigentlichen Tragplatte, ebenfalls aus Beton, auf die schließlich die Gleise verlegt und verschweißt wurden. Nachdem die Räume zwischen den Schienen verfüllt wurden, konnten drei Schichten Asphalt aufgetragen werden.

Entstanden ist an dem neuralgischen Verkehrsknoten ein Gleiskreuz, das sowohl den Betrieb der Linie 12 in seiner bisherigen Form als auch die Passage der künftigen Linie 18 Richtung Norden ermöglicht. Außerdem wurde der Abzweig Friedberger Landstraße - Glauburgstraße erneuert und der Abzweig Rohrbachstraße - Friedberger Landstraße in nördlicher Richtung neu gebaut. "Dass sämtliche Rohre, Kabel, Leitungen neu verlegt wurden, versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, ist aber nicht immer allen bewusst", erinnert Verkehrsdezernent Sikorki.

Arbeiten gehen weiter

Beendet ist die Erneuerung des 70 Meter langen Gleisstücks in der Rohrbachstraße. Die Unterhaltungsarbeiten waren zeitlich in die Vollsperrung integriert, die VGF wollte die Arbeiten an der Linie 18 nutzen, um nicht kurz nach deren Abschluss die Linie 12 erneut zu unterbrechen. Dazu Budig: "Wir haben die Arbeiten auf der Kreuzung und die Unterbrechung unserer ›12‹ hierfür genutzt, weil es keinen Sinn gehabt hätte, einige Wochen später die Linie erneut zu sperren und die Straße aufzubrechen.

" Solche Arbeiten seien unvermeidlich, wenn die VGF ihr Schienennetz instand halten solle, wie es die Fahrgäste von ihr erwarten dürfen, so der VGF-Geschäftsführer weiter.

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten indes noch nicht. Zwar rollt der Autoverkehr wieder, und auch die Busse werden vom heutigen Dienstag an wieder fahren, die Straßenbahn-Linie 12 ist aber noch bis 12. August unterbrochen, da die VGF bis dahin die neue Oberleitung im Kreuzungs-Bereich regulieren muss.

Auch auf den anderen Bauabschnitten geht es weiter: Die Gleise über den Nibelungenplatz werden im Herbst gelegt, der Verkehr kann dabei ohne Sperrung weiter fließen. Von Herbst an wird auch der jetzt noch gesperrte Abschnitt wieder vierspurig befahrbar sein.

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