Der „Clubkeller Frankfurt“ im Stadtteil Sachsenhausen schließt. (Symbolbild)
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Der „Clubkeller Frankfurt“ im Stadtteil Sachsenhausen schließt. (Symbolbild)

Corona-Krise sorgt für Schließung

Aus für Kult-Laden in Sachsenhausen – Frankfurts Club-Szene erschüttert

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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Der „Clubkeller Frankfurt“ im Stadtteil Sachsenhausen schließt. Die Corona-Krise hat dem Inhaber zufolge den Betrieb unmöglich gemacht.

  • Die Corona-Krise trifft die Club-Szene in Frankfurt schwer
  • Mit dem „Clubkeller Frankfurt“ schließt in Sachsenhausen ein echter Kult-Laden
  • Viele Frankfurter sind entsetzt: Der Betreiber musste sein „bisheriges Lebenswerk" aufgeben

Frankfurt – Das knallrote Bild eines Virus unter dem Mikroskop, darüber der Schriftzug „Clubkiller!“: So geht am Mittwochabend (09.09.2020) die Nachricht raus, die viele Frankfurter ins Mark trifft. Der „Clubkeller Frankfurt“ im Stadtteil Sachsenhausen schließt. Die Botschaft über Facebook ist eindeutig: Sechs Monate Corona-Krise haben für den Tanz- und Nachtclub nun das Aus zur Folge. „Es ist schlicht unmöglich, während dieser Pandemie einen Club zu machen, geschweige denn eine Familie zu ernähren“, schreibt Betreiber Andreas König dazu.

Kulturbranche in Frankfurt in der Krise: „Clubkeller“ in Sachsenhausen überlebt Corona nicht

Die Veranstaltungs- und Kulturbranche ist dieser Tage in Deutschland in aller Munde. Der „Clubkeller Frankfurt“ ist längst nicht allein. Die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben unzählige Gastronomen, Schausteller oder Konzertveranstalter an den Rand des Ruins getrieben – und viele gleich hinüber gestoßen. In Frankfurt wird schon seit Monaten Alarm geschlagen: Unter anderem aus prominenten Locations wie der „Batschkapp“ oder dem „Nachtleben“*. Zuletzt musste etwa die Kult-Bar „HoRsT“ im Gallus dicht machen.

„Das enge gemeinsame Feiern, Trinken, Tanzen, zusammen Schwitzen, Kickern, dummes Zeug Labern, laut Herumschreien, Weinen, Lieben, Küssen, Vögeln, Singen, Gröhlen macht mit Abstand keinen Spaß und mit Mundschutz keinen Sinn“, fasst König die Misere zusammen. Fast 20 Jahre lang zogen Live-Musik, Drinks und dichte Atmosphäre Feiernde in die Textorstraße 26. Besonders bei Frankfurts junger, alternativer Szene war der „Clubkeller" beliebt.

Spendenkampagen kann „Clubkeller Frankfurt" nicht retten – Hilfen fehlen

Im April hatte König eine Spendenkampagne für den „Clubkeller Frankfurt" ins Leben gerufen, von der er kurz darauf noch berichten konnte, dass sie das Aus erstmal verhindert hatte. Überall sind die Unternehmer der Veranstaltungs- und Kulturbranche gezwungen, solche oft verzweifelten Rettungsversuche zu starten. Die staatlichen Hilfen reichten nicht aus, um Entlassungen und Insolvenzen abzuwenden, machten auch die rund 6500 Demonstranten klar, die am Mittwoch für die Veranstaltungswirtschaft durch Berlin zogen.

Auch „vermieterseits“ sei seinem Club „überraschenderweise keine vernünftige Perspektive mehr gegeben gewesen“, berichtet der Frankfurter Betreiber König weiter. Letztlich sei nur der Schritt geblieben, „mein bisheriges Lebenswerk zu beenden“. Online drücken dutzende Fans ihr Mitgefühl und ihre Trauer aus. „Ich weiß gar nicht, wie viele legendäre Nächte ich im Clubkeller hatte. Unvergesslich! Und unsagbar traurig!“, kommentiert etwa eine Userin auf Facebook. Eine zarte Hoffnung gibt es aber noch: „Vielleicht sehen wir uns wieder in einem neuen Clubkeller“, schreibt König. „Wenn die Clubkiller besiegt sind“. (ag/*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks)

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