Corona-Impfstoff von Astrazeneca
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Die Impfung gegen das Coronavirus mit Astrazeneca und Johnson&Johnson ruft immer wieder Thrombosen hervor. Forscher aus Frankfurt haben das Rätsel nun offenbar gelöst. (Symbolbild)

Astrazeneca und Johnson & Johnson

Forscher aus Frankfurt mit Durchbruch? Thrombose-Rätsel offenbar gelöst

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Forschern aus Frankfurt ist offenbar ein weitreichender Fund geglückt. Das Rätsel um Thrombosen nach Corona-Impfungen mit Astrazeneca und Johnson&Johnson scheint gelöst.

Frankfurt - Dieser Fund könnte im besten Fall Leben retten, mindestens aber die Unsicherheit vieler Menschen auf ein Minimum reduzieren. Forscher aus Frankfurt* haben offenbar einen großen Erfolg bei der Analyse des Vakzins von Astrazeneca gelandet. Der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharma-Konzerns gegen das Coronavirus* sorgte zuletzt immer wieder für negative Schlagzeilen und viel Unsicherheit in der Bevölkerung in Hessen, Deutschland und Europa.

Insbesondere die hohe Zahl an auftretenden Thrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca sorgte sogar für einen zwischenzeitlichen Stopp der Verimpfung von Astrazeneca gegen Corona. Einem Forscherteam der Goethe-Universität in Frankfurt um Molekularbiologe Rolf Marschalek und der Universität Ulm hat nun offenbar den Grund gefunden, warum nach der Verabreichung von Astrazeneca, aber auch Johnson & Johnson, vereinzelt Blutgerinnsel bei den Patienten auftreten.

Forscher aus Frankfurt: Nebenwirkung nach Corona-Impfung könnten vermieden werden

Wie aus einer Vorabfassung der Forscher zu ihrer Entdeckung hervorgeht, sollen dadurch künftig Nebenwirkungen nach einer Impfung mit Astrazeneca oder Johnson & Johnson vermieden werden können.

Mithilfe des Impfstoffs wird ein harmloses Erkältungsvirus als Vektor zu den Zellen im menschlichen Körper gesendet. Dabei sind Spike-Proteine enthalten, die dem Immunsystem helfen sollen, den Bauplan des Coronavirus zu erkennen und künftig zu bekämpfen.

Astrazeneca: Forscher aus Frankfurt finden Lösung beim Transport in die Zelle

Doch bei dem Transport des Vektors zu den Zellen scheint das Problem zu liegen. Wie die Forscher mitteilen, würden die Proteine direkt in den Zellkern vordringen, statt lediglich in die Zellflüssigkeit. Für eine Abschrift des genetischen Codes im Zellkern sei der Vektor aber nicht optimiert. „Genau hier liegt das Problem: Das Stück virale DNA ist nicht dafür optimiert, im Kern transkribiert zu werden“, schreiben die Forscher.

Die Blutgerinnsel entstünden laut der Hypothese der Forscher, weil sich beim Auseinandertrennen von aneinandergereihten Protein-Bausteinen im Zellkern Mutationen der Bausteine entwickeln. Laut den Forschern kann das Blutgerinnsel hervorrufen, weil die Mutanten nicht an die Zellmembran andocken können und deshalb aus der Zelle in den Körper ausgeschieden werden.

Corona-Impfung: Forscher aus Frankfurt helfen bei Astrazeneca und Johnson & Johnson

Nach derzeitigen Erkenntnissen ist das Team um die Wissenschaftler aus Frankfurt zuversichtlich, die Nebenwirkungen künftig ausschließen zu können. „Mit den Daten, die wir in unseren Händen haben, können wir Unternehmen sagen, wie sie diese Sequenzen mutieren können, indem sie das Spike-Protein so codieren, dass unbeabsichtigte Spleißreaktionen vermieden werden“, sagte Marschalek der Financial Times.

Das Risiko von Thrombosen nach einer Impfung gegen das Coronavirus mit Astrazeneca oder Johnson & Johnson liegt derzeit bei 1:100.000. In Europa sind bereits rund 16 Millionen Menschen mit Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft. In Hessen* wird Astrazeneca überwiegend in Hausarztpraxen und von Betriebsärzten verimpft. (Erik Scharf) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Derzeit gelten in Hessen für Geimpfte und Genesene bestimmte Regeln.

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