Etwa 222 Hektar Stadtwald werden besprüht

Frankfurt (pia). In der kommenden Woche wird ein Hubschrauber etwa 222 Hektar Stadtwald überfliegen und die Eichenkronen mit einem biologischen Insektizid besprühen. Außerdem lässt das Grünflächenamt in den nächsten Wochen etwa fünftausend Eichen an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen sowie insbesondere auf Schulhöfen und an Kindertagesstätten vom Boden aus besprühen.

Frankfurt (pia). In der kommenden Woche wird ein Hubschrauber etwa 222 Hektar Stadtwald überfliegen und die Eichenkronen mit einem biologischen Insektizid besprühen. Außerdem lässt das Grünflächenamt in den nächsten Wochen etwa fünftausend Eichen an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen sowie insbesondere auf Schulhöfen und an Kindertagesstätten vom Boden aus besprühen. Spezialisierte Fachfirmen werden die jeweiligen Flächen kurzfristig absperren, bis die jungen Eichenblätter mit dem Sprühnebel benetzt worden sind.

Im Stadtwald wird der Eichenprozessionsspinner in diesem Frühling auf einer etwa 50 Hektar kleineren Fläche bekämpft als im Vorjahr. Vor allem die Besucher der Waldspielparks Carl-von-Weinberg, Tannenwald, Scheerwald, Goetheturm und Heinrich-Kraft-Park, der Waldfriedhöfe Goldstein und Oberrad sowie des Ostparks und des Riederwalds sollen später nicht mit giftigen Raupenhaaren des Schädlings in Berührung kommen, die sehr unangenehme allergische Reaktionen auslösen können. Außerdem wird der mit zahlreichen Eichen besetzte Wald rund um das »StadtWaldHaus« behandelt. Die etwa 250 Eichen des Waldspielparks Schwanheim, der im Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet Schwanheimer Wald liegt, werden - wie die Stadtbäume - einzeln vom Boden aus besprüht.

Die Blätter der Eichen haben inzwischen die Größe von Ein-Euro-Stücken erreicht, in wenigen Tagen werden die Raupen das dritte Larvenstadium erreichen und die Gifthaare entwickeln. Genau dies verhindert das biologische Insektizid Dipel ES, das speziell nur bei Schmetterlingsraupen wirkt. Seine wirksame Substanz ist der »Bacillus thuringiensis«, der seit über 30 Jahren in Deutschland auch zur großflächigen Schnakenbekämpfung im Rheintal erfolgreich eingesetzt wird. Das Mittel wirkt spezifisch über den empfindlichen Darm der jungen Schmetterlingsraupen als Häutungshemmer, sodass diese innerhalb weniger Tage eingehen.

Schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und den übrigen Naturhaushalt sind derzeit nicht bekannt. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Naturschutzbeirat abgestimmt. Zudem hat Umweltdezernentin Manuela Rottmann das Forschungsinstitut Senckenberg beauftragt, die Effekte auf den Naturhaushalt im Stadtwald langfristig wissenschaftlich zu untersuchen. Die vorbeugenden Bekämpfungsmaßnahmen verursachen in diesem Jahr Gesamtkosten von voraussichtlich rund 130 000 Euro.

Wer im Stadtgebiet Nester entdeckt, erhält beim Umwelttelefon unter der Telefonnummer 0 69/212-3 91 00 weitere Auskünfte. Stehen die Eichen auf öffentlichen Flächen, wird die Beseitigung über das Grünflächenamt geregelt. Befinden sich die Bäume mit den Nestern auf Privatgrundstücken, nennt die Umweltberatung Adressen von professionellen Fachfirmen, die sich auf das Absaugen der Nester spezialisiert haben.

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