Personalmangel in der Pflege

Positiver Corona-Test: Pfleger arbeiten trotzdem weiter in Seniorenheim

Im Antoniusheim in Wiesbaden haben Angestellte trotz eines positiven Corona-Befundes weitergearbeitet. Das Gesundheitsamt der Stadt hat das erlaubt.

  • Im Antoniusheim waren Pfleger trotz eines positiven Corona-Tests freiwillig weiter im Einsatz.
  • Das Gesundheitsamt der Stadt Wiesbaden hat die sogenannte „Arbeitsquarantäne“ genehmigt.
  • Das positiv getestete Personal zeigt keine Corona-Symptome.

Wiesbaden – Schon vor Corona litten einige Berufsbranchen unter einem enormen Fachkräftemangel. Durch die Pandemie wurde dieser weiter verstärkt. Besonders in der Altenpflege fehlt es auch in vielen Einrichtungen in Hessen an Personal. Das führt dazu, dass nun in einigen Seniorenheimen sogar Mitarbeitende tätig sind, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. In den vergangenen Tagen war dies auch im Altenzentrum Antoniusheim in Wiesbaden der Fall.

Altenheim in Wiesbaden: Personalmangel wird durch Corona noch deutlicher

„Die Corona-Situation verdeutlicht einmal mehr, dass zu wenige helfende Hände da sind. Es ist klar zu sehen, wie schwer es die Branche derzeit hat“, sagt der geschäftsführende Einrichtungsleiter des Antoniusheims, Michael Portz, auf Anfrage. Da die Bewohnerversorgung unbedingt aufrechterhalten werden müsse, sei es nötig gewesen, dass Angestellte, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und keinerlei Symptome hatten, weiter ihrer Arbeit nachgingen.

In einem Wiesbadener Seniorenheim haben Mitarbeiter trotz eines positiven Coronatests weitergearbeitet (Symbolbild).

In den vergangenen Tagen waren insgesamt drei Mitarbeitende des Antoniusheims in Wiesbaden trotz einer Corona-Erkrankung freiwillig im Einsatz, sagt Michael Portz. Wegen der schwierigen Lage in dem Altenzentrum hat das Gesundheitsamt die sogenannte „Arbeitsquarantäne“ erlaubt. Aus Rücksicht auf die ohnehin schon angespannte Personalsituation in den Pflegeeinrichtungen habe das Wiesbadener Gesundheitsamt dies schon häufiger genehmigt, wie Amtsleiterin Kaschlin Butt mitteilt. Das berichtet auch die „Hessenschau“.

Antoniusheim in Wiesbaden: 43 Bewohner mit Corona infiziert

Das betroffene Personal des Wiesbadener Altenzentrums wurde ausschließlich in der Isolierstation für Bewohner, die mit dem Coronavirus infiziert sind, eingesetzt. „Derzeit gibt es bei uns 43 Bewohner, die an Covid-19 erkrankt sind. Die meisten von ihnen haben keine Symptome. Einige wenige leiden an Fieber“, sagt Einrichtungsleiter Portz.

Die positiv getesteten Angestellten seien aber nur kurzzeitig weiter in der Einrichtung in Wiesbaden im Einsatz gewesen. „Nach dem Befund haben sie ihren Dienst zwei Tage lang weiter fortgeführt, bevor sie dann in häusliche Quarantäne gegangen sind“, erklärt Michael Portz. Es könne allerdings sein, dass sie in den kommenden Tagen zurückkehren werden, wenn es die Situation erforderlich mache.

Corona in Wiesbaden: Personal im Seniorenheim arbeitet mit Schutzausrüstung

Während dem freiwilligen Arbeitseinsatz des positiv getesteten Personals ohne Symptome habe man genauestens auf die verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen geachtet, wie der Einrichtungsleiter versichert. „Neben den FFP2-Masken trugen die Betroffen auch Schutzbrillen, Visiere, Handschuhe und Schutzkittel.“ Der Weg zur Arbeit durfte nur im eigenen Auto erfolgen, wie die „Hessenschau“ in Erfahrung gebracht hat.

Der Einrichtungsleiter des Antoniusheims in Wiesbaden Portz betont, dass derzeit sehr viel von den Pflegeeinrichtungen erwartet werde. „Einiges davon ist allerdings logistisch kaum machbar, da aufgrund von Infektionen in den Einrichtungen unter anderem viele weitere administrative Tätigkeiten anfallen.“ Auch deshalb sei es notwendig gewesen, dass die corona-positiven und symptomfreien Mitarbeiter für wenige Tage ihren Dienst weiter absolvierten. Derzeit gebe es im Antoniusheim aber keine Angestellten mehr, die trotz einer Corona-Erkrankung aktiv seien. (Tobias Ketter)

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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