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In einer Flüchtlingsunterkunft in Mainz sind 52 der insgesamt 131 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch in einer Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt ist das Coronavirus ausgebrochen.

Covid-19-Erkrankungen

Corona-Ausbruch in Flüchtlingsheimen: 52 Bewohner in Mainz positiv getestet

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In Flüchtlingsheimen in Frankfurt und Mainz ist das Coronavirus ausgebrochen. In Mainz sind 52 Menschen positiv getestet worden, in Frankfurt 67.

  • Zahlreiche Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkünften in Frankfurt und Mainz
  • Frankfurt: Covid-19-Erkrankte müssen in Quarantäne-Hotel umziehen
  • Mainz: Nicht mit Corona infizierte Bewohner sollen die Flüchtlingsunterkunft verlassen

Update am Donnerstag, 28.05.2020, 15.26 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz ziehen das dortige Gesundheitsamt und die Stadt nun weitere Konsequenzen. 52 der insgesamt 131 Bewohner sind bisher positiv auf das Coronavirus getestet worden. Unter den Corona-Fällen sollen auch viele Kinder sein.

31 Bewohner, die sich vermutlich nicht mit dem Coronavirus angesteckt haben, ziehen aus der Flüchtlingsunterkunft aus, berichtet der Südwestrundfunk (SWR). Die betroffenen Personen hatten nach Angaben des Mainzer Sozialdezernenten Eckartd Lensch (SPD) in der letzten Zeit keinen Kontakt zu den an Corona erkrankten Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft in Mainz. Zudem fielen Corona-Tests bei ihnen negativ aus. Sie sollen in einem anderen Gebäude in Mainz untergebracht werden und dort weiter unter Quarantäne stehen. Alle infizierten Personen sollen nach Angaben des Gesundheitsamtes bisher milde Verläufe haben.

Nachdem eine in der Flüchtlingsunterkunft lebende Familie positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hatte das Gesundheitsamt vergangene Woche Dienstag (19.05.2020) die komplette Unterkunft unter Quarantäne gestellt. Die Quarantäne soll noch bis zum 9. Juni andauern.

Erstmeldung am Mittwoch 20.05.2020, 14.55 Uhr: Frankfurt - Im Frankfurter Stadtteil Bockenheim gibt es einen Corona-Ausbruch in einem Flüchtlingsheim. Das bestätigt das Sozialdezernat der Stadt Frankfurt. In der Einrichtung sind insgesamt 67 Tests positiv ausgefallen. 

In der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Frankfurt haben sich 65 Bewohnerinnen und Bewohner und zwei Mitarbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das die Einrichtung betreibt, mit dem Coronavirus infiziert.

Frankfurt: Corona-Erkrankte werden in Hotel isoliert

Die ersten elf Covid-19-Erkrankten seien deshalb bereits in ein Appartement-Hotel umgezogen, in dem die Stadt Frankfurt seit April Wohnungslose und Geflüchtete aus Gemeinschaftsunterkünften zur Quarantäne unterbringt. Weitere 52 Corona-Infizierte und ihre Familien ziehen am Freitag in ein anderes Appartement-Hotel um, das von der Frankfurter Stabsstelle „Unterbringungsmanagement und Flüchtlinge“ kurzfristig akquiriert werden konnte. Die beiden infizierten DRK-Mitarbeiterinnen sind in häuslicher Quarantäne.

In der betroffenen Gemeinschaftsunterkunft im Frankfurter Stadtteil Bockenheim hat das Gesundheitsamt zum Schutz der rund 300 bisher nicht infizierten Bewohnerinnen und Bewohnern zusätzliche Vorgaben gemacht. Bis zur Verlegung der Infizierten und deren Kontaktpersonen werden diese von den anderen räumlich getrennt. Außerdem ordnete das Gesundheitsamt verstärkteHygienemaßnahmen wie zum Beispiel das verbindliche Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Verlassen des Zimmers an.

Unter den Corona-Infizierten in Frankfurt hat bisher lediglich ein Mann Symptome entwickelt. Er musste ins Krankenhaus verlegt werden. Ausgehend von diesem Fall hatte das Gesundheitsamt in der vergangenen Woche zunächst die unmittelbaren Kontaktpersonen getestet. Nach dem Vorliegen weiterer positiver Testergebnisse wurden am Sonntag die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner und die Beschäftigten vor Ort getestet. Rund 50 Menschen, die bei der Testung nicht anwesend waren, sollen noch im Nachgang getestet werden.

Corona-Fälle: 113 Bewohner in Mainzer Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

Auch in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz ist es zu einem Ausbruch der Krankheit gekommen: Wegen mehrerer bestätigter Corona-Fälle ist eine Mainzer Flüchtlingsunterkunft mit derzeit 113 Bewohnern unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. 

In der vergangenen Woche war bei einer zehnköpfigen Familie zunächst der Vater positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Familie wurde daraufhin in ein dafür vorgesehenes Gebäude zur 14-tägigen Quarantäne gebracht. Weitere Tests des Gesundheitsamtes ergaben, dass alle Familienmitglieder und auch ein Kind einer anderen Familie in der Flüchtlingsunterkunft infiziert sind.

Mainz: Auf jedem Stockwerk mindestens ein Corona-Infizierter

Inzwischen seien in der Gemeinschaftsunterkunft Allianzhaus weitere Tests durchgeführt worden. Zudem hätten sich drei Bewohner mit für Covid-19 typischen Symptomen gemeldet, hieß es weiter. Und: „Es stellte sich heraus, dass sich auf jedem Stockwerk des Hauses mindestens eine Person mit dem Corona-Virus infiziert hat.“ Deshalb hat die Stadt Mainz nun die Quarantäne für die gesamte Unterkunft angeordnet. Damit folgt sie einer Empfehlung des zuständigen Gesundheitsamtes

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) werde die Bewohner weiterhin betreuen und nun insbesondere auch die Einkäufe der Menschen dort übernehmen. Das Gesundheitsamt will weitere Tests in der Unterkunft durchführen. Zudem soll ein Sicherheitsdienst dafür sorgen, dass das Gelände nicht von Unbefugten betreten wird und dass die Qarantänebestimmungen eingehalten werden.

Tobias Möllers mit dpa

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