"Er brachte die Kunst zu den Menschen"

Frankfurt (lhe/pia). Hilmar Hoffmann als leidenschaftlicher "Kulturvermittler": Beim Empfang zu dessen 85. Geburtstag hat Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher am Mittwoch im Kaisersaal des Römers das Lebenswerk des früheren Frankfurter Kulturdezernenten in den höchsten Tönen gewürdigt.

Als Dezernent in Hessens größter Stadt habe Hoffmann mit der Forderung nach "Kultur für alle" die deutsche Kulturpolitik geprägt wie kein anderer. Später sei Hoffmann als Präsident des Goethe-Instituts (1993 bis 2002) ein "Glücksfall" für die auswärtige Kulturpolitik gewesen, meinte Genscher, der mit Hoffmann seit Jahren befreundet ist.

Zur Geburtstagsfeier des SPD-Kulturpolitikers und Buchautors waren am Mittwoch auch Bundestagspräsident Norbert Lammert und der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel gekommen.

Frankfurt hätte ohne Hoffmann kein "Museumsufer" und wäre keine Kulturstadt von "europäischem Zuschnitt" geworden, sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth und fügte hinzu. "Frankfurt wäre ohne Hilmar Hoffmann nicht das was es ist." Zwei Jahrzehnte lang (1970 bis 1990) prägte Hoffmann das kulturelle Gesicht der Stadt. Noch heute spricht man von der "Ära Hoffmann". Mit seiner Zielvorstellung "Kultur für alle" wollte er eine möglichst große Teilhabe aller Bevölkerungsschichten an kulturellen Prozessen erreichen. Für die Bürgerinnen und Bürger hat Hoffmann insbesondere als "Vater des Museumsufers" am Main Kulturgeschichte geschrieben.

In seiner Dankadresse stellte Hoffmann sein Leben in der Rückschau unter das Motto: "Ich habe immer Glück gehabt." Davon seien die zwei Dekaden in Frankfurt die glücklichste Zeit gewesen. Keine andere Stadt stelle dauerhaft rund zehn Prozent ihres Etats für die Kultur bereit.

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