In einem Parkhaus bei der Taunus-Therme in Bad Homburg ist es am späten Samstagabend zu einer Schießerei gekommen. Eine Frau wurde schwer verletzt. Der Täter war wohl ihr Ex-Freund.
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In einem Parkhaus bei der Taunus-Therme in Bad Homburg kam es zu der Tat.

Eifersucht als Motiv

Versuchter Femizid: Mehrjährige Haftstrafe für 61-Jährigen

  • Marcel Richters
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Ein Mann aus Frankfurt hat versucht, seine ehemalige Lebensgefährtin umzubringen. Jetzt wurde er dafür verurteilt.

Frankfurt/Bad Homburg – Vor dem Landgericht Frankfurt wurde am Montag (22.02.2021) ein 61-Jähriger des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Er hatte im November 2019 in Bad Homburg mehrere Schüsse auf seine ehemalige Lebensgefährtin und deren neuen Lebenspartner abgefeuert. Die Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen, auch ihr neuer Partner wurde verletzt. Nur durch sofortige Behandlung durch ihren Partner überlebte die Frau den Angriff auf dem Parkdeck der Taunus-Therme in Bad Homburg.

Das Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass der 61-Jährige in Heimtücke und aus niederen Beweggründen handelte, beides Merkmale eines Mordes. Als Grund für den versuchten Mord ging das Schwurgericht von Eifersucht aus. Weil er noch immer „Besitzansprüche“ gegenüber seiner ehemaligen Partnerin hatte, hatte der Mann unter anderem einen GPS-Sender am Auto der Frau installiert, um so ihren Standpunkt jederzeit verfolgen zu können.

Vor Mordversuch: Umfangreiche Aufzeichnungen über Ex-Frau

In der mehrmonatigen Beweisaufnahme wurden auch umfangreiche Aufzeichnungen gesichtet, welche der Mann über seine Ex-Freundin in den mehreren Jahren nach der Trennung angelegt hatte. Demnach hatte der Angeklagte der 53-Jährigen ein Recht auf Weiterleben abgesprochen und sich selbst „gottesgleich das Recht auf Rache ermöglicht“, wie es im Urteil des Gerichts in Frankfurt heißt (Aktenzeichen 3690 Js 254644/19).

Mit seinem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte elf Jahre Haft gefordert, nun muss der Mann für elfeinhalb Jahre hinter Gitter. Die Verteidigung hatte wegen gefährlicher Körperverletzung auf fünf Jahre Haft plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es besteht die Möglichkeit einer Berufung. (Marcel Richters)

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