Abwechslungsreiche Ausflüge in die Landschaft

Frankfurt (pm). Der Regionalpark Rhein-Main besteht aus einem vielgestaltigen Netz an Routen und zahlreichen attraktiven Projekten. Eine neu entstehende Regionalpark-Rundroute soll zukünftig weitläufig um Frankfurt herum laufen und insgesamt rund 35 Kommunen miteinander verbinden. Anlässlich einer Veranstaltung im Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main wurde das Projekt am Montag vorgestellt.

Mit dem Regionalpark Rhein-Main wird seit vielen Jahren ein Netz von landschaftlich reizvollen Wegen und Anlagen geschaffen, die zu abwechslungsreichen Ausflügen in die Landschaft der Region einladen. Der Regionalpark verbindet dabei die Interessen von Erholungssuchenden, von Landwirtschaft, Natur- und Denkmalschutz. Eine neue Regionalpark-Route wird zukünftig die Kulturlandschaften der Rhein-Main-Region im einem großen Rund auf 190 Kilometern vernetzen und insgesamt rund 35 Kommunen untereinander und mit Frankfurt verbinden.

Ringförmiges Wegesystem

Auf einer Veranstaltung informierte der Regionalpark Rhein-Main die Städte und Gemeinden entlang der Rundroute, aber auch Gäste aus der Wirtschaft und den regionalen Verbänden über die weiteren Schritte zur Ausgestaltung dieser Regionalparkroute. Vorrangiges Ziel sei es nun, die in Abschnitten bereits bestehenden Regionalpark-Routen in Form eines ringförmigen Wegesystems miteinander zu verbinden und als Einheit erlebbar zu machen.

»Durch die Regionalpark-Rundroute werden zukünftig vielfältige großräumige Verknüpfungen von bereits vorhandenen Regionalpark-Abschnitten hergestellt«, betonte die Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main GmbH und Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Offenbach, Claudia Jäger. Der Regionalpark in seiner gesamten Fläche und Ausdehnung könne so intensiver und besser von der Bevölkerung wahrgenommen und genutzt werden. Der qualitative Anspruch des Regionalparks sei hoch: Es gehe nicht nur darum, einen weiteren touristischen Radweg zu beschildern, sondern entlang der Strecke immer wieder besondere Landschaftsbezüge erlebbar zu machen und Landmarken zu setzen, so Jäger.

In den vergangenen Jahren wurden regionsweit mehr als 180 Einzelprojekte verwirklicht, die nun miteinander verknüpft werden müssen. Das bisher Erreichte wäre ohne das finanzielle Engagement der Fraport AG nicht möglich gewesen. Sie habe bisher insgesamt eine Summe von über zwölf Millionen Euro investiert, betonte Jäger.

»Ergänzung des Grüngürtels«

Als Gastredner lobte der Frankfurter Stadtkämmerer und dort zuständiger Dezernent für die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, Uwe Becker, den Regionalpark als ausgezeichnetes Beispiel der Zusammenarbeit von Stadt und Region. Er wies auf die ideale Erweiterung und Ergänzung hin, die der Grüngürtel mit dem Regionalpark erfahre. »Beim Ausflug in Grüne sind Verwaltungsgrenzen für die Bürgerinnen und Bürger völlig uninteressant.«

Prof. Dr. Wilhelm Bender, Präsident des neuen Vereins »FrankfurtRheinMain« und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, betonte die Bedeutung des Regionalparks für die Freizeitgestaltung der Menschen in der Region. An jedem schönen Wochenende könne man tausende Menschen beobachten, die dieses Naherholungsangebot genießen und die Regionalparkwege für einen Spaziergang oder eine Radtour nutzen. »Als begeisterter Radfahrer gehöre ich selbst hin und wieder dazu.« Gerade auch aus Sicht der Wirtschaft würden Projekte wie der Regionalpark immer wichtiger, denn im Wettbewerb der Regionen um die besten Köpfe zählen zunehmend auch die sogenannten weichen Standortfaktoren. Bender beklagte den derzeit noch zu geringen Bekanntheitsgrad des Regionalparks, der zukünftig durchaus mit einem Hyde-Park in London oder einem Central Park in New York in einem Atemzug genannt werden könne.

Im Anschluss stellte Prof. Jörg Dettmar von der Technischen Universität Darmstadt, der im Auftrag des Regionalparks das Projekt begleitet, die weiteren Schritte vor und betonte das Potenzial, das in der städtisch geprägten Landschaft dieser Region vorhanden sei.

Schon heute sei der Regionalpark Rhein-Main neben dem Projekt Emscher Landschaftspark im Ruhrgebiet das erfolgreichste unter den Regionalparkprojekten, die zunehmend auch in anderen Metropolregionen Deutschlands entwickelt würden. Um diese Spitzenposition zu halten, seien auch künftig Anstrengungen erforderlich.

Streckenführung nicht ganz fertig

Die gesamte Streckenführung der Rundroute soll bis 2011 fertiggestellt werden. Neben dem Wegeausbau wird längerfristig aber auch eine Regionalpark typische Ausgestaltung mit Attraktionspunkten, Sitzplätzen, Wege begleitenden Anlagen, Pflanzungen und mehr angestrebt. »Damit beginnt die eigentliche Arbeit erst, nämlich aus diesem Rundweg eine gestaltete Regionalparkroute zu machen«, so die Aufsichtsratsvorsitzende Jäger.

Gestalterisches Leitkonzept

Entsprechend der Bedeutung der Rundroute als verbindendes Kernstück des Regionalparks werde es Hauptaufgabe der kommenden Monate sein, ein gestalterisches Leitkonzept zu entwickeln. Hierzu würden in einem Prozess regionale aber auch internationale Experten in Workshops und Veranstaltungen Ideen und Möglichkeiten entwickeln. Ziel werde es sein, nicht nur die Route fertig zu bauen, sondern sie erfahrbar zu machen, so Dettmar. Mittels der neuen Rundroute solle die Rhein-Main Landschaft ein spezifisches Image erhalten. Die Region werde damit für ihre Bewohner und Gäste zu einem Freizeit- und Naherholungsgebiet ganz besonderer Art. Nach Abschluss der Baumaßnahmen im Frühjahr 2011 soll die Rundroute benutzbar sein. Zur Eröffnung ist ein Fest geplant.

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