07. April 2008, 17:46 Uhr

Besucher bewundern farbenprächtige Cichliden

Karben (dit). »Das Besondere an Cichliden ist ihre Farbenpracht«, erklärte Werner Hieber. Er zeigte auf Aquarien, in denen orangefarben, blau und silbern schillernde Buntbarsch-Arten schwammen, die in den ostafrikanischen Grabenseen und in südamerikanischen Binnengewässern beheimatet sind.
07. April 2008, 17:46 Uhr
Links: Buntbarsche, die ursprünglich in den ostafrikanischen Grabenseen leben, sind farbenprächtige Süßwasserfische. Rechts: Experte Werner Hieber (r.) informiert die Besucher über Cichliden. (Fotos: Ditscher)

Mitglieder der Deutsche Cichliden Gesellschaft Region Rhein-Main (DCG) hatten die kleinen, quirligen Süßwasserbewohner am Wochenende in Karben anlässlich einer Fisch- und Pflanzenbörse ausgestellt. Der Einladung zum Besuch der Schau folgten am Samstag und am Sonntag zahlreiche Fachleute und Liebhaber. Zeitweise herrschte dichtes Gedränge in dem Raum in der Bahnhofstraße 64a, in dem etwa 40 Aquarien Platz gefunden hatten.

»Die meisten der Fischarten, die hier gezeigt werden, leben im Malawisee, andere im Tanganjikasee«, erläuterte Hieber. Er erzählte, dass es im Malawisee, dem drittgrößten der ostafrikanischen Grabenseen, und im Tanganjikasee jeweils etwa 600 Buntbarscharten gibt. »Der Bestand im größten Grabensee, dem Viktoriasee, ist stark zurückgegangen, da die Buntbarsche dem dort vorkommenden Nilbarsch als Nahrung dienen.«

In Karben konnten circa 60 Arten bewundert werden, darunter rot und neon-blau leuchtende Kaiserbuntbarsche sowie schwarz-blau gestreifte und gelbe Pseudotropheus-Exemplare. »Aufgrund ihrer Farben werden Cichliden nicht zu unrecht ›Korallenfische des Süßwassers‹ genannt«, fuhr Hieber fort. Der in Niddatal wohnende Kassenwart der DCG ist seit 1971 mit der Pflege und Zucht von Buntbarschen befasst. Wie der Florstädter Patrick Nashwenter, der dem Hobby seit mehr als zehn Jahren nachgeht und die aus Limburg angereisten Aquarianer Stefan Flato und Francisco Rosa, ist er mittlerweile Cichliden-Experte.
Nashwenter betonte: »Hat man erst einmal mit der Cichliden-Haltung begonnen, kommt man nicht mehr davon los. Man informiert sich kontinuierlich weiter, ergänzt den Bestand um zusätzliche Arten, besetzt neue Aquarien.« Dass es bei ihrem Hobby vieles zu beachten gilt, berichteten die Fachleute detailliert. »Cichliden gibt es in der Größe von etwa acht bis 45 Zentimetern. Die Mehrzahl der Vereinsmitglieder hält Fische, die durchschnittlich zehn bis zwölf Zentimeter messen. Das hängt mit der Größe der Aquarien zusammen. Die Fische müssen ausreichend Platz finden«, sagte Hieber. Nach seiner Empfehlung sollte ein Aquarium über ein Volumen von mindestens 200 Litern verfügen. »Darin können höchstens zehn Cichliden leben.«

Das Einhalten bestimmter Wasserwerte, dazu gehören Temperatur, ph-Wert, Nitrit- und Nitratgehalt, sei von entscheidender Bedeutung und bedürfe der Kontrolle. Auch die Gestaltung der Aquarien müsse sorgfältig überlegt und dem natürlichen Lebensraum der jeweiligen Fischarten angeglichen werden. »Felsbuntbarsche benötigen zum Beispiel Rückzugsgebiete. Fehlen diese, werden die Fische krank oder scheu.«

Nashwenter ergänzte: »Beim Besetzen eines Aquariums gilt es zu beachten, welche Arten harmonieren.« Unterschieden werde auch nach fisch- und pflanzenfressenden Cichliden. »Fischfressende Cichliden werden mit Salinenkrebsen, Mückenlarven und Krill gefüttert, pflanzenfressende mit Plankton und Algen.« Nach dem Dafürhalten Nashwenters ergeben sich beim Beobachten der Süßwasserfische unter anderen faszinierende Einblicke in ihr Sozialverhalten. »Einige Arten bauen Nester, andere Türme. Ganz besondere Schutzmechanismen für ihre Jungen haben die Maulbrüter entwickelt.«

Die turnusmäßig stattfindenden Fisch- und Pflanzenbörsen nutzen die Aquarianer zum Erfahrungsaustausch. Gleichzeitig stehen sie Neulingen beratend zur Verfügung. Dass die Mitgliederzahl ihres bundesweit agierenden Vereins seit 2003 von etwa 3200 auf aktuell rund 2500 gesunken ist, bringen sie mit den gestiegenen Energiekosten in Verbindung. »Im Zusammenhang mit den Aquarien schlagen Strom und Wasser zu Buche. Für viele sind diese Aufwendungen wohl nicht mehr tragbar«, bedauerte Hieber. Er wies darauf hin, dass die Internetseite www.cichliden-forum.de auch Nichtmitgliedern offen steht.

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