20. August 2018, 19:28 Uhr

Zwei Schlösser und ein Amtssitz

20. August 2018, 19:28 Uhr
Das Stammheimer Schloss liegt am südlichen Ortsrand.

Heinrich Rudolf Walbe war Architekt, Hochschullehrer, Denkmalpfleger und Baubeamter. 1865 in Niederschlesien geboren, war er ab 1903 Denkmalpfleger der Provinz Oberhessen. Mit seiner Kamera zog Walbe los und hielt das Leben in der westlichen Wetterau fest – so auch in Florstadt. Eine Vielzahl seiner Bilder, zwischen 1903 und 1932 entstanden, ist im Walbe-Archiv erhalten geblieben und gehört zu den wertvollsten Schätzen des Wetterauer Medienzentrums. In der Reihe »Kostbarkeiten aus dem Walbe-Archiv« mit Aufnahmen von Heinrich Walbe, ab 1902 Denkmalpfleger für die Provinz Oberhessen, zeigen wir heute Fotografien aus Staden und Stammheim, die seit 1971 beziehungsweise 1972 zu Florstadt gehören.

Staden: Das Gebäude in der Parkstraße 14 wird als Amtssitz einer Stadener Ganerbenfamilie überliefert. Eine Ganerbenschaft ist nach altdeutschem Erbrecht Familienbesitz, meist Grundbesitz, über das die Ganerben nur gemeinsam verfügen konnten. Um welche Familie es sich handelt und wie weitreichend deren Grundbesitz war, ist leider nicht überliefert.

Das Gebäude selbst stammt vermutlich bereits aus dem 18. Jahrhundert und weist einen asymmetrischen Erkervorbau an der Giebelseite, die zur Straße gelegen ist, auf.

Staden: Das zweite Bild zeigt den Renaissancebau des ehemaligen Ysenburg-Schlosses. Das Schloss wurde vermutlich von Reichritter Hermann von Carben als Neu- oder auch Umbau errichtet. 1788 werden die Herren von Ysenburg alleinige Besitzer.

Zu Zeiten Walbes war der Bau eher heruntergekommen. Der vor dem Gebäude abgestellte Container zeugt von der bereits in Teilen seit 1821 bestehenden bäuerlichen Nutzung des Gutes.

Das Schloss ist ein dreigeschossiger Steinbau, die beiden Stirnseiten verfügen über Staffelgiebel, auf der Hofseite finden sich das Portal und ein runder Treppenturm.

Heute betreibt Familie May dort ein Hotel-Restaurant.

Stammheim: Das Schloss ist ein am südlichen Ortsrand gelegener hoher Steinbau über einem Kellergeschoss mit Schießscharten, die östliche Längsseite verfügt über einen rechteckigen Portalvorbau, der alle Geschosse umfasst. Gut zu erkennen sind die beiden Wappen mit der Überschrift »DIEZ ROSENBACH und WALBURGI(S) VON KARSBACH« und die Jahresangabe 1592.

In der Denkmaltopografie der Bundesrepublik Deutschland heißt es dazu: »Das Schloss wird im allgemeinen als das der Grafen von Schlitz, genannt zu Görtz, überliefert, die bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts Eigentümer waren. 1850 wechselte das Gebäude in den Besitz der Gemeinde, die dort einen Ratsaal und Schulräume einrichtete. Gegenwärtig wird es zu Wohnzwecken genutzt.«

Außerdem ist das Stammheimer Schloss ein beliebter Ort, um zu heiraten – nicht nur für Florstädter. (Fotos: Walbe)

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