30. August 2018, 19:47 Uhr

Verkehrssicherheit in Friedberg

Zu teuer: Altstadt wird nicht mit Pollern abgeriegelt

Die Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) hat sich nach ihrem Amtsantritt unerledigter Anträge angenommen. Es geht um die Sicherheit von Radfahrern und um automatische Poller in der Altstadt.
30. August 2018, 19:47 Uhr
Unübersichtlich ist die Situation für Radfahrer an der Einmündung der Karlsbader in die Hanauer Straße schon. Autofahrer müssen die Vorfahrt der Radfahrer beachten. (Foto: Nici Merz)

Vor zwei Jahren hatte die UWG im Stadtparlament angeregt, in der östlichen Altstadt automatische Polleranlagen zu installieren. Angedacht waren Apothekergasse, Usagasse und Judengasse. Damit könne geregelt werden, wer mit dem Auto in die Altstadtgassen fährt und wer nicht. Die Stadtverwaltung lehnt dies ab. Wie die Erste Stadträtin Marion Götz im Haupt- und Finanzausschuss sagte, seien für eine Absperrung nicht drei, sondern fünf Polleranlagen nötig, sonst würden Schleichwege genutzt. Die Anlage würde zudem rund 225 000 Euro kosten, hinzu kämen jährliche Wartungskosten in Höhe von 5000 Euro. Außerdem sei die Betreuung der Anlage personalintensiv.

Die Poller lassen sich mit Funkempfängern oder über das Smartphone bedienen. Aber wer erhält einen Zugang? »Der berechtigte Personenkreis kann hierfür nicht 100-prozentig bestimmt werden«, schreibt die Verwaltung. Es könne nicht garantiert werden, dass alle Berechtigten ungehinderte Zufahrt erhielten. Anderorts werden solche Poller öfter beschädigt, der Gemeindeversicherungsverband rate daher von den Anlagen ab. Polizei und Feuerwehr gaben prinzipiell grünes Licht, sofern die ungehinderte Zufahrt möglich ist. Insgesamt hat das Rathaus »erhebliche Bedenken gegen Polleranlagen«.

Keinen Handlungsbedarf sieht die Stadt auch an der Einmündung der Karlsbader Straße in die Hanauer Straße. Die UWG sah hier ein Sicherheitsproblem, da abbiegende Autos den Radweg queren. Ende Juni 2017 war dort zuletzt ein Radfahrer mit einem Pkw zusammengestoßen. Ein Unfallschwerpunkt ist dies aber nicht. Zwischen Januar 2014 und September 2017 gab es dort acht Unfälle, nur an zweien waren Radfahrer beteiligt.

 

Kein Unfallschwerpunkt

 

Wie aus der Stellungnahme des Ordnungsamtes hervorgeht, ist der Radweg ausreichend ausgewiesen: Mehrere Verkehrsschilder weisen auf ihn hin, die rote Farbe der Radfahrfurt signalisiert die Vorfahrt des Radverkehrs. Auch die Sicht auf den Verkehr in der Hanauer Straße vor dem Bahngelände ist demnach ausreichend. Die Stadt sieht daher »keine Notwendigkeit, weitere verkehrsregelnde Maßnahmen einzuleiten«.

Nächster Altantrag, wieder von der UWG, diesmal vom September 2017: Die Stadt, forderten die Unabhängigen Wähler, solle für eine verbesserte Verkehrslenkung an der Einmündung der Straßheimer Straße in den Grünen Weg sorgen. Eine gefährliche Ecke. Gegenüber vom Gewerbegebiet liegt das Jobcenter, der Gehweg an der in Stoßzeiten gut genutzten Bushaltestelle ist eng, ein Fußgängerüberweg in der nördlichen Straßheimer Straße sei sinnvoll, meinte die UWG.

Wie Götz ankündigte, werden in diesem Bereich noch umfangreiche Verkehrszählungen vorgenommen, im September soll es einen Ortstermin geben, bevor Änderungen an der Verkehrssituation vorgenommen werden.

Den Beschluss über gebührenfreies Parken in der Innenstadt an den vier Adventssonntagen hat die Stadt in der Vergangenheit auch schon gefällt, als die ersten Weihnachtsgeschenke bereits gekauft waren. Diesmal liegt die Drucksache schon im Sommer vor. Das letzte Wort hat wie immer das Stadtparlament. Im Haupt- und Finanzausschuss gab es eine große Mehrheit für das kostenlose Parken.

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