18. April 2018, 20:00 Uhr

Burgsanierung

Wieder Weitblick vom Wetterauer Wahrzeichen

Burg Münzenberg ist das Wahrzeichen der Wetterau. Damit sie das auch bleibt, gibt es an der Anlage aus dem zwölften Jahrhundert einiges zu tun.
18. April 2018, 20:00 Uhr
Sanierungsbedürftig ist auch der romanische Palas, ein Wohnbau aus dem zwölften Jahrhundert, der einzigartig im Mitteleuropa ist.

2017 ist ein Teil des Wehrgangs von Burg Münzenberg instandgesetzt worden, sodass die Besucher nun wieder den Weitblick in die herrliche Landschaft, sogar bis nach Frankfurt, genießen können. Als nächstes steht 2019 die Instandsetzung der historischen Treppe zum Ostturm und der Mauerkronen an.

Für die Maßnahmen stellt das Land 500 000 Euro aus dem Kulturinvestitionsprogramm zur Verfügung. Das betonte Wissenschaftsminister Boris Rhein, als er sich jetzt über den Stand der Sanierungsarbeiten an einer der bedeutendsten stauferzeitlichen Wehranlagen in Deutschland informierte. »Die Arbeiten dienen der Substanzsicherung, gewährleisten die Verkehrssicherheit und tragen so dazu bei, ein beliebtes Wahrzeichen der Region zu erhalten«, sagte Rhein.

»Unser Herz schlägt für die Anlage«

Damit ist es aber nicht getan, wie Uwe Müller dem Minister verdeutlichte. Müller ist Vorsitzender des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg, dessen über 700 Mitglieder sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für »ihre« Burg einsetzen. »Unser Herz schlägt für die Anlage«, sagte Müller.

Er lenkte den Blick der Gäste auf den romanischen Palas, einen mittelalterlichen Wohnbau. Im zwölften Jahrhundert errichtet und seither nicht mehr verändert, sei er einzigartig in Mitteleuropa, sagte Müller. »Viele kunstinteressierte Menschen kommen nur wegen dieses Bauwerks nach Münzenberg.« Doch die Sandsteinsäulen seien im wahrsten Sinne des Wortes am Ende. In die Einrahmungen laufe von oben Wasser hinein. »Für die Sanierung des Palas müssen unbedingt Gelder zur Verfügung gestellt werden«, sagte Müller. Das sei für ihn die wichtigste und dringendste Maßnahme auf der Burg.

Im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt

Im Zuge dessen könnte auch die sich anschließende Torpforte samt Kapelle saniert werden, die aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde. Ein weiterer Punkt, den Müller ansprach: »Die gesamte Anlage muss ›entpflanzt‹ werden, sonst sprengen die Wurzeln irgendwann die Mauern.«

Die Staufer errichteten die Burg im zwölften Jahrhundert, weil sie die Wetterau zum Reichsterritorium ausgebaut hatten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie so stark beschädigt, dass sie nur noch eine Ruine war und verfiel. Überall an den Gebäuden ist romanische Bausubstanz erhalten geblieben. Durch die Lage auf dem Bergkegel ist das Mauerwerk aber in hohem Maße der Witterung ausgesetzt. Windschliff und Regen setzen ihm erheblich zu.

Windkraftanlagen bereiten Sorge

»Sanierungsaufgaben an historischen Gebäuden und Parkanlagen sind in der Regel forschungs- und kostenintensiv und erfordern große Umsicht und intensive Betreuung«, sagte Rhein. Dieses Geld sei jedoch gut angelegt, weil es dafür sorge, dass Kulturschätze für die Menschen erlebbar blieben.

Was diese Erlebbarkeit angeht, haben die Münzenberger allerdings Sorge. Denn weder die vier geplanten Windkraftanlagen zwischen Münzenberg und Wohnbach noch das Vorranggebiet bei Wölfersheim sind vom Tisch. »Das wäre verheerend für den Blick von der und auf die Burg«, sagte Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer. Rhein sicherte den Münzenbergern auch hierbei seine Unterstützung zu.

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