12. Juni 2018, 11:00 Uhr

»Music Forge«

Wie ein paar Jungs ein Open-Air-Festival organisieren

Ein Open-Air-Festival zu veranstalten, war schon immer ihr Traum – Dank Robin Jäger und Karl Theo Eifert von »Music Forge« spielen Ende Juli sieben Bands auf dem Gambacher Sportplatz.
12. Juni 2018, 11:00 Uhr
Robin Jäger (l.) und Karl Theo Eifert von der »Musikschmiede« schwingen schon mal den Hammer auf dem Gambacher Sportplatz, auf dem am 28. Juli ihr Open-Air-Festival steigt.

Wie ist die Idee entstanden, ein lokales Musikfestival zu organisieren?

Karl Theo Eifert: Letztes Jahr zu meinem Geburtstag hatte ich mir einen Auftritt meiner Metal-Band Sindustry (Anm. d. Red.: Eifert ist Schlagzeuger ) und befreundeten Musikern gewünscht. So entstand das »Metal Forge«-Festival: Mit fünf Bands spielten wir im Frankfurter Club »Das Bett«. Die Macher waren so begeistert, dass sie uns für 2018 wieder gebucht haben. Da kamen dann circa 300 Besucher – doppelt so viele wie im Vorjahr. Hier entstand die Idee, unseren Traum zu verwirklichen und in der Wetterau ein Open-Air-Festival zu veranstalten.

Weshalb habt ihr die Vereinsform gewählt?

Eifert: Wir hatten zunächst überlegt, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu gründen, kamen aber schnell zu dem Schluss, dass ein Verein mehr Sinn macht. Wir wollten eine kulturelle Bereicherung für unsere Region, faire Eintrittspreise für die Besucher und eine faire Bezahlung für die Musiker. Die haben heute kaum Möglichkeiten aufzutreten und wenn, gibt es fast nie Gagen. Das wollten wir ändern und gründeten im Februar den Verein »Music Forge – Kultur und Kunst«.

Robin Jäger: Als lokaler Verein ist es einfacher, Sponsoren vor Ort zu finden. Ohne Unterstützung wäre das Ganze nicht zu stemmen, das funktioniert nur über den persönlichen Kontakt. Wir bieten ein umfangreiches Sponsorenpaket, das läuft sehr erfolgreich, wir nehmen aber gerne noch weitere Unterstützung an.

Musiker haben heute kaum Möglichkeiten aufzutreten – und wenn, gibt es fast nie Gage

Karl Theo Eifert

Gab es auch Rückschläge bei der Planung?

Jäger: Ja. Wir hatten zunächst einen Ort ausgesucht, scheiterten aber am Naturschutz. Die Planung stand schon, auch die Kommunikation mit den Behörden lief an. Dann wurde Bürgermeisterin Isabell Tammer auf unser Projekt aufmerksam und sagte uns ihre Unterstützung zu. Da ich in Gambach lebe und als Jugendlicher hier Fußball gespielt habe, haben wir beim FC Gambach angefragt – und eine Zusage bekommen. Der Hartplatz ist als Festivalgelände perfekt geeignet, in Autobahnnähe, Parkplätze sind auch vorhanden.

Wie organisiert ihr das alles?

Eifert: Da steckt schon ein enormer Aufwand dahinter. Wir haben alle einen Vollzeitjob, machen das in unserer Freizeit nach Feierabend und an den Wochenenden. Wir sind ein Team aus acht Leuten. Auch wenn Robin und ich erster und zweiter Vorsitzender sind, gibt es keine Chefs, jeder bringt sein Talent ein: von Wirtschaftswissenschaften über Booking, Technik, Videodreh bis zur grafischen Gestaltung.

Wir haben 400 Band-Bewerbungen aus ganz Deutschland erhalten

Robin Jäger

Ihr seid auf Facebook unglaublich aktiv – jeden Tag ein neues Video, neue Infos. Erreicht man damit viele Menschen?

Jäger: Nachdem wir das Festival auf Facebook publik gemacht hatten, gab eine riesige Resonanz. Damit hatten wir selbst nicht gerechnet. 32 000 Leute haben unser Event gesehen, und das Telefon stand ab diesem Tag nicht mehr still. Wir haben über 400 Band-Bewerbungen aus ganz Deutschland erhalten und dann sieben ausgewählt – die kommen alle aus der Region.

Was erwartet die Besucher?

Eifert: Das »Music Forge«-Festival ist eine familienfreundliche Veranstaltung für Jung und Alt, deshalb spielen Bands aus den verschiedensten Stilrichtungen – von Indie über Pop bis Rock. Uns war wichtig, dass für alle etwas dabei ist.

Jäger: Wir erwarten 600 bis 900 Besucher. 900 ist das Maximum, mehr dürfen wir nicht. Food-Trucks werden für die Verpflegung da sein und auch veganes Essen anbieten, und zwei unserer Sponsoren, eine Brauerei und eine Apfelweinkelterei, sorgen für Getränke. (Foto: isi)

Info

Von Bluesrock bis Hip-Hop

Das »Music Forge«-Festival auf dem Sportplatz des FC Gambach findet am Samstag, 28. Juli statt. Einlass ist um 12 Uhr, Beginn um 13 Uhr, das Ende ist für etwa 23 Uhr vorgesehen. Auf der Bühne stehen Nick Stolte (Hip-Hop) aus der Wetterau, Zementfabrik (Indie-Rap) und Atrio (Bluesrock), beide aus Gießen, Firestorm (Hard Rock), Klub Erika (Pop), Domi, bade! (Singer/Songwriter) und Lady Moustache (Rock), alle vier aus Frankfurt. Tickets gibt es in Gambach bei der Metzgerei Buss und Katja’s Haarvision sowie über die Facebookseite »Music Forge Festival« und www.musicforgefestival.de inklusive weiterer Infos, Videos und Musik. (isi)

 

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