05. November 2018, 21:51 Uhr

Wenn es im Ortskern brennt

05. November 2018, 21:51 Uhr
Dichter Rauch dringt aus der Scheune des ehemaligen Getreidelagers im Reichelsheimer Ortskern. Zwei Atemschutztrupps bereiten sich vor, um zur Menschenrettung in die Scheune zu gehen – zum Glück nur zu Übungszwecken. (Foto: Alexander Hitz)

Lilly (6) und Emma (4) sind bereit. Erwartungsvoll stehen die beiden Kinder mit ihren Feuerwehrhelmen vor dem Hoftor und warten auf die Feuerwehr. Gerade haben die Sirenen geheult, und gleich wird ihr Papa mit einem der Reichelsheimer Feuerwehrautos eintreffen, um Menschen zu retten und den Brand zu löschen.

Bei dem Brand handelt es sich allerdings um keinen echten. Die sechs Reichelsheimer Stadtteilfeuerwehren und mehrere Wetterauer Ortsverbände des Deutschen Roten Kreuzes üben gemeinsam den Ernstfall. Übungsobjekt ist ein landwirtschaftliches Anwesen im alten Ortskern von Reichelsheim. In der dortigen Scheune, die ehemals als Getreidelager diente, wird ein Brand nach einer Staubexplosion angenommen. Mehrere Personen gelten als vermisst.

Straße zu eng für Feuerwehrautos

Das Problem: Das Gebäude in der Fachwerkstraße ist mit Feuerwehrfahrzeugen nicht oder nur schwer zu erreichen. Über gut 100 Meter müssen alle Geräte zur Scheune transportiert werden. Die Wasserversorgung wird von der mittlerweile gesperrten Bingenheimer Straße aufgebaut. Sie dient als Bereitstellungsplatz für die Einsatzfahrzeuge. Nun dringen erste Feuerwehrtrupps mit schwerem Atemschutz in die Scheune vor.

Das Rote Kreuz hat gleichzeitig unter der Leitung von Harald Brendel (DRK Reichelsheim) mit mehr als einem Dutzend Rettungskräften eine provisorische Sammelstelle vor den hell erleuchteten Schaufenstern eines Geschäftes eingerichtet. Hier werden die »Verletzten« versorgt, bevor sie mit Rettungswagen in Klinken gebracht werden.

Während die Feuerwehren aus Blofeld, Weckesheim und Reichelsheim den »Brand« von der Bingenheimer Straße her bekämpfen, haben sich die Feuerwehren aus Dorn-Assenheim, Heuchelheim und Beienheim auf die Rückseite des Gebäudes durch die Obere Haingasse vorgearbeitet. Die Feuerwehrfahrzeuge stehen in Hofeinfahrten oder auf der nächsten Straßenkreuzung, um die enge Straße für Rettungsfahrzeuge frei zu halten. Kurze Zeit später bahnt sich auch schon ein Rettungswagen den Weg durchs Sträßchen.

Im Einsatzleitwagen am Schuhhaus »neun« versuchen Stadtbrandinspektor Nicklas Pipperek und sein Vize Markus Ritter, den Überblick zu behalten. Eine schwierige Aufgabe, zumal die wenigsten Wehren mit der Örtlichkeit vertraut sind und aufgrund der verwinkelten Bauten keine direkte Sichtverbindung besteht. Jegliche Kommunikation läuft über Digitalfunk – jeder Befehl muss eindeutig und unmissverständlich sein.

Etwa zwei Stunden nach der Alarmierung sind alle »Vermissten« gerettet und versorgt, der »Brand« ist gelöscht. Eine zusätzlich beauftragte Schlauchleitung von der 250 Meter entfernten Horloff muss die Feuerwehr Heuchelheim nicht mehr fertigstellen. Rund 100 Einsatzkräfte der Reichelsheimer Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes waren bei der Übung im Einsatz.

Lilly und Emma sind begeistert von dem, was sie heute vor ihrer Haustür zusammen mit ihrer Mama erleben durften. »Es war der schönste Tag in meinem Leben. Es könnte jeden Tag so eine Übung sein«, freut sich Lilly.

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