Was ist fair, was ist unfair?

14. Mai 2018, 20:28 Uhr
Die fünf Teamer, umrahmt von (v. l.) Florian Eutebach, Monika Felhölter-Bach und Daniela Muntetschinger sowie Schulleiter Dieter Maier (r.).

Drei Zelte stehen noch bis Freitag auf dem Schulhof der Adolf-Reichwein-Schule in der Kettelerstraße. Aufgebaut wurden sie von Florian Eutebach und Daniela Muntetschinger sowie den fünf ehrenamtlichen Teamern der Aktion »Weltfairänderer«, einem Angebot des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) und dem Bischöflichen Jugendamt Mainz (BJA).

Seit 2010 macht die Initiative viermal im Jahr junge Menschen darauf aufmerksam, dass die Ressourcen der Erde nicht unerschöpflich sind und jeder dazu beitragen kann, die Welt ein wenig besser zu gestalten. Am Montagvormittag wurde die Aktionswoche offiziell eröffnet, nachdem die Klassen 7a und 7d als erste Gruppen aus den Jahrgangsstufen fünf bis zehn den Workshop mit dem Schwerpunkt fairer Handel absolviert hatten. »Wir haben uns über faire Schokolade unterhalten,« sagte einer der fünf Studenten, die mit großem Engagement ihre Botschaft von einer faireren Welt leben. »Wir vermitteln die UNESCO-Nachhaltigkeitsziele Ökologie, Ökonomie und Soziales. Als kirchliche Organisation haben wir die Ethik als vierten Schwerpunkt hinzugenommen«, erläuterte Florian Eutebach.

Stifte und Deckel für gute Zwecke

»Ich bin auf diese Woche und was hier alles geschehen wird sehr gespannt«, sagte Schulleiter Dieter Maier in seiner Begrüßung der »Weltfairänderer« und der gut 700 Schüler und Lehrer. Die Worte fair und unfair würden täglich benutzt, doch jeder interpretiere sie anders, sagte Mayer, der ein Beispiel aus der Politik anführte: »US-Präsident Trump versteht darunter etwas völlig anderes als die Europäer.«

Lehrerin Monika Felhölter-Bach stellte zwei besondere Aktionen in dieser Woche vor. So sollen nicht mehr benötigte Stifte gesammelt werden. Pro Stift spendet eine Recyclingfirma einen Cent. Der Erlös geht an die Aktion »Stifte machen Mädchen stark«, die Mädchen im Libanon Schulunterricht ermöglichen soll. Außerdem werden Plastikverschlüsse von Glas- und Plastikflaschen gesammelt, verkauft und mit dem Erlös die Impfung gegen Kinderlähmung in Ländern gefördert, in denen diese keine Pflicht ist.

In dieser Woche ist auch Daniela Muntetschinger dabei, die Jugendreferentin im katholischen Dekanat Wetterau-West. »Ich baue jetzt gleich noch mein Zelt auf. Da könnt ihr malen und faire Schokoriegel kaufen. Für die Lehrer gibt es fairen Kaffee oder Tee«, sagte sie zu den Schülern und Lehrern. Munteschinger warf einen großen »Welt-Ball« in die Menge, der minutenlang in den Himmel flog.

In der Pause kamen viele Schüler ins große »Weltfairänderer«-Zelt, um das vielfältige Angebot zu nutzen. Der Maltisch war umlagert, aber auch die vielen Informationen, etwa über den ökologischen Fußabdruck oder den fairen Handel, stießen auf großes Interesse. »Ich habe mir bisher wenig Gedanken darüber gemacht«, sagte die zehnjährige Ella. Und so ging es auch der zwei Jahre älteren Luise, die sich schon auf den Workshop freute. Darauf freuten sich auch die Teamer, die am Sonntag ihr Schlafzelt nicht aufbauen konnten. Kaum stand das Hauptzelt, setzte Regen ein und hörte nicht mehr auf. »Das machen wir heute noch«, sagte Eutebach, der gleich wieder Fragen zweier Schüler beantworten musste.

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