31. August 2017, 10:00 Uhr

Gefahr auf Straßen

Warnung vor »Bauernglatteis«

Wenn der Traktor auf die Straße fährt, Erdbrocken aus dem Profil herausfallen und es regnet, kann es gefährlich werden für Motorrad- und Autofahrer in der Wetterau. Von »Bauernglatteis« ist die Rede,
31. August 2017, 10:00 Uhr
So kann es aussehen, wenn ein Traktor auf die Straße abbiegt. Verbunden mit Regen wird es dann richtig rutschig. (Foto: nic)

Doch auch andere Gefahren muss man einkalkulieren, wenn man auf den Straßen der Wetterau landwirtschaftliche Fahrzeuge erblickt. »Erntemaschinen und beladene Transportfahrzeuge sind bis in den Herbst hinein verstärkt unterwegs. Viele Auto- und Motorradfahrer unterschätzen die Gefahren, die von landwirtschaftlichen Fahrzeugen ausgehen«, warnt der ADAC Hessen-Thüringen in einer Pressemitteilung. Dabei weist der Verband auf die enorme Breite von Erntemaschinen und Ladewagen hin, die oft über die Hälfte der Fahrbahn hinausgehe. »Auch Gespanne von über zehn Metern Länge sind keine Seltenheit. Oft ist die Sicht für die Fahrer dieser Nutzfahrzeuge nach hinten eingeschränkt, und auch die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer haben einen verminderten Überblick.« Überholen sollte man deshalb nur auf gut einsehbaren, breiten Strecken – und mit äußerster Vorsicht, rät der ADAC.


Auch Beleuchtung ein Thema


Gefahr drohe auch durch den meist großen Wendekreis: »Beim Abbiegen schwenken Anhänger und Arbeitsgeräte aus. Nachfolgende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer sollten ausreichend Sicherheitsabstand einhalten, wenn nötig anhalten und nicht überholen.« Zum »Bauernglatteis« heißt es: »Verlorenes Erntegut oder Erdklumpen beeinträchtigen die Haftung der Reifen auf der Fahrbahn. In Kombination mit Tau oder Regen entsteht aus Lehm und Erde ein rutschiger Schmierfilm.« Für Motorradfahrer könne zudem Saatgut in Kurven zur tödlichen Falle werden, »denn Raps und Co. wirken wie Schmierseife«. Cornelius Blanke, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen, empfiehlt: »Fahren Sie vorausschauend, mit gemäßigter Geschwindigkeit und unternehmen Sie keine waghalsigen Überholmanöver.«

Wolfgang Heil, Vorsitzender der Verkehrswacht Wetterau, sieht in der hiesigen Region keine dramatischen Probleme, was Länge und Überbreite von landwirtschaftlichen Geräten angeht. Stattdessen bereitet ihm schlechte Beleuchtung Sorgen. Heil verweist auf die Aktion von Verkehrswacht und Kfz-Innung, bei der man kostenlos die Beleuchtung seines Fahrzeugs überprüfen und die Scheinwerfer einstellen lassen kann.

 

Pflicht zum Saubermachen

 

Florian Dangel, Geschäftsführer des Regionalbauernverbands Wetterau-Frankfurt am Main, weist in Sachen darauf hin, dass die Landwirte normalerweise die Straße in einen ordentlichen Zustand bringen müssen. Das gehe aber teilweise nicht ohne Weiteres von jetzt auf gleich. »Wir weisen unsere Mitglieder immer wieder darauf hin, dass es zeitnah zu erfolgen hat«, sagt Dangel. Er bittet Verkehrsteilnehmer um Verständnis dafür, dass es unter Umständen auch mal einen halben Tag dauern könne. »Die Landwirte sind hinterher,dass alles wieder ordentlich gemacht wird.« Bei der Rübenernte im Herbst sei es nebelig und nass, es werde früher dunkel – angesichts der damit verbundenen Gefahren gebe es runde Tische mit Rodegemeinschaften und Verkehrsbehörden, um möglichst wenig Gefahren auf die Straße zu bringen. Dangel bittet Autofahrer um Verständnis, gerade auch der Geschwindigkeitsunterschied sei zu beachten. Im Zweifel solle man hinter dem Fahrzeug bleiben.

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