11. September 2018, 20:11 Uhr

Voller Angst, Sehnsucht und Überfluss

11. September 2018, 20:11 Uhr

Was haben Sie in Ihrer Tasche? Ein benutztes Taschentuch und den Schlüssel für den Briefkasten? Oder Geldbeutel, Pass und Flugtickets? Smartphone und Notebook? Oder einen ganzen Hausstand? Taschen erzählen Geschichten, seien es Hosen- oder Handtaschen, Akten- oder Reisetaschen. Und wir alle haben sie. Taschen sind allgegenwärtig, und doch denken wir nie über sie nach.

Anders Julia Raab. Die Figurenspielerin aus Halle mit Bad Nauheimer Wurzeln hat ein ganzes Bühnenstück über Taschen erschaffen und darüber, was sie uns erzählen können: Geschichten von Reichtum und Armut, Hoffnung und Glück, Heimat und Vertreibung. Von Menschen, die einkaufen, arbeiten, reisen, fliehen, ankommen, vor allem aber Geschichten aus dem Leben.

Türkentaschen und Polenkoffer

Julia Raab erzählt diese Geschichten in einer Mischung aus Objekttheater, Choreografie und Schauspiel in einem Solo mit: Taschen. Groß und größer, aus billigem Plastik, blau-weiß-rot kariert, Massenware zur praktischen Aufbewahrung von Dingen, die man nicht mehr braucht, aber auch zum Transport all dessen, was man nicht zurücklassen kann.

Bei einigen Menschen heißen sie dann auch »Türkentaschen«, »Polenkoffer« oder »Ghana-must-go-home-bag«, sind Zeichen geworden für Millionen von Menschen, die aus Hoffnung, Sehnsucht oder Angst ihre Taschen gepackt haben und nun zur täglichen Inventur ihrer Habseligkeiten gezwungen sind, während bei anderen Menschen die Taschen überquellen. Im Stück »Taschen« will Raab tief in die menschliche Natur eintauchen, indem sie sich den Taschen anverwandelt, mit und in und aus ihnen heraus spielt, Geschichten erzählt von West und Ost, Nord und Süd, außen und innen, Jung und Alt. Sie schärft dabei den Blick für das Unverzichtbare, Wesentliche, Lebenswerte, aber auch für die Wurzeln von Glück.

Julia Raab stammt aus Bad Nauheim und stand im Theater Alte Feuerwache (TAF) das erste Mal auf der Bühne. Nach dem Studium der Theaterpädagogik erwarb sie einen Abschluss als Figurenspielerin. Mit ihrer Inszenierung »Die Dicke spielt Medea« begeisterte sie 2014 bei den Kabinettstücken des TAF das Publikum. Mit »Taschen« kehrt sie am Samstag, 15. September, auf die Bühne im Badehaus 2 zurück. In den Kabinettstücken möchte das TAF die ganze Bandbreite theatralen Schaffens, von Live-Hörspiel über Musical, Kammerspiel, Figurentheater, Rakugo bis hin zur satirischen Lesung präsentieren. Nach »Taschen« folgen das japanische Erzähltheater »Fluch(t) bei Sieben« (Samstag, 20. Oktober) sowie der Lach- und Liederabend »Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt « mit Werken von Kästner, Ringelnatz und Tucholsky (Sonntag, 18. November).

Karten gibt es in der Buchhandlung am Park bei der Tourist-Information oder an der Abendkasse. Die Veranstaltungen beginnen samstags um 19.30 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr.

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