04. Mai 2018, 20:31 Uhr

Traditionsbewusst und innovativ

04. Mai 2018, 20:31 Uhr
»Menschen wie sie braucht unsere Kommune und unser Land« – Bürgermeister Wilfried Mogk zeichnet Landfrauen-Vorsitzende Elsbeth Ohlmes mit dem Landesehrenbrief aus.

Der festliche Nachmittag zum 50-jährigen Bestehen des Landfrauenvereins Gettenau begann mit einer Überraschung: Vor vollem großen Saal des Gasthauses »Zum Stern« zeichnete Bürgermeister Willi Mogk die langjährige Landfrauen-Vorsitzende Elsbeth Ohlmes mit dem Ehrenbrief des Landes Hessens aus.

Er kenne die gebürtige Gettenauerin und ihren Werdegang als ausgebildete Hauswirtschaftsmeisterin, Mutter zweier Töchter und eines Sohnes sowie Aktive im Ehrenamt von der gemeinsamen Kindheit an, unterstrich Mogk in seiner Laudatio. »Menschen wie sie braucht unsere Kommune und unser Land – als Bürgermeister bin ich stolz, Elsbeth Ohlmes unter uns zu haben«, sagte Mogk bei der Übergabe von Urkunde, Ehrennadel und Blumenpräsent. Ohlmes trat mit dem Amt der Landfrauen-Vorsitzenden in die Fußspuren ihrer Mutter, der Gründungsvorsitzenden Milli Ostheim. Sie prägte die Arbeit des Vereins durch fast 25 Jahre hindurch zugleich traditionsbewusst und innovativ, »dabei stets mit Stil und einer glücklichen Hand für Veranstaltungen von hohem kulturellen Niveau«, hob der Bürgermeister hervor.

Marionettentheater überzeugt

Die anschließende Aufführung des Puppenspiels »Doktor Faust« in Anlehnung an die Fassung von Karl Simrock aus dem Jahr 1846 unterstrich den kulturellen Anspruch der Landfrauen. Mit dem renommierten, heute in Bad Nauheim ansässigen Hanauer Marionettentheater, seinem Leiter Dr. Roland Richter und dessen Ehefrau Diana Richter, hatte man ein traditionsreiches Ensemble zu Gast, das bereits in der neunten Puppenspieler-Generation arbeitet. Mit dem »Doktor Faust« für Erwachsene griff das Duo auf die frühesten literarischen Spuren des Württemberger Wissenschaftlers, Philosophen und Alchimisten Georg Faust (1480–1540) zurück. Die Geschichte von dessen Pakt mit dem Teufel, die in der Urfassung von der Narrengestalt des nur scheinbar dummen Hanswurst konterkariert wird, hat bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren und wurde vom Ehepaar Richter mit bemerkenswertem Aufwand an Kulissen, wertvollen Puppen, Musik- und Geräuscheinspielungen sowie Live-Dialogen präsentiert.

Gerade Letzteres, das Sprechen auf der Bühne, ist unter Profis keineswegs selbstverständlich. Zu anspruchsvoll ist die Arbeit mit den Puppen an filigranen Fäden selbst, viele der Miniaturbühnen beziehen ihre Dialoge deshalb lieber vom Band. Im Gettenauer Stern aber gewann die Geschichte um Wissendurst und menschliche Hybris, Glanz und Fall, Überheblichkeit und das Geschenk des schlichten Glücks gerade durch die persönliche Präsenz der Puppenspielern berührende Nähe und Vitalität. Die unterschiedlichen Charaktere – vom arroganten Faust über seinen nörgeligen Famulus und Hausdiener Wagner, vom hessisch schwadronierenden Hans bis zum bitterböse agierenden Mephistopheles und dem Herzog von Parma – wurden von Roland und Diana Richter überzeugend mit Leben gefüllt.

Nach begeistertem Applaus bestand für das Publikum die Gelegenheit zu einem Besuch hinter den Kulissen einer der traditionsreichsten Marionettenbühnen Hessens. Dann lockte ein mit raffiniertem, natürlich selbst gemachtem Fingerfood bestücktes Buffet die Gäste, es sich zum 50-jährigen Bestehen der Landfrauen gutgehen zu lassen. Zudem nahm Vorsitzende Ohlmes zahlreiche Glückwünsche entgegen. (Fotos: im)

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