02. Mai 2018, 20:16 Uhr

Traditionen bewahren

02. Mai 2018, 20:16 Uhr
Leah Frey-Rabine

Jom Kippur, Pessachfest, Rosch Haschana oder Channuka – das alles sind jüdische Feste, die jeweils eine besondere Bedeutung haben. Welche das sind, erklärte jetzt Chasan Leah Frey-Rabine. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Jüdisches Leben in Echzell hatte die katholische Pfarrgemeinde Heilig-Kreuz/Christkönig dazu ins katholische Pfarrheim eingeladen. Einige Interessierte folgten den Ausführungen von Chasan Leah Frey-Rabine, die in lebendiger Weise den Zuhörern die Welt der jüdischen Liturgie und die entsprechenden Feste im Jahreskreis erklärte.

Der Titel Chasan drückt aus: Die Bönstädterin Leah Frey-Rabine ist jüdische Kantorin. Sie kann dementsprechend Gottesdienste leiten und Verse gesanglich rezitieren. Von Beruf ist sie Opernsängerin und Gesangspädagogin.

Der jüdische Rhythmus unterscheidet sich vom Jahreslauf des christlich-europäischen Kulturkreises. Die Vielfalt ist groß: Drei der Feste waren ursprünglich Erntefeste beziehungsweise Pilgerfeste.

Das bekannteste Fest ist wohl das Pessachfest, ursprünglich das erste der drei Pilgerfeste, das zudem an den Auszug aus Ägypten erinnert. Es findet im Frühjahr statt, im Monat Nissan. Damit beginnt »im 7. Monat« das liturgische neue Jahr. Der Vorabend ist der »Sederabend«, an dem ein Festmahl stattfindet mit vielen dem Exodus relevanten Symbolen. Während dieser achttägigen Zeit isst man nichts Gesäuertes. 50 Tage später ist »Schawuot« – feierlicher Abschluss von Pessach, ursprünglich das zweite Pilgerfest, welches das Ende der Weizenernte markiert – heute auch Fest der »Übergabe der Tora«. Daraus leitet sich das christliche Pfingstfest ab, denn laut Apostelgeschichte waren viele Menschen zu diesem Fest in Jerusalem versammelt, als der Heilige Geist auf sie herabkam.

Entsprechend der christlichen Buß- und Fastenzeit gibt es den Monat »Elul« und den Versöhnungstag »Jom Kippur«. Das sind Zeiten der Besinnung, der Umkehr. Mit dem Monat »Elul« endet das Jahr. Das bürgerliche jüdische Neujahr beginnt am 1. des Monats Tischri (September/Oktober) mit dem Neujahrsfest »Rosch Haschana«.

Das »Fest der Feste« ist das Laubhüttenfest »Sukkot« – ursprünglich das dritte Pilgerfest, das die restliche Ernte ehrt. Es dauert acht Tage und soll an das Leben in der Wüste erinnern. Damit verbunden war zur Zeit des Tempels die Wassersegnung, das Trankopfer.

Zeiten der Umkehr

Das Channuka-Fest entstand wegen der Freiheitsbewegung der Makkabäer im Kampf gegen den Syrer Antiochus, der alles griechisch prägen wollte. Während dieses achttägigen Fests werden in einem speziellen Leuchter Kerzen gezündet, jeden Abend eine weitere, in Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels. In Öl gebackene Speisen werden serviert.

Aber nicht nur Ernstes prägt das jüdische Festjahr. Einen Monat vor Pessach lädt das »Purim-Fest« ein zu Ausgelassenheit, Feiern, Verkleiden – vergleichbar mit dem Karneval in der abendländischen Kultur. (Foto: pv)

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