Eine breite Mehrheit in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung fand der Antrag der CDU, zwei weitere Geschwindigkeitsmessanzeigen anzuschaffen. Damit sollen Autofahrer zum einen auf Überschreitungen aufmerksam gemacht werden. Zum anderen sollen Daten darüber gesammelt werden, wo Messungen sinnvoll sind, um letztlich mithilfe eines gezielt eingesetzten Blitzers auch Verwarnungs- und Bußgelder verhängen zu können.

Im Antrag wies die CDU darauf hin, dass es Landes- und Kreisstraßen mit starker Verkehrsbelastung in allen sechs Stadtteilen gebe. In einigen Stadtteilen sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h angeordnet.

»Es werden uns seitens der Anwohner der Durchgangsstraßen immer häufiger Beschwerden über zu schnelles Fahren herangetragen«, begründete die CDU ihren Antrag, mehr Messanzeigen anzuschaffen. Derzeit besitze Reichelsheim nur eine Anzeige, was angesichts der Anzahl der Stadtteile und potenziellen Messstellen zu wenig sei. Mit zwei weiteren Geräten könne man ständige Messungen durchführen.

Während die SPD-Fraktion Zustimmung signalisierte, wies Pascal Scholz (Freie Wähler (FW)) zusätzlich auf eine wissenschaftliche Masterarbeit hin, in der die Wirkung solcher Anzeigen im Vergleich zu Geschwindigkeitskontrollen mit Blitzern untersucht worden sei. Dabei seien in einer 50km/h-Zone 71 000 Messungen ausgewertet worden. Die gefahrenen Geschwindigkeiten seien durch den Einsatz der Anzeigetafeln um 5km/h gesunken. Diese Reduzierung sei auch nachts messbar gewesen.

Blitzen: hoher Personalaufwand

»Sobald die Geschwindigkeitsmessgeräte abgedeckt oder abgebaut worden sind, hat sich das alte Niveau wieder eingestellt«, belegte Scholz den Zusammenhang. Während Blitzer wegen des Personalaufwands nur zwei bis drei Stunden lang eingesetzt werden könnten, seien die Anzeigetafeln über Tage oder Wochen an einem Ort aufzustellen. Trotz dieser Belege für die Wirksamkeit der Anzeigetafeln plädierten die FW dafür, vor der Anschaffung neuer Geräte zunächst die Daten der vorhandenen Tafel auszuwerten.

Holger Strebert mahnte für die SPD-Fraktion: »Wenn wir nur einen Unfall und Verletzungen verhindern können, ist es sinnvoll, und wir sind auf der sicheren Seite.« Dem widersprach Uwe Priebe (FW): »Nicht alles, was beruhigend ist, müssen wir uns anschaffen.« Wenn man dieser Logik folge, müsse die Stadt gleich zehn Anlagen anschaffen. Durch bunt bemalte Figuren vor den Kindergärten lasse sich die gleiche Wirkung erreichen.

Bürgermeister Bertin Bischofsberger (CDU) entgegnete, der Vortrag von Priebes Fraktionsmitglied Scholz habe die Wirksamkeit der Anzeigetafeln belegt. Dass die bereits vorhandene Anzeige nicht immer sichtbar sei, liege auch daran, dass sie nicht nur auf Haupt-, sondern auch in Nebenstraßen eingesetzt werde.

Gegen die Stimmen der FW-Fraktion beschloss die Mehrheit von CDU und SPD die 5000 Euro teure Anschaffung der zwei neuen Geschwindigkeitsanzeigetafeln. Pascal Scholz (FW) enthielt sich.

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