29. Juli 2018, 19:41 Uhr

Tausende wollen Blutmond am Glauberg sehen

Den bisher größten Besucheransturm seit ihrer Eröffnung vor sieben Jahren erlebte die Keltenwelt am Freitagabend zur totalen Mondfinsternis. Geschätzte 2500 Menschen wollten das seltene astronomische Schauspiel beobachten. Das deshalb auch seine Schattenseiten hatte.
29. Juli 2018, 19:41 Uhr

Den bisher größten Besucheransturm seit ihrer Eröffnung vor sieben Jahren erlebte die Keltenwelt am Freitagabend zur totalen Mondfinsternis. Geschätzte 2500 Menschen wollten das seltene astronomische Schauspiel beobachten. Das deshalb auch seine Schattenseiten hatte.

Die Sternwarte des physikalischen Vereins Frankfurt, die bereits mehrfach Sternguckernächte auf dem Glauberg mitorganisiert hatte, hatte an das Museum eingeladen – und die Leute kamen. »Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele Menschen dafür interessieren«, wunderte sich Ingeborg Schrabback aus Nieder-Rodenbach über den Andrang. Noch in der Hessenschau um 19 Uhr hatte der Moderator live vom Glauberg das Publikum aufgefordert, zur Keltenwelt zu kommen. Obwohl schon erste Besucher eingetroffen waren, sei noch Platz.

 

Alle Parkplätze belegt

 

Eineinhalb Stunden später war diese Aussage überholt. Das Verkehrschaos um den Berg erinnerte entfernt an die totale Sonnenfinsternis von 2006. Eine nahezu endlose Autoschlange wandte sich den Glauberg hinauf. Vergebens, denn rund um das Museum waren bereits alle Parkplätze belegt. Viele Besucher hatten das schon geahnt und in den Dorfstraßen am Fuß des Berges oder in Feldwegen geparkt. Bepackt mit Campingstühlen, Picknickkörben und Beobachtungsgerät stapften sie auf den Berg.

Um das markante Gebäude der Keltenwelt war auf den weitläufigen Wiesen ein gigantisches Picknick gewachsen. Museumsdirektorin Dr. Vera Rupp schätzte die Besucherzahl vorsichtig am Samstag auf 2500. Wahrscheinlich dürften es noch wesentlich mehr gewesen sein. Dicht an dicht lagerten sie auf Decken, Sitzsäcken oder Klappstühlen. Viele hatten vor sich auf Stativen Kameras oder Teleskope aufgebaut. Wer kein eigenes Beobachtungsgerät hatte, konnte – nach entsprechender Wartezeit – einen Blick durch eines der fünf Teleskope des physikalischen Vereins erhaschen.

Der Star des Abends war zunächst nicht zu sehen. Wo die Wetterau über Wochen unter einem absolut klaren Himmel schwitzte, verdeckten am Glauberg Wolken den Horizont. Doch obwohl das die Beobachtung der längsten Mondfinsternis des Jahrhunderts hätte gefährden können, blieb die Stimmung gelassen. Pascal Opaterny, Marius Wagner und Christian Müller, drei junge Fotografen aus dem Main-Kinzig-Kreis, waren optimistisch, im Laufe des Abends gute Bilder zu bekommen. »Ich war Dienstag hier und da hat mir der Ausblick so gut gefallen«, erklärte Wagner, weshalb sie sich für den Platz entschieden hatten. »Es ist wirklich superschön«, schwärmte Victoria Klingsöhr, aus Bad Homburg auf den Glauberg gekommen ist, im Interview mit dem HR. »Wir wollten eigentlich auf den Feldberg«, ergänzt ihre Mutter Sabine. Doch über die Medien hätten sie von der Alternative in der Wetterau erfahren.

 

Mit etwas Verspätung wurde die Geduld der Besucher schließlich belohnt. Der Mond, der zu Beginn nur schemenhaft zu erahnen war, schien später tiefrot am Himmel. Ein gutes Stück darunter leuchtete deutlich sichtbar der Mars. Um 22.31 Uhr war mit dem Überflug der ISS, die das Licht der Sonne im All strahlend hell reflektierte, ein weiteres Himmelsschauspiel zu sehen.

Kurz nach 23 Uhr erreichte die Mondfinsternis ihren Höhepunkt. Langsam trat der Himmelskörper aus dem Kernschatten der Erde heraus. Zunächst war nur am linken Rand eine Aufhellung der rötlichen Färbung zu erkennen. Immer schneller ergriff dieser weiße Fleck von einem immer größeren Teil der Mondoberfläche Besitz.

»Man hat auch den Charme des Museumsbaus und des Geländes erlebt«, freute sich Museumsleiterin Rupp über die gelungene Präsentation der Keltenwelt. Tatsächlich waren viele Besucher wegen der Mondfinsternis das erste Mal am Glauberg. Viele von ihnen hat die entspannte Atmosphäre und die Anlage so überzeugt, dass sie sich einen Museumsbesuch fest vorgenommen haben.

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