11. März 2019, 13:04 Uhr

Sturmschäden

Sturm in der Wetterau: Bilanz und Ausblick zum Wetter

In zahlreichen Städten und Gemeinden der Wetterau mussten die Feuerwehren Sturmschäden beseitigen. Bäume waren umgestürzt, Dächer abgedeckt. Auch am Montag wird es stürmisch.
11. März 2019, 13:04 Uhr
(Foto: Feuerwehr)

Update: Heftige Sturmböen und Straßenglätte haben den Pendler- und Reiseverkehr in Hessen am Montagmorgen teils stark beeinträchtigt. Allein auf der A5 zwischen dem Gambacher Kreuz und Friedberg stockte der Verkehr auf einer Länge von 14 Kilometern. Ebenfalls auf der A5 stellten sich bei Alsfeld auf der glatten Fahrbahn mehrere Lkw quer. Zwischen Hattenbacher Dreieck und Alsfeld-Ost landete ein Lkw sogar im Graben. Hessen Mobil hatte am Montagmorgen bereits angeordnet, dass Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht unter anderem auf der A5 in Mittelhessen wegen der Witterungsverhältnisse nur den rechten Fahrstreifen benutzen dürfen.

Für Montag von 12 bis 18 Uhr hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Warnung vor Sturmböen in der nördlichen Wetterau herausgegeben. »Es treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 km/h (17m/s, 33kn, Bft 7) und 80 km/h (22m/s, 44kn, Bft 9) anfangs aus westlicher, später aus nordwestlicher Richtung auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit Sturmböen bis 85 km/h (24m/s, 47kn, Bft 9) gerechnet werden«, heißt es bei den Experten. Im Freien sind die Leute angehalten, auf herabfallende Gegenstände zu achten.

Auch der Bahnverkehr ist am Montag weiterhin betroffen. Bei den Verantwortlichen heißt es: »Viele durch das Sturmtief Eberhard verursachte Schäden an den Strecken vom gestrigen Tag konnten behoben werden. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Wir gehen aber davon aus, dass die Sturmschäden auch heute noch zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr der Deutschen Bahn führen werden.«

 


Orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von 100 und teilweise 120 km/h – die Angaben auf der Unwetter-App Katwarn für Bad Nauheim hatten es in sich. Das galt am Sonntag auch für die Alarmierungen, mit denen sich die Wetterauer Feuerwehren konfrontiert sahen. Im Laufe des Tages wurden die Einsatzkräfte immer mehr gefordert, noch mehr umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer kamen hinzu.

Die Polizei legte am Rande des Baugebietes Bad Nauheim-Süd umgestürzte Absperrungen zur Seite, damit sie Autofahrer nicht mehr gefährden konnten. In Bauernheim waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk wegen eines abgedeckten Daches im Einsatz. Laut Polizei musste die Alte Bahnhofstraße in Friedberg wegen eines umgestürzten Baumes gesperrt werden. Auf der Kaiserstraße knallte ein noch vom Faschingsumzug stammendes Verkehrsschild auf ein geparktes Auto. Verletzt wurde niemand, was auch insgesamt bei den Einsätzen in der Wetterau bis zum Abend galt.

 

Sturm in der Wetterau: Etwa 250 Feuerwehrkräfte im Einsatz

Wie Kreisbrandinspektor Lars Henrich am Sonntag gegen 14.30 Uhr mitteilte, war am Ortseingang von Bauernheim aus Richtung Ossenheim ein Baum umgestürzt, außerdem einer in der Usagasse in der Friedberger Kernstadt. Die Gambacher Feuerwehr sei ebenfalls wegen eines umgestürzten Baumes ausgerückt. Der Ober-Mörler Gemeindebrandinspektor Sascha Schäfer sprach von zwei Dachplatten, die heruntergestürzt waren. In Bad Nauheim drohte ein Baum an der Ecke Beethovenstraße/Frankfurter Straße umzustürzen, sagte Stadtbrandinspektor Ronald Neumann.

 

Sturm in der Wetterau: Empfehlung, in den Häusern zu bleiben

Wenige Stunden später war die Lage deutlich heftiger: Der Wetteraukreis gab etwa um 17.20 Uhr auf seiner Facebook-Seite eine Warnung heraus: »Es wird empfohlen, in den Häusern zu bleiben und sich nicht unnötig ins Freie zu begeben.« Es gebe schwere Stürme über der Wetterau. »In einem Dutzend Kommunen, vor allem in der westlichen Wetterau, haben die Feuerwehren alle Hände voll zu tun. Die Tiefdruckgebiete ›Dragi‹ und ›Eberhard‹ sorgen für umgestürzte Bäume und heruntergefallene Dachziegel. Aktuell befindet sich die Wetterau im Hauptsturmfeld. Das wird noch so bis zum frühen Abend bleiben.« Die Leitstelle Wetterau sei voll besetzt und nehme unter der Rufnummer »112« Notrufe entgegen. Glücklicherweise habe es außer Sachschäden noch keine Personenschäden gegeben.

Etwa zur gleichen Zeit sprach Kreisbrandinspektor Henrich im Telefonat mit der WZ von aktuell rund 25 Einsätzen. Der Führungsstab sei in der Leitstelle versammelt, auch Kollegen, die eigentlich dienstfrei hätten, seien aktiviert worden. »Wir sind noch im Sturm-Auge«, sagte Henrich. Die Einsatzstellen lägen über den gesamten Kreis verteilt: in Bad Nauheim, Friedberg, Bad Vilbel, Butzbach. Nidda, Ranstadt, Karben und Limeshain.

Um 19.30 Uhr vermeldete Henrich: »Wir haben die Einsatzbereitschaft im Kreis aufgehoben.« Insgesamt seien etwa 250 Feuerwehrkameraden an rund 50 Stellen im Kreisgebiet im Einsatz gewesen. Von etwa 13 bis 19 Uhr seien die wesentlichen Einsätze abgearbeitet worden. Gerade kümmerten sich noch Kameraden um Absperrungen. So wurde auch die mitten durch den Wald führende Straße zwischen Butzbach und Bodenrod gesperrt, was laut Henrich bis zum Montagmorgen so bleiben sollte.

Schlagworte in diesem Artikel

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.