07. September 2018, 19:43 Uhr

Sie plant schon das nächste Jahr

07. September 2018, 19:43 Uhr
NMA
Gerne auch mal im Freien plant Ruth Schröfel für die kommende Festspielsaison. (nma)

Während der Saison ist eigentlich vor der Saison: Die Burgfestspiele laufen jährlich von Mai bis September. Mit bis zu vier Aufführungen täglich, benötigen die Festspiele enormen Planungsaufwand. Während Zuschauer noch die Stücke dieser Saison genießen, machen sich die Intendanz und die Dramaturgie längst Gedanken über die nächste Saison. Ruth Schröfel sitzt dafür vor einem Puzzle aus Festen und Veranstaltungen im Umland.

Nicht nur einen Kalender hat die Dramaturgin dabei. Längst ist sie dabei, die neue Festspielsaison zu planen, doch funktioniert das in Bad Vilbel etwas anders, als in städtischen Theaterhäusern. »Viele Bühnen machen einen Zwei- oder Dreijahresplan«, weiß die erfahrene Dramaturgin. In Bad Vilbel hingegen müsse bereits im September eines Jahres festgelegt werden, welche Inszenierungen im kommenden Jahr auf der Bühne zu sehen sein werden. »Dafür ist die Auswertung des laufenden Spielbetriebes unerlässlich«, meint Schröfel.

Beim Theater für Kinder bittet die Dramaturgin beispielsweise die Klassenlehrer, die sich die Stücke ansehen, Fragebögen auszufüllen. Was das Abendprogramm angehe, achten die Planer auf die direkten Rückmeldungen des Publikums, wie auch auf die allgemeine Stimmung. Das Bauchgefühl sei dabei ganz entscheidend, sagt Schröfel. So lerne das Team in jedem Jahr dazu. »Wir schauen auch bei den anderen Festspielen in Deutschland, was dort gut lief.« Die Nähe zu Frankfurt sei mitunter von Nachteil für die Burgfestspiele, denn es gebe hin und wieder das Problem, dass man deshalb eine Lizenz nicht bekomme. Derzeit jedoch, denke sie noch gar nicht über neue Stücke nach. Zuerst einmal muss der Zeitplan gesetzt werden und das ist eine Menge Arbeit. »Ich schaue, wann Vilbeler Markt ist, wann Pfingsten, wann sind die Osterferien oder der J.P.-Morgan-Lauf in Frankfurt.« So könne man dann schauen, wo die Hauptproben oder die Generalproben hinpassen. »All das muss berücksichtigt werden, bevor wir überhaupt über neue Stücke nachdenken.«

Auf Bauchgefühl hören

Doch wenn die Jongliererei mit den Zahlen geschafft ist und auch neue Stücke gefunden sind, geht es erst richtig los. »Wir kontaktieren dann die Regisseure, diese erstellen ihre Rollenprofile für die Produktionen.« Über die Zentrale Arbeitsvermittlung (ZAV) werden die Rollen schließlich ausgeschrieben. »Bei der ZAV sind nur ausgebildete Darsteller. Wir veranstalten Ende des Jahres Vorsprechen und besetzen so die Rollen«, blickt die Dramaturgin voraus. Häufig können auch Darsteller aus dem Vorjahr gewonnen werden, auch im nächsten Jahr wieder Rollen zu übernehmen, sofern sie auf diese passen. Mit den Proben geht es dann bereits im Frühjahr los, denn dann steht ganz schnell die erste Premiere an.

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