23. August 2018, 08:00 Uhr

Brücke gesperrt

Schilder-Ärger in Assenheim

Dass die Instandhaltung von Straßen und Brücken nicht nur Geld kostet, sondern auch von den Anliegern oftmals großes Entgegenkommen fordert, davon können die Assenheimer zurzeit ein Lied singen.
23. August 2018, 08:00 Uhr
Die Assenheimer Apothekerin Eva Brück möchte eine geänderte Beschilderung für die Baustellenumfahrung, um zu zeigen, dass nicht ganz Assenheim gesperrt ist.

Wegen Instandsetzungsarbeiten der Brücke über die Nidda am Ortseingang von Assenheim auf der L 3187 ist seit Kurzem die Durchfahrt für den Verkehr gesperrt (die WZ berichtete). An dem über 35 Jahre alten Brückenbauwerk über die Nidda wurden erhebliche Schäden festgestellt, die umfangreiche Reparaturmaßnahmen erforderlich machen – und zwar voraussichtlich bis Ende November. »Vorausgesetzt, es läuft alles planmäßig«, schränkt Hessen Mobil als Baulastträger vorsorglich ein. Als Umleitung hat die Straßenverkehrsbehörde zwei Maßnahmen vorgesehen. Die eine für den überörtlichen Durchgangsverkehr erfolgt weiträumig über Friedberg/Pfingstweide, Freseniusstraße und Ossenheim beziehungsweise in umgekehrter Richtung und ist ausgeschildert.

 

Zufahrt nicht eingeschränkt

 

Der innerörtliche Verkehr wird hingegen über Straßen im Neubaugebiet westlich der Baustelle (Geschwister-Scholl-Straße, Mühlweg sowie Brückenstraße, Wingertstraße) geführt. In der Vorankündigung von Hessen Mobil heißt es, die Zufahrt für die Anlieger der Nieder-Wöllstädter-Straße werde nicht eingeschränkt sein. Sie könnten in die Sackgasse fahren. Die Zufahrt zu den ansässigen Praxen und Gewerbebetrieben könne aus Richtung Wirtsgasse beziehungsweise Bönstädter Straße erfolgen. »Dann muss Hessen Mobil oder die Stadtverwaltung auch dafür sorgen, dass die Mitbürger das erfahren«, kommentiert dies die Eigentümerin der Apotheke, Eva Brück. Sie beanstandet insbesondere die Ausschilderung an den Ortseingängen. »Wer am Florstädter Kreuz der Ausschilderung vertraut, der fährt nicht mehr nach Assenheim rein, obwohl die Straßen innerorts und auch die Verbindung nach Bönstadt frei befahrbar sind«, erklärt Brück.

Nach fast sechs Monaten Beeinträchtigung wegen der Baumaßnahmen vor dem Alten Rathaus heißt es für die Anwohner und die Gewerbetreibenden nun schon wieder: Zähne zusammenbeißen. »Ich habe einen Umsatzrückgang von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr«, stöhnt die Apothekerin. Und dabei stehe sie noch gut da, denn für andere Geschäftsleute in ihrer Nähe schlage der fehlende Durchgangsverkehr noch deutlicher zu Buche. »Wir wissen alle, dass die Straßen und Brücken auch irgendwann einmal saniert werden müssen, doch dann sollte man dafür sorgen, dass die Beeinträchtigungen für alle so gering wie möglich gehalten werden«, sagt Brück.

Die Brücke über die Nidda am Ortseingang von Assenheim wird derzeit saniert.
Die Brücke über die Nidda am Ortseingang von Assenheim wird derzeit saniert.

Sie spricht dabei nicht nur für die Geschäftsleute auf der Nieder-Wöllstädter Straße. Betroffen von den Umleitungen sind nämlich auch die Anwohner der Brückenstraße, Geschwister-Scholl-Straße und Mühlweg. Hier ist seit zwei Wochen viel Verkehr. »Als Fußgänger ist man hier mittlerweile extrem gefährdet«, schreibt Simone Siegmann, die in einer der Straßen wohnt, »weil es sich nach der kurzen Zeit schon eingespielt hat, dass Autofahrer den Bürgersteig mitbenutzen, um aneinander vorbeifahren zu können«. Auf Facebook schlägt Anwohner Holger Hartig vor, an der Abzweigung nach Bruchenbrücken vom Ilbenstädter Kreuz kommend einfach die Vorfahrt zu ändern. Dies werde den einen oder anderen frühzeitig abschrecken. »So ist es jedenfalls ein Wahnsinn, was hier zurzeit jeden Tag in der Brückenstraße abgeht.«

 

Stadt verweist auf Hessen Mobil

 

Und was macht die Stadt? Anders als die Anwohnerin Annette Trottnow vermutet, »dass es die Stadtverwaltung nicht interessiert, was in unseren Straßen abgeht«, weist man im Rathaus auf die Zuständigkeit von Hessen Mobil hin; die Baumaßnahmen wird schließlich an einer Landesstraße durchgeführt. Bei Hessen Mobil schiebt man den Schwarzen Peter an die Stadtverwaltung zurück. Für die innerörtliche Verkehrsregelung und zusätzliche Hinweisschilder sei die Stadt zuständig.

Apothekerin Brück kann da nur den Kopf schütteln: »Ich trage für 16 Mitarbeiter Verantwortung und muss auch vorausschauen. Im Rathaus tragen sie für rund 10 000 Mitbürger Verantwortung. Und da kann man doch mal ein wenig Kreativität und Weitblick erwarten.«

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