19. November 2018, 19:36 Uhr

SPD gegen »städtebauliche Sünde«

19. November 2018, 19:36 Uhr

Die SPD-Fraktion rechtfertigt in einer Pressemitteilung die zusammen mit den Freien Wählern getroffene Entscheidung, den Verkauf der Brachfläche in der Raiffeisenstraße auszuschreiben. Die Pläne des interessierten Investors Depant umzusetzen, wäre eine »unverzeihliche und vor allem nicht wiedergutzumachende städtebauliche Sünde« gewesen, argumentiert SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Schauermann. Nach der Ausschusssitzung, während der die Ablehnung des Projekts bereits deutlich wurde, hatte der Investor sein Kaufangebot zurückgezogen.

Für die SPD kein großer Verlust: »Baumaße von bis zu 25 Metern Länge, 16 Meter Breite und zwölf Metern Höhe in Verbindung mit Flachdächern machen unsere Position sicherlich verständlich«, sagt Schauermann. In Reichelsheim gebe es keine vergleichbaren Gebäude. Auch beim Rathaus habe sich die Stadtverordnetenversammlung letztlich gegen einen würfelförmigen Entwurf und für ein Satteldach entschieden. »Seit Jahrhunderten dominiert die Kirche das Ortsbild, gleich aus welcher Himmelsrichtung man nach Reichelsheim kommt. Würden diese drei Gebäude gebaut, würden sie (...) für die nächsten Jahrzehnte das Ortsbild prägen. Das kann niemand ernsthaft wollen.«

Schauermann ärgert sich, dass die Pläne nicht »wie üblich« mit den Unterlagen zur Stadtverordnetenversammlung versandt worden seien. »Das einzig sinnvolle wäre gewesen, wenn Bürgermeister Bischofsberger die Fraktionen sofort informiert hätte, als die Pläne erstmals auf seinem Schreibtisch lagen«, sagt er. Dann wäre schon vor Monaten klar gewesen, dass die Planungen in dieser Form nicht zustimmungsfähig seien.

Das Ziel müsse bleiben, so Schauermann, sowohl die Gemeinschaftspraxis zu halten als auch eine vertretbare städtebauliche Umsetzung zu gewährleisten. »Beides gegeneinander auszuspielen, bringt nicht weiter.«

Der CDU und Bürgermeister Bischofsberger wirft er fehlenden Mut vor. Beide seien trotz der Absage des einzigen angefragten Bauträgers mit leeren Händen in die letzte Stadtverordnetenversammlung gekommen. Die SPD hingegen habe einen Ausschreibungsentwurf vorgelegt, um die Entwicklung der Raiffeisenstraße voranzubringen. Schauermann: »Die Behauptungen, Entwicklungen würden auf Jahrzehnte blockiert und möglicherweise Steuergelder in sechsstelliger Höhe verschwendet, sollen nur davon ablenken, dass sich der Bürgermeister einem Investor ausgeliefert hat und nun vor einem Scherbenhaufen steht.«

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