31. Juli 2018, 05:00 Uhr

Kritik an Bahn

RB-Linie 49: Immer wieder Ausfälle und zu wenig Infos

Zuletzt gab es immer wieder Probleme mit den Zügen der Regionalbahn-Linie 49, die zwischen Hanau und Gießen verkehrt. Sie macht auch Halt in Assenheim und Nidderau. Nur warteten Fahrgäste dort teils vergeblich.
31. Juli 2018, 05:00 Uhr

Von Georgia Lori , 1 Kommentar
In Heldenbergen ist weit und breit kein Zug in Sicht. Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) wünscht sich, dass Kommunen und Bahn zukünftig besser kommunizieren. (Foto: Georgia Lori)

Der Ostheimer Pfarrer Lukas Ohly ist sauer. In den vergangenen Monaten musste er immer wieder hören, dass die Züge zwischen Hanau und Friedberg ausfielen, vor allem in den Stoßzeiten. Bereits gelöste Fahrkarten verloren ihren Wert, Pendler und Schüler standen ratlos am Gleis, kurz vor knapp surrten Smartphones, denn in der RMV-App kam die Nachricht an, dass die Bahn nicht fährt. Und mit ihr die Bitte, auf den Schienenersatzverkehr umzusteigen – nur war auch auf den nicht immer Verlass.

In seinem Ärger beschwerte sich Ohly nicht nur beim Rhein-Main-Verkehrsverbund. Dessen Meldesystem stieß ihm nämlich sauer auf. Er wandte sich auch an die Stadt Nidderau, wollte wissen, wie lange er noch mit Ausfällen zu rechnen habe. Kurz nach seiner Anfrage im Mai leitete man ihm dort eine Stellungnahme der Bahn weiter. In dieser wies das Unternehmen auf einen »deutlichen erhöhten Krankenstand bei den Triebfahrzeugführern« und eine »verringerte Verfügbarkeit von Fahrzeugen« hin. Sprich: Es fehlten Lokführer und es fehlten Züge. Auch hätten vorübergehende Instandhaltungsarbeiten für Ausfälle gesorgt. Besonders betroffen: die Linie RB 49.

 

Sommerferien als Problem

 

Bis Juni wollte die DB genügend Personal rekrutiert haben, um den Mangel ausgleichen zu können. Nach Angaben der Bahn-Tochter RMV kommt es zwischen Friedberg und Hanau derzeit tatsächlich auch nicht zu Ausfällen wegen Personalmangels. Dafür zeigte sich in den vergangenen Wochen ein neues Problem: die Sommerferien.

In den vergangenen Wochen führte die Bahn weitere umfangreiche Bauarbeiten für die neuen S 6-Gleise zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel aus. Die Strecke ist bis 13. August nur eingleisig befahrbar. Deshalb werden viele Regionalzüge zwischen Mittelhessen und Frankfurt über Nidderau und Hanau umgeleitet. Die RMV-Linie 49 wird von diesen Zügen ersetzt.

Auch die Stadt Nidderau verweist darauf, dass die Strecke zwischen Friedberg und Hanau derzeit als Hauptumleitungsstrecke dient. Wie der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) betont, führt der viergleisige Ausbau der Main-Weser-Bahn während der Baumaßnahmen zu Fahrplaneinschränkungen auf den Umleitungsstrecken, vor allem in den Ferienzeiten. Als Anliegerkommune begrüßt die Stadt aber die »längst überfälligen Investitionen« in das Schienennetz.

Eine bessere Abstimmung über Beginn und Dauer der Baustellen wäre wünschenswert

Nidderaus Erster Stadtrat Vogel

 

Mit Besorgnis sehe man aber auch die Dauer der Beeinträchtigungen in einem ohnehin schon überlasteten Verkehrsraum. Denn zeitgleich würden auch viele Straßenbaustellen den öffentlichen Verkehr belasten, in Nidderau etwa die Verschiebung der Schnellbuslinie X 27. Vogel: »Deshalb wäre eine bessere Abstimmung der Maßnahmenträger über den Beginn und die Dauer der verschiedenen Baustellen wünschenswert.«

Massiven Optimierungsbedarf sieht er auch bei den Baustellenfahrplänen, die noch in den nächsten Jahren für den Ausbau der S 6 nötig sind. Nötig sei eine deutliche Verbesserung der Kommunikation für den Fahrgast und die Bürger der Anliegerkommunen – sowohl digital, in den Printmedien als auch an den Anzeigen und Aushängen. Schüler, Pendler, Gelegenheitsnutzer und Kommunen müssten früher und verständlich mit den Informationen versorgt werden.

 

Stadt rät zu Beschwerden

 

Auch routinierte Pendler seien in der Vergangenheit in punkto Kommunikation bei Zugausfällen »verloren« gewesen – trotz RMV- und DB-App. Vogel wünscht sich eine ständige Einsatzbereitschaft eines DB-Schienenersatzverkehrs. Für den Nutzer sollte an allen Haltepunkten erkennbar sein, wo sich eine Haltestelle für den Bus und entsprechende Fahrplanaushänge befinden.

Die Stadt bittet jeden Fahrgast, seine Anliegen und Beschwerden dem RMV zu senden. »Auch bei einer Standardantwort ist das Anliegen in der Statistik erfasst, muss bearbeitet und ausgewertet werden«, erklärt Vogel. Beschwerden sollten daher wieder und wieder geäußert werden.

Auch Lukas Ohly könnte sich bald auf dem Beschwerdeportal wiederfinden. Denn er traut der Situation um die RB 49 noch nicht: Der Sommerfahrplan kaschiere die Ausfälle nur, befürchtet er.

Info

So kontaktieren Sie den RMV

Anregungen, Kritik oder Lob können Fahrgäste über das Formular des Serviceportals des Rhein-Main-Verkehrsverbundes unter https://www.rmv.de/elma/static/start.html übermitteln

 

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