30. Juli 2018, 20:02 Uhr

Prächtig und mächtig

30. Juli 2018, 20:02 Uhr
Winzig wirken Menschen und Autos vor der gewaltigen Eiche bei Dauernheim. (Foto: prw)

Im dritten Teil der kleinen Serie der Kreis-Pressestelle über Naturdenkmäler geht es um weitere besondere Bäume in der Wetterau. Eva Langenberg und Dr. Tim Mattern von der Unteren Naturschutzbehörde kontrollieren die rund 230 Naturdenkmäler bei regelmäßigen Rundfahrten.

Auf dem alten Schulhof in Ober-Mockstadt stehen zwei prächtige Kastanien. Sie leiden seit einigen Jahren unter dem Befall der Kastanienminiermotte. Miniermotten sind kleine Falter, die meist in der Abenddämmerung fliegen. Die Raupen der Motten stechen die Blattzellen an und saugen sie aus. Bei Kastanien kann das zu einer Wachstumsdepression und im schlimmsten Fall zum Absterben des Baumes führen.

Die wichtigste Gegenmaßnahme ist das regelmäßige Entfernen des befallenen Kastanienlaubs. »Deshalb sind wir sehr froh, dass die Naturschützer und Nachbarn vor Ort die Blätter einsammeln und dann der Gemeinde zum Verbrennen übergeben«, dankt Eva Langenberg den engagierten Helferinnen und Helfern.

Hecke aus dunkler Zeit

Am Pfarrhaus in Ober-Mockstadt steht eine prächtige Linde, der ein guter Zuwachs attestiert wird. Ähnlich sieht es aus mit der Linde auf dem Friedhof. An eine dunkle Zeit erinnert die Hecke mit Maulbeerbäumen oberhalb von Glauburg. Die Maulbeerhecke wurde in den 30ern gepflanzt, um dort den Seidenspinner anzusiedeln, der Seide für Fallschirme produzieren sollte. Die Hecke steht als Naturdenkmal unter Schutz und wird heute von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Ortsverein Glauberg) und der Gemeinde Glauburg gepflegt.

Weiter geht es nach Dauernheim, wo neben dem Wasserhochbehälter eine der mächtigsten Eichen in der ganzen Wetterau steht. Weniger günstig sieht es für die zwei Kastanien am Friedhof in Stockheim aus. Besonders die rechte Kastanie ist nur schwach belaubt, die Blätter sind klein und ein Zuwachs ist nicht zu erkennen. Bei der linken Kastanie ist zumindest ein mäßiger Zuwachs zu erkennen. Vermutlich macht die Flächenversiegelung den beiden Bäumen Probleme. Die beiden Kastanien sind mit Stahlseilen miteinander verstrebt. Der Gesamtzustand wird als sicher beurteilt. Die Kontrollen der Naturdenkmale finden im belaubten und im unbelaubten Zustand statt, also zweimal im Jahr, und stets nach dem Vier-Augen-Prinzip. Das heißt, zwei Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde müssen bei der Kontrolle dabei sein.

Wenn bei der Kontrolle festgestellt wird, dass der Baum Schäden aufweist, etwa trockene Äste hat oder gar die Standsicherheit gefährdet ist, dann muss dies durch eine Fachfirma überprüft werden.

Der Baum muss dann entweder fachgerecht zurückgeschnitten werden, um die Krone zu entlasten, oder – im schlimmsten Fall – gefällt werden. Die Sicherheit des Menschen geht vor.

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