25. Juli 2018, 05:00 Uhr

Vor »Aktenzeichen XY…«-Sendung

Polizei hat Hinweise im Mordfall Adem Bozkurt

Der Fall schockiert: Der vermeintliche Unfall war ein Mord. 21 Jahre nach dem Tod des Bad Nauheimers Adem Bozkurt ist das Verbrechen Thema in der Sendung »Aktenzeichen XY… ungelöst«.
25. Juli 2018, 05:00 Uhr
Auf den ersten Blick ein tragischer Unfall. Der BMW ist im Feld bei Ober-Mörlen gegen einen Baum geprallt. Doch der Schein trügt, nun ist klar: Adem Bozkurt ist im April 1997 durch einen Genickschuss gestorben. (Foto: pob)

Der Fall des im April 1997 ermordeten Adem Bozkurt aus Bad Nauheim wird am Mittwoch, 25. Juli,   ab 20.15 Uhr bei »Aktenzeichen XY… ungelöst« gezeigt. Staatsanwalt Thomas Hauburger nahm am Dienstag in München an der Probe für die ZDF-Sendung teil, sein Kollege Rouven Spieler hatte derweil Neuigkeiten zu berichten: So habe es bereits Hinweise im einstelligen Bereich zu dem Mordfall gegeben, der vor 21 Jahren als Unfall getarnt worden war. Inwiefern diese Hinweise wertvoll seien, werde noch überprüft. Speziell für den Fall Bozkurt seien mehrere Polizeibeamte abgestellt worden, teilte Spieler mit.

 

Leiche exhumiert und obduziert

 

Ende 2014/Anfang 2015 wurde der Fall Adem Bozkurt wieder aufgerollt, nachdem ein Hinweis eingegangen war, dass der 45-jährige Bad Nauheimer in der Nacht auf den 8. April 1997 im Feld bei Ober-Mörlen nicht bei einem Unfall ums Leben gekommen, sondern ermordet worden war. Die Leiche war vor 21 Jahren in einem BMW gefunden worden, der gegen einen Baum geprallt war. Ermittlungen bestätigten die Mord-These. Die in der Türkei bestattete Leiche wurde exhumiert und obduziert. Das Ergebnis: Der Bad Nauheimer war durch einen Genickschuss getötet worden. Bozkurt betrieb eine Reinigungsfirma für Toilettenanlagen auf Raststätten. Die Kripo vermutet, dass er von Wettbewerbern durch den Mord aus dem Markt verdrängt werden sollte.

 

Zeuge kein Augenzeuge

 

Der Hinweis, der den Fall vor rund zweieinhalb Jahren ins Rollen brachte, stammte nicht von einem Augenzeugen, sondern von jemandem, der von dem Tötungsdelikt gehört hatte, teilte Spieler am Dienstag mit. Auf eine solche Art von Hinweisen setzen die Ermittler auch hinsichtlich der XY-Sendung ihre Hoffnungen. Vielleicht gebe es jemanden, der nach der Tat – oder auch schon davor – etwas über das Verbrechen gehört habe.

Neben Hauburger wird auch Kriminalhauptkommissar Klaus-Dieter Schmidt, Leiter des Mordkommissariates Wetterau, bei Moderator Rudi Cerne im ZDF-Studio zu Gast sein. Die Erfahrungen mit der Sendung seien positiv, sagte Spieler. Es gebe viele Rückmeldungen, und sie müssten nicht immer zum vollständigen Durchbruch verhelfen.

 

Hinweise könnten auch später hilfreich sein

 

Die Beweislage könnte sich verdichten, Personen als Täter ausgeschlossen werden – »um die Ermittlungen fokussierter in eine Richtung lenken zu können«. Hinweise nach der XY-Sendung könnten später hilfreich sein. »Wir nehmen das hier sehr positiv wahr und sind sehr dankbar, wenn wir hier Fälle präsentieren dürfen«, sagte Spieler.

Bei der Produktion des Bozkurt-Beitrags habe es eine enge Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden gegeben, »damit der Film die Leute nicht auf die falsche Spur bringt«. Polizei und Staatsanwaltschaft würden den Beitrag absegnen, denn bereits eine falsche Information könnte dafür sorgen, dass die Zuschauer verwirrt werden.

Wer Hinweise zu dem Mord an Adem Bozkurt geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0 60 31/60 12 34 an die Polizei zu wenden.

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