07. September 2018, 09:45 Uhr

Polizeieinsatz

Polizei-Spezialkräfte im Einsatz: Die Hintergründe des Oberhessen-Challenge-Vorfalls in Nidda

Ein 15-Jähriger hat Spezialkräfte der Polizei bei der Oberhessen Challenge in Nidda auf den Plan gerufen. Nun werden Hintergründe des Vorfalls bekannt.
07. September 2018, 09:45 Uhr
Die Polizei nimmt in diesem Haus einen 15-Jährigen fest, der mit einer Spielzeugpistole auf Läufer am Start der Oberhessen Challenge gezielt hat. (Foto: sax)

Bis unmittelbar vor der geplanten Startzeit um 18.30 Uhr war bei der Jubiläumsauflage des Oberhessen Challenge Laufes alles Routine. 2800 Läufer standen dicht gedrängt vor dem Startbogen an der Sparkasse. Landrat Jan Weckler machte sich bereit, den Startschuss zu geben, Niemand ahnte, dass die Ereignisse in einem Nachbarhaus wenig später für Aufregung und eine Verzögerung um eine Stunde sorgen würden.

»Mir wurde zugetragen, dass im Startbereich ein Mann mit einer Waffe hantiert«, berichtet der Pressesprecher der Sparkasse Oberhessen, Dominik Kuhn. Sofort habe er die Polizei alarmiert. »Uns war klar, dass der Lauf nicht starten darf. Sicherheit hat immer höchste Priorität.« Denn weder sei klar gewesen, was der Zeuge genau gesehen hatte, noch ob es eine Bedrohung durch eine echte Waffe gegeben habe.

 

Besonnener Moderator

Professionell überspielte Moderator Andreas Groß die Situation und berichtete von einem »medizinischen Notfall« auf der Strecke. Es sei damit zu rechnen, dass man später auch Blaulicht sehen werde. Mit Musik und Interviews hielt er Publikum und Läufer bei Laune. Zwischenzeitlich wurde Wasser herangebracht, damit es unter den dicht an dicht stehenden Läufern nicht zu einem tatsächlichen Notfall kommt.

Je länger die Startvorbereitungen unterbrochen waren, desto mehr Läufer traten aus der Startformation heraus, vertraten sich die Beine. Einige saßen direkt vor dem Haus, in dem sich die Wohnung mit dem mutmaßlichen Schützen befand. Auch in dem Imbiss im Erdgeschoss wurden weiter Gäste bedient. Die Erklärung des Moderators verhinderte, dass größere Unruhe aufkam. »Das war natürlich eine Notlüge, damit keine Panik entsteht«, bittet Kuhn um Verständnis.

Auch als gegen 19.15 Uhr eine Gruppe Polizeibeamter in Schutzkleidung und mit Helmen zu Fuß vor dem Haus anrückte, bekamen das zunächst nur wenige mit. Kuhn hatte zuvor Läufer und Passanten aufgefordert, den engsten Bereich vorm Haus zu räumen.

Anschließend rückten die Beamten in den Hinterhof des Hauses vor. Dort nahmen sie den 15-Jährigen fest, der aus dem Fenster gezielt hatte. Dies sei nur ein »Spiel« für ihn gewesen, sagte der junge Mann laut Polizei. Die Waffe entpuppte sich als Spielzeugpistole. Der 15-Jährige ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn wird wegen des Verdachtes der Bedrohung ermittelt.

 

Organisatoren in ständigem Kontakt zur Polizei

Die Organisatoren hätten ständig in Kontakt mit der Polizei gestanden, erklärt Sparkassen-Sprecher Kuhn. Diese habe wie auch alle anderen in die Bewältigung der Situation eingebundenen Personen sehr gute Arbeit geleistet.

Zu diesen gehörten auch Bürgermeister Hans-Peter Seum und Landrat Jan-Weckler, der bestätigt, dass er in den Einsatz von Anfang an eingebunden war. »Ich war umfassend von Anfang an informiert«, erklärt er. Er betont, dass die Verschiebung des Starts die richtige Entscheidung war. Die Sicherheit von Läufern und Publikum stehe an erster Stelle. Knapp fünf Minuten nach dem Eintreffen der Spezialkräfte am Haus entspannte sich die Situation. Mit 55 Minuten Verspätung gingen die 2800 Läufer schließlich auf die Strecke.

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