06. September 2018, 18:43 Uhr

»Ordnet Euch Euren Männern unter«

06. September 2018, 18:43 Uhr
S. Domnick

Im 5. Kapitel des neutestamentlichen Paulus-Briefs an die Epheser lesen wir in den Versen 22 bis 24: »Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist. Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen.« Vergleichbare Aussagen finden sich an mehreren Stellen im Alten und Neuen Testament. Pfarrerin Susanne Domnick gab in der Stadtkirche anhand solcher Texte eine komprimierte Einführung in das Thema »Frauen und Macht in der Bibel«.

Dass auch das Verhältnis Jesu zu den Frauen anfänglich ablehnend war, erhellt aus Matthäus, Kap. 15, Vers 21–28. Als ihn die Frau aus Kanaan verzweifelt bittet, ihre vom bösen Geist besessene Tochter zu heilen, antwortet er zunächst abweisend mit einem Bild: »Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.« Er vergleicht also die kanaanäische Frau mit einem Hund und das Volk Israel mit bedürftigen Kindern, denen vorab Hilfe zustehe. Aber die Frau insistiert auf seiner Hilfe, bis er ihrer Bitte schließlich mit den Worten nachkommt: »Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst.«

Bekanntlich weist auch der Schöpfungsbericht im 1. Buch Mose, Kap. 3, der Frau – Eva – die Schuld am Sündenfall zu, die ihrerseits die Schlange dafür verantwortlich macht, dass sie und Adam vom Baum der Erkenntnis gegessen und damit den Aufenthalt im Paradies verwirkt haben.

Anhand einer ausführlichen Deutung des »Dreiecksverhältnisses« zwischen Jakob und den Töchtern Labans, Lea und Rahel, dem er viele Jahre dient, zeigte die Referentin auf, wie die Schwestern – anhand an einem Strang zu ziehen – um die Gunst Jakobs buhlen und damit ihre eigene »Machtposition« ihm und ihrem Vater gegenüber schwächen. Solange Rahel – obwohl die schönere von beiden – kinderlos bleibt, verbietet ihr Vater seinem Diener Jakob, sie zur Frau zu nehmen. Erst als Rahel ihn ein Kind mit ihrer Magd Bilha zeugen lässt, ändert sich die Lage.

Die Macht des Mannes resultiert also nicht zuletzt daraus, dass Frauen ihre eigene Macht nicht erkennen, sagte die Referentin. Das »Buch der Richter« berichtet dagegen in Kapitel 4 und 5 von einer der starken Frauen im Alten Testament. Jael erschlägt ihren Mann Sisera heimlich in der Nacht, weil er ihre Zuneigung und Liebe zu ihm nicht erwiderte.

Gegen Frauenpriestertum

Eine der Schlüsselstellen im Neuen Testament, das Mann-Frau-Verhältnis betreffend, finden wir im 2. Kapitel des 1. Timotheusbriefs, Vers 8–15. Hier heißt es.: »Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre – auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still.« Es ist unter anderem diese Passage, auf die sich die Ablehnung des Frauenpriesterums in der katholischen Kirche bis heute bezieht. Auch die protestantischen Kirchen und die Anglikanische Kirche haben sich mit der Ordinierung von Frauen schwergetan. Erst seit wenigen Jahrzehnten steht der Pfarrberuf auch Frauen offen. Pfarrerin Domnicks gut durch Bibeltexte veranschaulichter Vortrag wurde mit viel Applaus aufgenommen. (Foto: gk)

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