30. August 2018, 19:52 Uhr

Neue Skulpturen am Erlenbach

30. August 2018, 19:52 Uhr
ADO

Spaziergänger aufgepasst: Gleich sieben neue Werke gibt es seit dem Wochenende bei der »Massenheimer Auenkunst« zu entdecken. Kuratorin Astrid Gräfin von Luxburg erklärt, was hinter den ungewöhnlichen Skulpturen steckt.

Wer das schneeweiße Fohlen schon kennt, das gleich zu Anfang zwischen Bäumen des Parks auftaucht, dürfte sich bei einem neuerlichen Spaziergang durch die Massenheimer Erlenbach-Aue freuen: Die rheinhessische Künstlerin Anne-Marie Kuprat hat für den neuen Ausstellungszyklus eine weitere Skulptur dort aufgestellt.

Seit mehr als zehn Jahren präsentieren renommierte Künstler zwischen Erlen und Weiden ihre Figuren und Plastiken. Nun sind wie jedes Jahr vertraute Werke weitergezogen und neue hinzugekommen. Kuratorin Astrid Gräfin von Luxburg hat den neuen Skulpturenpark zusammengestellt.

Die Tiere entsprängen der Fantasie der Künstlerin, erzählt von Luxburg, basierten aber auf genauen Bewegungsstudien.

Von Skulptur zu Skulptur wandelt die Kuratorin durch den romantischen Auenpark, einen Tross Kunstinteressierter immer hinter ihr. Manche Kunstwerke haben schon Patina angesetzt, wie der »Alligator« von Klaus Pfeiffer am Bachrand. Ein Anschieben und der »Bewegstein« (Regina Planz, Martin Steinmetz) dreht sich um die stählerne Achse. Wie das geht, macht Planz selbst vor.

Gleich mit drei Skulpturen ist erstmals Matthias Nikolaus vertreten, der sein Atelier in Bad Dürckheim hat. Sein Objekt »Spiegelung« aus Sandstein und Cortenstahl, ist Opfer von Vandalismus geworden. »Es müssen Menschen mit großer zerstörerischer Energie den Stein umgestoßen haben, obwohl er mit einer Bodenplatte fest verbunden ist«, sagt von Luxburg. Sie sei »völlig frustriert«. Wenige Tage zuvor habe sie noch gedacht, die Kunst habe über die Zerstörungswut triumphiert. Die »Raumwelt« der Künstlerin Susann Geel musste bereits 2017 durch eine Plexiglas-Hülle geschützt werden. »Es macht mich sehr traurig, dass jetzt wieder ein Kunstwerk so missachtet wurde«, sagt von Luxburg.

Wenige Schritte weiter warten zwei intakte Objekte von Nikolaus: Der »Männliche Torso« aus Sandstein und Cortenstahl. »Aus der Kombination der zwei Materialien gewinnen die Skulpturen ihren Reiz«, erklärt von Luxburg.

»Landschaft« hat Friedhelm Welge einen Stein tituliert, den er bearbeitet hat, bis sich ihm die innere Gestalt als Archetyp des Weiblichen erschloss.

Ergebnis eines langen Arbeitsprozesses ist auch das Objekt »Durchbohrt, Enthauptet«, gearbeitet aus hartem französischem Muschelkalk. Es sei die bildhauerische Antwort auf menschliches Leid, erklärt von Luxburg. Welge habe zehn Jahre lang an dem »Projekt 14« gearbeitet, das sich auf die mittelalterliche Verehrung von 14 Heiligen, den »Nothelfern« beziehe.

Claus-Günther Kunzmann, Leiter des Fachbereiches Kultur, spricht aus, was viele Besucher empfanden: Man fühle sich wie in eine andere Welt versetzt, denn hier sei es geglückt, Kunst und Natur zusammenzubringen.

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