28. August 2018, 20:01 Uhr

Nach dem 30. Mal ist Schluss

28. August 2018, 20:01 Uhr

Angeln gilt bei vielen Menschen als Erholung inmitten der Natur. Die Stille der Umgebung und der Blick auf das Wasser sind für sie das Schönste, was sie sich vorstellen können. Und wenn sie dann noch erfolgreich sind, sprich möglichst viele Fische aus Flüssen, Teichen oder dem Meer holen können, dann sind die Angler verständlicherweise auch stolz auf sich. Nach dem guten Fang stellt sich für manchen Sportfischer allerdings die Frage: Was mache ich nun mit Karpfen, Forelle, Wittling und Scholle? Denn es gab und gibt immer wieder Angler, die selbst keinen Fisch essen.

Jeder bringt etwas mit

Diese Frage stellten sich vor 30 Jahren auch drei Mitglieder der Sportfischer-Clubs Echzell. Ihre Truhen waren gefüllt mit Fischen, doch sie selber aßen keinen oder nur wenig Fisch. Ganz anders ihre Bekannten, die dieses hochwertige Lebensmittel liebten. Die drei Angler und Freunde kamen überein: Wir laden zum Fischessen im privaten Kreis ein. Beim ersten Fischessen am Bolzplatz in Bisses kamen damals etwa 30 Personen zusammen. Die Vorgabe war: Die Fische und die Getränke werden vom Angler-Trio kostenlos gestellt. Die Besucher beziehungsweise die Frauen der Angler kümmern sich um die Salate, und jedermann kann eine Spende geben. »Das machen wir im kommenden Jahr wieder«, entschieden die Gäste. Die Richtlinien des jährlichen Schmauses blieben bis zum vergangen Samstag bestehen, als die Angler zum 30. – und letzten – Fischessen nach Bisses einluden.

Im Lauf der Jahre wechselte der Veranstaltungsort vom Bolzplatz über den Hof von Eckhard Hirt, dem heutigen Vorsitzenden des Sportfischer-Clubs, der als Einziger bei allen 30 Veranstaltungen als Spender auftrat, über das Feuerwehrgerätehaus zum Bisser Brandweiher. »Hier auf dem Vereinsgelände des Sportfischer-Clubs sind wir seit 15 bis 20 Jahren«, blickte Hirt zurück. »Was im kleinen Rahmen begann, hat sich zu einem Treffen von heute über 300 Personen entwickelt. Manche Gäste sind bereits am späten Nachmittag da, andere kommen erst bei Einbruch der Dunkelheit. Manche gehen früher, andere bleiben über Stunden sitzen.«

Erstmals auch Fischbratwürste

So auch geschehen am Samstag, wo zum Abschluss des Fischessens erstmals eine Band spielte; aus Friedberg die Gruppe »The Caseys«, die mit Rock-Rhythmen begeisterte. An den insgesamt 27 Zeltgarnituren unter den vier kleinen Zelten herrschte ein reger Meinungsaustausch, wobei auch die regenarme Zeit und deren Auswirkungen auf die Fische zur Sprache kamen. Es war zu vernehmen, dass es den Fischen in den heimischen Fließgewässern, gegenüber den nur von Grundwasser gespeisten Seen, noch gut gehe.

Immer wieder wurde auch Bedauern laut, dass diese traditionelle Veranstaltung nun nach 30 Jahren endet. »Der Aufwand zu solch einer Veranstaltung ist einfach groß. Auch fehlt uns der Nachwuchs an Anglern, die ausreichend Fische zur Verfügung stellen«, begründeten die Macher das Ende des hiesigen Fischessens, »das immer nur dank der Mithilfe der Lebenspartnerinnen möglich war«.

Am frühen Abend eröffneten die Frauen der Angler das Büffet. Groß war wieder die Auswahl der Fische. Da standen auf den Tischen zahlreiche Fischarten wie Karpfen, Forelle, Dorsch, Makrele und Hering sowie Fischfrikadellen. Hinter der Vereinshütte brutzelten bei Ernst-Uwe Suppes und Matthias Kapeller die Backfische für den Nachschub an der Tafel. Erstmals gab es aus der Angler-Küche auch Fischbratwürste, die Hans Wingefeld am Grill drehte. »Die genaue Zusammensetzung der Fischbratwürste ist ein Geheimnis«, sagte er. »Etwas vom Schwein ist zwecks Bindung notwendigerweise auch dabei.«

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