26. Juli 2018, 20:47 Uhr

Mord an Adem Bozkurt

Nach »XY«-Sendung: Wertvolle Angaben im Mordfall Bozkurt

Die Sendung »Aktenzeichen XY…« hat der Polizei weitere 22 Hinweise Mordfall Adem Bozkurt aus Bad Nauheim gebracht. Drei bis vier Hinweise sind besonders werttvoll.
26. Juli 2018, 20:47 Uhr
Staatsanwalt Thomas Hauburger (l.) hat sich am Mittwochabend in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY… ungelöst« zum Mordfall Adem Bozkurt geäußert. (Screenshot: agl)

Im Fall des im April 1997 ermordeten Adem Bozkurt aus Bad Nauheim hat es bisher 35 Hinweise gegeben, seitdem der Fall öffentlich gemacht worden ist. Der Gießener Staatsanwalt Rouven Spieler nannte diese Zahl am Donnerstag in Vertretung seines Kollegen Thomas Hauburger. Dieser war am Mittwochabend im Studio von »Aktenzeichen XY…ungelöst« zu Gast, sprach mit Moderator Rudi Cerne über den Fall, der sich erst viele Jahre später als Tötungsdelikt entpuppt hatte.

Wie die WZ berichtete, war der 45-jährige Bozkurt, wohnhaft in der Bad Nauheimer Hauptstraße, um 4.30 Uhr am 8. April 1997 tot am Steuer eines schwarzen BMW gefunden worden, der im Feld bei Ober-Mörlen gegen einen Baum geprallt war. Damals wurde der Tod des Mannes mit einem Unfall erklärt. Nachdem Ende 2014 ein Hinweis bei der Polizei eingegangen war, Bozkurt sei ermordet worden, wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Das Ergebnis: Bozkurt wurde durch Genickschuss getötet.

»Mit drei Dutzend Hinweisen können wir sehr zufrieden sein«, sagte Staatsanwalt Spieler am Donnerstag. Vor der »Aktenzeichen«-Sendung im ZDF habe es 13 Hinweise gegeben, 22 weitere seien hinzu gekommen. Drei bis vier Hinweise seien so werthaltig, dass ihnen jetzt intensiver nachgegangen werde. »Heiße Spur wäre zu viel gesagt«, schränkte Spieler ein. Bei den drei bis vier Hinweisen seien auch Namen genannt worden. Ob diese mit jenen Personen identisch sind, die bereits zwischenzeitlich festgenommen worden waren, wollte und konnte Spieler nicht sagen. Weitere Festnahmen habe es aber nicht gegeben.

Kritik auf Facebook an Polizei

In dem TV-Beitrag wurden am Mittwochabend auch Szenen gezeigt, in denen es darum ging, dass Adem Bozkurt im beruflichen Umfeld unter Druck gesetzt worden war. Die Konkurrenz wollte demnach sein Geschäft übernehmen und bedrohte ihn. So zumindest wurde es in dem Kurzfilm dargestellt, und diese Vermutung äußerte auch Staatsanwalt Hauburger im ZDF-Studio. In dem TV-Beitrag ging es außerdem um die Spuren im Auto, die – Jahre nach der Tat – Fragen aufgeworfen haben: Warum löste auch der Airbag auf der Beifahrerseite aus, obwohl dort angeblich niemand gesessen hat? Und wie konnten Blutspritzer an der Windschutzscheibe landen, obwohl die Airbags im Weg gewesen sein müssen? Außer Bozkurt selbst saßen vermutlich mindestens zwei weitere Personen in dem BMW, hieß es in dem TV-Beitrag. Diese Mitfahrer könnten eventuell schon an Bozkurts Wohnung oder aber unterwegs eingestiegen sein.

Unter dem Beitrag zum Fall Bozkurt auf der Facebook-Seite von »Aktenzeichen XY… ungelöst« befinden sich Vorwürfe in Richtung Polizei, die im Jahre 1997 ihre Arbeit nicht richtig gemacht habe. In einem anderen Kommentar heißt es hingegen: »Ich mache den damaligen Ermittlern keinen Vorwurf, auch wenn das alles vielleicht ein bisschen unglücklich wirkte.« Und eine Nutzerin fragt: »Könnte der Mord mit dem NSU-Trio in Zusammenhang stehen?«

Hinweise zum Mordfall Bozkurt nimmt die Polizei unter Tel. 0 60 31/60 12 34 entgegen.

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