25. Juli 2018, 22:11 Uhr

Fall Adem Bozkurt

Nach »Aktenzeichen XY«: Optimismus bei der Mördersuche

Der Mord an dem Bad Nauheimer Adem Bozkurt am 8. April 1997 wurde am Mittwochabend in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY… ungelöst« dargestellt. Nach der Sendung gab es erste Hinweise.
25. Juli 2018, 22:11 Uhr
Staatsanwalt Thomas Hauburger mit Moderator Rudi Cerne (r.) (Screenshot: hed)

Das Auto fährt auf einem dunklen Feldweg, in dem BMW sitzen drei Leute, die Person auf der Rückbank hält dem Fahrer eine kleinkalibrige Pistole in den Nacken und drückt ab. Der Beifahrer lenkt den Wagen gegen einen Baum. So dürfte der Mord an dem Bad Nauheimer Adem Bozkurt an jenem 8. April 1997 im Feld bei Ober-Mörlen abgelaufen sein, und so wurde die Tat am Mittwochabend in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY… ungelöst« dargestellt.

Wie die WZ berichtete, war die Polizei vor 21 Jahren davon ausgegangen, dass Bozkurt bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Vor rund zweieinhalb Jahren dann die Wende: Die Ermittler bekamen einen Hinweis, es habe sich um Mord gehandelt. Eine Obduktion der exhumierten Leiche bestätigte dies, wie auch in der XY-Sendung zu sehen war.

Die Experten in dieser nachgestellten Szene sprechen von einem massiven Defekt am vierten Halswirbel. Dabei könne es sich nicht um eine alte Verletzung handeln, und durch den Unfall sei die Beschädigung auch nicht entstanden. Es sei der Schusskanal.

Vielleicht ist das Geld ja ein Anreiz, dass das jahrelange Schweigen endlich gebrochen wird

Staatsanwalt Hauburger zur 10 000-Euro-Belohnung

In dem TV-Beitrag werden auch andere Umstände thematisiert, die allesamt dafür sprechen, dass der Unfall fingiert gewesen ist, um den Mord zu vertuschen. Warum löste der Airbag auf dem Beifahrersitz aus, obwohl da angeblich niemand saß, fragt ein Ermittler. Wie kamen die Blutspritzer an die Windschutzscheibe, wenn doch die Airbags im Weg waren?

Gezeigt werden auch nachgestellte Szenen, in denen es um Drohungen in Bozkurts beruflichem Umfeld geht. Der Bad Nauheimer betrieb Toilettenanlagen auf mehreren Raststätten. Womöglich wollten Konkurrenten etwas vom Kuchen abhaben. »Keine Ahnung, wozu die fähig sind«, sagt der Bozkurt-Darsteller, als er mit seine Frau auf der Couch sitzt.

In der beruflichen Konkurrenzsituation vermutet der Gießener Staatsanwalt Thomas Hauburger das Motiv für den Mord an Adem Bozkurt, wie er am Mittwochabend im Gespräch mit XY-Moderator Rudi Cerne sagte. Appelliert werde an die Mitwisser des Mordes, die gebe es auf jeden Fall. Mitwisser könne auch ein Mitfahrer sein, der selbst von dem Schuss überrascht worden sei und bisher aus Angst geschwiegen habe.

 

Schweigen aus Angst?

 

Die Mitfahrer müssen laut Hauburger unterwegs oder auch schon an Bozkurts Wohnung in der Bad Nauheimer Hauptstraße zugestiegen sein. Hauburger bat um Hinweise, die auch vertraulich behandelt werden könnten. Der Staatsanwalt sprach zudem die recht hohe Belohnung in Höhe von 10 000 Euro an. »Vielleicht ist das Geld ja ein Anreiz, dass das jahrelange Schweigen endlich gebrochen wird.«

Womöglich erfüllen sich Hauburgers Hoffnungen, denn es habe während der Sendung »sehr interessante Hinweise« zum Fall Bozkurt gegeben, äußerte sich Alfred Hettmer vom Landeskriminalamt Bayern optimistisch.

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