22. November 2017, 19:11 Uhr

Molise – das fast unbekannte Italien

22. November 2017, 19:11 Uhr
Die Reisegruppe des Ortenberger Kulturkreises ist in Molise – der kleinsten Region Italiens – unterwegs und genießt vor allem die Kulturschätze des Landstriches. (Foto: pv)

In die kleinste und jüngste Region Italiens, die Molise, ging die Herbstreise des Ortenberger Kulturkreises. Erst im Jahr 1962 hatte dieser Landstrich – zwischen den Abruzzen, Kampanien und Apulien gelegen – einen eigenständigen Status erhalten. Nach einer Übernachtung in der alten Bischofsstadt Trient verlief die Route über Modena und Bologna, entlang der Adria vorbei am Fürstentum San Marino und dem Wallfahrtsort Loreto nach Campobasso, der Hauptstadt Molises.

Agnone, dessen Stadtbild noch heute venezianisch geprägt ist, war der erste Besichtigungspunkt der Reise. Dort befindet sich die älteste Glockengießerei der Welt. In der 40. Generation werden in der »Fonderia Pontificia Marinelli« Glocken gegossen. Beeindruckend für die Gruppe war das Museo Marinelli mit seltenen Gussobjekten aus ältester und neuester Zeit. Im Tal des Trigno wurde die Abteikirche Santa Maria di Canneto besichtigt – eines der bedeutendsten Monumente der Molise.

Kunst, Kultur, Kulinarisches

Direkt neben der Abteikirche haben jüngste Grabungen einen Teil einer römischen Villa Rustica freigelegt, deren Mosaikboden bis unter die Kirchenapsis reicht. Ein besonderer Höhepunkt der Reise war auch das Ausgrabungsgelände von Sepino. Der besondere Charme dieser archäologischen Stätte liegt in der reizvollen Mischung aus Antike und ländlicher Idylle.

Molises Hauptstadt Campobasso hat sich rund um das Kastell Monforte ausgebreitet. Der Weg der Gruppe dorthin führte vorbei an der Kathedrale und den kleinen und steilen Gassen des »Centro Storico« zum Museo Nazionale Samnitico, das mit vielen samnitischen, römischen und langobardischen Grabungsfunden an das antike Samnium erinnert. Eine Sensation war das erst jüngst gefundene Grab eines amnitischen Fürsten, der neben seinem Pferd und metallenen Steigbügeln begraben wurde.

Das größte Monument der antiken Stadt Larinum – heute Larino – ist das Amphitheater, das am folgenden Tag besucht wurde. Herzstück des Centro Storico ist die Kathedrale Santa Maria, ein beeindruckendes Beispiel des romanisch-gotischen Übergangsstils. Eine landschaftlich reizvolle Fahrt führte hinauf nach Cascalenda. Dort besichtigte die Gruppe die Käserei La Fonte Nuova, wo Mozzarella produziert wird.

Am Nachmittag war Termoli an der Adria das Ziel. Die engen Gässchen der Altstadt führten durch das Stadttor, vorbei an der Kathedrale San Basso hinauf zum Kastell, dessen Bau Friedrich II. zugeschrieben wird.

Zu den interessantesten Kunstschätzen der Molise zählen die Fresken der Cripta dell’Abbate Epifanio in der ehemaligen Abtei San Vincenzo al Volturno und die im 14. Jahrhundert entstandenen Fresken in der Krypta der Kirche San Pietro in Vincoli, die erst vor einigen Jahren wiederentdeckt wurden. Im Gambatesa – inmitten von Olivenhainen – faszinierte ein Wochenmarkt mit seinem bunten Warenangebot. Schlusspunkt der Reise war die kleine romanische Basilika Santa Maria della Strada nebst freistehendem Campanile. Sie liegt inmitten der Felder bei Matrice, wurde 1148 geweiht und hat ihre ursprüngliche Gestalt bis heute bewahrt.

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