25. Juli 2018, 19:23 Uhr

Mehr Aufwand, weniger Ärger

Am Bildschirm von Nico Herzberger poppt eine E-Mail auf. Ein Anwohner meldet eine defekte Straßenlampe. Der Ovag-Mitarbeiter und seiner Monteure haben nun 14 Tage Zeit, um die Laterne zu reparieren. Bei 66 000 Straßenleuchten im Versorgungsgebiet eine echte Herausforderung.
25. Juli 2018, 19:23 Uhr

Drei Büromitarbeiter und fünf Monteure mit zwei Steigerfahrzeugen sind jeden Tag dafür im Einsatz, dass die Straßenlampen im Ovag-Gebiet kontrolliert, gewartet und gegebenenfalls repariert werden. »Seit wir fast komplett auf LED-Technik umgestellt haben, ist nicht nur die CO2-Emission stark reduziert worden, sondern auch die Ausfallquote ist erfreulicherweise deutlich gesunken«, berichtet Sachgebietsleiter Nico Herzberger. Dadurch komme es zwar seltener vor, dass eine Leuchte oder deren elektronische Bauteile tatsächlich ausgetauscht werden müssten, aber wenn doch, dann stecke ein größerer Aufwand dahinter als noch zu Zeiten der konventionellen Beleuchtung. Während früher quasi nur die Birnen getauscht werden mussten, ist es bei der LED-Technik komplexer. »Damit sie möglichst effizient sind, ist jede LED-Leuchte genau auf ihren Standort abgestimmt«, erklärt Herzberger. Entsprechend gibt es eine große Zahl an verschiedenen Leuchten. »Diese kann man nicht alle als Ersatz auf Lager haben.«

Im Zuge der Umrüstung war laut Herzberger genau berechnet worden, wie viel Licht wohin abgegeben werden soll. Für jede einzelne Leuchte wurden die geometrischen Daten – etwa Masthöhe, Abstand zum nächsten Lichtpunkt oder Straßenbreite vor Ort – aufgenommen. Dann wurden die Leuchtenköpfe darauf ausgelegt. Das geschah mittels unterschiedlichen Leistungen (Wattzahl), Lichtströmen (Lumen), Optiken (also Linsen, die über der Leuchtdiode/LED liegen) und der Anzahl der einzelnen Leuchtdioden.

Die genaue Spezifikation einer Leuchte ist hinter einem Barcode hinterlegt, der in Sichthöhe auf jeder LED-Straßenlaterne klebt. Vorteil: »Wenn uns jemand über eine defekte Leuchte informiert, kann er uns im Idealfall direkt die Nummer durchgeben, die auf dem Aufkleber steht. Dann wissen wir genau, wo wir hin müssen«, sagt Herzberger.

Mehr Leuchten wegen Bauboom

Neben der Instandsetzung von Leuchten ist eine wichtige Aufgabe der Elektromonteure, die mit ihren Steigerfahrzeugen in Nidda und Ulrichstein stationiert sind, die Straßenlampen auf ihre elektrische Sicherheit hin zu überprüfen – auch das ist vertraglich mit den Kommunen vereinbart. Bis zu 10 000 Lichtpunkte werden jedes Jahr überprüft. Dafür schließen die Mitarbeiter das Messgerät am Sicherungskasten an und stellen fest, ob die geforderten Messwerte eingehalten werden. Hinzu kommt die Standsicherheitsprüfung von ca. 2000 Straßenbeleuchtungsmasten im Jahr. Diese werden von einer externen Firma durchgeführt.

Im Zuge der jährlichen Kontrollfahrten werden die insgesamt etwa 66 000 Leuchten, die von der Ovag betreut werden, einer Sichtprüfung unterzogen. Aufgrund des momentanen Baubooms steige die Anzahl der Lichtpunkte kontinuierlich. Etwa 85 Prozent davon seien bereits auf LED umgerüstet, sagt Herzberger. Ausnahme seien einige Altstadtleuchten, die mit konventionellen Leuchtmitteln betrieben werden. Auch für diese Leuchten, die oftmals das Bild eines Stadtkerns oder Marktplatzes prägen, werde es in Zukunft Möglichkeiten geben, diese mit LED-Leuchtmitteln zu betreiben, ohne das Erscheinungsbild zu verändern, verspricht er. »Wir beobachten hier ständig die Entwicklung des Marktes und testen neue Produkte.«

Wird ein Neubaugebiet oder Straßenzug neu erschlossen, müssen die Anzahl und die Spezifikationen der neuen Lichtpunkte am Schreibtisch geplant werden, das geschieht ebenfalls bei der Ovag Netz AG. René Seigertschmied erhält von den Kommunen einen Plan, der die Straße oder das Baugebiet im Endausbau zeigt und berechnet dann mittels eines Computerprogrammes die idealen Standorte sowie die elektrische und lichttechnische Auslegung der Lichtpunkte.

Wer eine defekte Straßenlaterne melden möchte, kann der Ovag eine E-Mail an strassenbeleuchtung@ovag.de schreiben.

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