Friedel Münch ist auch vier Jahre nach seinem Tod immer noch allgegenwärtig. Der gebürtige Dorn-Assenheimer ist untrennbar mit der Geschichte der Firmen Fläkt, ABB und Dürr verbunden. Die Firmen lackierten in Butzbach und Friedberg die NSU-Motoren, mit denen das Urgestein der Motorradszene ein – für damalige Zeiten – gewaltiges Zweirad baute. Im Münzenberger Burghotel kamen am vergangenen Wochenende ehemalige Mitarbeiter der Firmen zum jährlichen Treffen zusammen und schwelgten in Erinnerungen.

Münch übernahm nach der Produktionseinstellung 1956 bei Hersteller Horex in Bad Homburg die Fertigung und den Ersatzteilebestand. Produktionsstätten waren in Nieder-Florstadt, Ossenheim und Altenstadt. Münch entwickelte eine Duplex-Rennbremse, bis zur Einführung von Serienscheibenbremsen das Maß der Dinge. Der geniale Tüftler hatte zudem die Idee, einen luftgekühlten Vierzylinder-NSU-Motor quer in sein neues Motorrad einzubauen.

Die Münch-4 TTS 1200 hatte 88 PS, wog 300 Kilogramm und war bis zu 200 Kilometer pro Stunde schnell. Bekannte Persönlichkeiten wie Gunter Sachs und der Designer Luigi Colani gehörten zu Friedels Kunden. In Kreisen von Motorradfahrern wurde der Begriff »Mammut« für das Motorrad geprägt. 486 dieser Luxusgefährte wurden gefertigt.

Speziell für den Rennsport

Der NSU Prinz 1000 TT, der NSU TT und der NSU TTS waren sportliche Pkw-Modelle der NSU Motorenwerke AG aus Neckarsulm. Sie wurden 1965 bis 1972 in verschiedenen Varianten gebaut und erhielten ihre Farben auch in den modernen Lackieranlagen in Friedberg und Butzbach. Speziell für den Renn- und Rallyesport wurde im Februar 1967 der TTS eingeführt. Durch die nur mäßige Belüftung des Motorraums neigte der Motor zum Überhitzen, weshalb die Motorhaube auch aufgestellt wurde.

Die Firma Fläkt war ein schwedisches Unternehmen, das ursprünglich in der Lüftungs- und Klimatechnik unterwegs war. Nach und nach kamen Abteilungen für Gerätebau, Abluftreinigungsanlagen und eben Oberflächentechnik hervor. Unzählige Karrosserien wurden hier lackiert, so auch jene der NSU.

1991 wurde die Abteilung mit 120 Mitarbeitern an die Firma ABB verkauft. 2001 ging der Geschäftsbereich Lackierroboter im ABB-Standort Friedberg ein und die Bereiche Vorbehandlungsanlagen, Trockner und Spritzkabinenbau integrierte die Firma Dürr in Stuttgart. 2006 schloss Dürr den Standort Butzbach. Das bedeutete große Veränderungen für die Mitarbeiter. Einige wurden in Friedberg übernommen, viele wechselten nach Stuttgart, weitere fanden in anderen Branchen wieder Arbeit.

Dank Organisator Hans-Jürgen Burk plauderten Konstrukteure, Projekt-, Montage- und Abteilungsleiter, Kollegen aus der Elektroabteilung, dem Ein- und Verkauf sowie aus der Fertigungs-, Qualitäts- und Terminkontrolle lange über die alten Zeiten in den Butzbacher und Friedberger Werken – und über Friedel Münch.

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